Male anatomy de.png Die Prostata (Vorsteherdrüse) ist eine akzessorische Geschlechtsdrüse aller Säugetiere (einschließlich Mensch). Sie liegt nahe der Harnblase und umgibt die Harnröhre. Sie gleicht beim Mann in Größe und Form einer Kastanie. An die Rückseite der Prostata grenzt der Mastdarm (Rektum). Deswegen kann sie vom Enddarm aus mit den Fingern ertastet und beurteilt werden.
Die frühere Annahme, nur männliche Säugetiere verfügten über eine Prostata, gilt heute als überholt. Der ehemalige Ausdruck der "Paraurethraldrüse" (Glandula paraurethralis) als Pendant zur männlichen Prostata bei weiblichen Säugetieren ist inzwischen ungültig. Diese wird seit der Tagung des Federative International Committee on Anatomical Terminology (FICAT) verpflichtend als Prostata feminina ("weibliche Prostata") bezeichnet.
Die Prostata ist eine exokrine Drüse mit Ausführungsgängen in die Harnröhre. Neben dem Drüsengewebe findet sich mikroskopisch noch Muskelgewebe und Bindegewebe.
Die Prostata besteht aus etwa 40 einzelnen Drüsen. Diese Drüsen sind von einer Kapsel aus Bindegewebe umgeben und in einen Muskel eingebettet. Bei der Ejakulation presst die Muskulatur das Sekret in die Ausführungsgänge. Die Ausführungsgänge verbinden sich mit dem Samenleiter zum Spritzkanal, der in die Harnröhre mündet.
Die Harnröhre verläuft durch die Mitte der Prostata. Aus diesem Grund kann es bei einer krankhaften Vergrößerung der Prostata zu Problemen beim Wasserlassen kommen.
In der Prostata wird ein Teil der Samenflüssigkeit produziert, die bei der Ejakulation ausgestoßen wird. Dieses Sekret bildet zusammen mit den Samenzellen aus dem Hoden das Sperma. Die Funktion der Prostata wird über das Hormon Testosteron reguliert.
Das Sekret der Prostata ist leicht sauer (pH-Wert 6,4), dünnflüssig und trübe und gibt dem Sperma den charakteristischen Geruch. Das Sekret enthält zahlreiche Enzyme, die die Gebärmutter anregen können.
Das Protein Spermin fördert die Beweglichkeit und die Befruchtungsfähigkeit der Samenzellen. Weiterhin sind im Prostatasekret Fruktose, Phosphatase, Zitronensäure, Cholesterin und Zink enthalten.
Die Prostata gilt als männlicher G-Punkt. Durch sexuelle Stimulation kann ein Orgasmus herbeigeführt werden, der sich vom gewöhnlichen Orgasmus deutlich unterscheidet.
Während die sexuelle Erregbarkeit der Prostata im westlichen Kulturkreis noch weitgehend unbekannt ist, ist sie in der Traditionellen Chinesischen Medizin, im Tantrismus und anderen östlichen Lehren seit Jahrtausenden bekannt (siehe auch Tantramassage).
Die Prostata kann mit einem Finger rektal ertastet werden. Als bildgebende Verfahren finden vor allem Ultraschall, Kernmagnetische Resonanz (NMR) und Computertomografie Anwendung. Bei Verdacht auf Veränderungen kann eine Biopsie der Vorsteherdrüse mit einer sogenannten Prostatastanze vorgenommen werden.
Zur weiteren Diagnostik können Laborwerte wie das Prostataspezifische Antigen (PSA, erhöht bei allen Erkrankungen der Prostata) die Aktivität der sauren Prostataphosphatase (erhöht bei Prostatakarzinom) und allgemeine Entzündungsmarker wie CRP und Leukozytenzahl herangezogen werden.
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