Proteoglykane sind eine Klasse von Glykoproteinen, die ein wichtiger Bestandteil der Extrazellulären Matrix sind. Sie sind besonders stark glykosyliert. Sie bestehen aus einem Kernprotein, das an Serinresten eine bis über hundert Glykosaminoglykanketten (modifizierte Kohlenhydratketten) kovalent gebunden hat.
Proteoglykane werden nach ihren Glykosaminoglykanketten in verschiedene Gruppen eingeteilt:
Sie sind negativ geladen und stark hydratisiert.
Neben ihrem Vorkommen in der extrazellulären Matrix (EZM) sind Proteoglykane auch an der Zelloberfläche und in intrazellulären sekretorischen Granula lokalisiert. Charakteristisch für die sehr heterogene Familie der Proteoglykane sind die am Proteinzentralfilament kovalent gebundenen polyanionischen Glykosaminoglykanketten (GAG-Ketten). Diese setzen sich aus repetitiven Disaccharideinheiten zusammen, die über eine charakteristische Kohlenhydratbindungssequenz an das Zentralfilament kovalent gebunden sind.
Die Bindungsregion besteht aus der Tetrasaccharidsequenz:
Glukuronyl-β-(1->3)-Galaktosyl-β-(1->3)-Galaktosyl-β-(1->4)-Xylosyl-β-1-O-(Serin).
Die Disaccharideinheiten setzen sich aus einem N-Acetylhexosamin (N-Acetyl-glukosamin oder N-Acetylgalaktosamin) und einer Uronsäure (D-Glukuronsäure oder ihr C5-Epimer, die L-Iduronsäure) bzw. Galaktose zusammen. Diese Einheiten können mit Sulfamat- und Sulfatester-Gruppen modifiziert sein. Zu einer ausgeprägten Heterogenität bei den Glykosaminoglykanen führt sowohl die Variabilität im Ausmaß der Sulfatierung als auch der Grad der Epimerisierung.
Nach der Zusammensetzung der Disaccharideinheiten unterscheidet man folgende Glykosaminoglykane (GAGs):
• Hyaluronsäure (HA)
• Heparin oder Heparansulfat (HS)
• Chondroitin (CS)- oder Dermatansulfat (DS)
• Keratansulfat (KS)
Heparin besteht aus D-Glukuronsäure, die β-(1->4) glykosidisch, bzw. L-Iduronsäure, die α- (1->4)-glykosidisch mit einem Glukosamin verknüpft ist. Die Bindung zwischen den verschiedenen Disacchariden ist α-(1->4)-glykosidisch. Die Aminogruppe des Glukosamins ist häufig mit einer Acetylgruppe oder einer Sulfatgruppe substituiert. Zusätzlich sind O-Sulfatgruppen vorhanden. Heparansulfat ist strukturell mit dem Heparin verwandt, nur besitzt es weniger N- und O-Sulfatreste und mehr N-Acetylgruppen.
Ein Proteoglykan kann auch mehr als einen Typ von GAG-Ketten tragen; z.B. besitzt Aggrecan KS- und CS-Ketten. Außer den Glykosaminoglykan-Ketten tragen die Zentralfilamente zudem oft N- oder O-glykosidisch gebundene Oligosaccharide, wie sie auch in anderen Glykoproteinen vorkommen. Aufgrund der Größe des Proteinzentralfilaments werden die Proteoglykane der EZM in zwei Hauptgruppen, die großen und kleinen Proteoglykane, untergliedert. Wegen gemeinsamer struktureller Domänen werden die großen Proteoglykane unterteilt in Hyalektane (z.B. Aggrecan, Neurocan, Brevican, Versican,...), die einerseits Hyaluronsäure binden und andererseits das C-Typ-Lektin-Motiv enthalten, und in nicht hyaluronsäurebindende Proteoglykane (z.B. Perlecan, Agrin,...). Zu den kleinen Proteoglykanen der EZM zählen die leucinreichen Proteoglykane (z.B. Decorin, Biglycan, Fibromodulin, Lumican,...).
Für Details der biologischen Funktion der Proteoglykane sei auf den Artikel zur extrazellulären Matrix (EZM) verwiesen. Protein
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