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Prosopagnosie (von griechisch: „Prosopon“: das Gesicht und „Agnosia“: das Nichterkennen) oder Gesichtsblindheit bezeichnet die Unfähigkeit, Gesichter von Personen zu erkennen.

Prosopagnosie wird in drei verschiedene Typen unterschieden:

Umgang mit der Erkrankung


Prosopagnostiker können problemlos einzelne Merkmale des Gesichts erkennen und zum Teil auch Personen anhand einzelner Gesichtsmerkmale erkennen. Andere Merkmale wie Stimme, besondere Kleidung oder Frisuren werden auch zur Erkennung von Personen benutzt. Je nach Art der Prosopagnosie können Betroffene unterschiedliche Informationen aus Gesichtern schließen. Apperzeptive Prosopagnostiker können nicht das Alter und Geschlecht aus dem Gesicht erschließen, auch fällt ihnen das Erkennen von Emotionen schwer. Weiterhin sind sie nicht in der Lage, Gleich-Verschieden-Urteile über Gesichter zu fällen. Assoziative Prosopagnostiker können Gleich-Verschieden-Urteile fällen, das Alter und Geschlecht erkennen. Semantische Informationen (z. B. wer ist die Person oder welchen Beruf hat die Person) können sie ebensowenig wie apperzeptive Prosopagnostiker abrufen. Die Leistungen, zu denen kongenitale Prosopagnositker fähig sind, sind deutlich variabler.

Menschen mit kongenitaler Prosopagnosie muss nicht bewusst sein, dass sie eine Prosopagnosie haben, da diese Tatsache schwer zu glauben ist. Zum Vergleich: Ein Kind, das eine Rot-Grün-Blindheit hat, wird in den allermeisten Fällen nicht plötzlich zu der Erkenntnis kommen, dass alle Menschen um es herum bestimmte Farben auseinander halten können, bei denen es selbst keinen Unterschied sieht. Vielmehr wird das Kind leicht verwirrt bei der Zuordnung von Farben wirken, sehr bald aber einfach auswendig wissen, dass Erwachsene erwarten, dass es die Frage nach der Farbe des Briefkastens mit „gelb“ beantwortet, dass das obere Licht einer Ampel „rot“ ist usw. Wenn dennoch nahezu alle Rot-Grün-Blinden heute von dieser Blindheit wissen, so liegt das an den Vorsorgeuntersuchungen für Kinder, bei denen routinemäßig auch danach gesucht wird. Die kongenitale Prosopagnosie hingegen ist selbst den meisten Ärzten völlig unbekannt. Die Symptomatik kann, wenn sie sich manifestiert, leicht mit Autismus und Asperger-Syndrom verwechselt werden, tritt jedoch auch sehr häufig als Komorbidität bei Autismus auf. Nahezu alle Kinder mit Prosopagnosie entwickeln unbewusst Strategien, um mit der Störung umzugehen: Erkennung von Menschen an Stimme, Kleidungsgewohnheiten, Statur, Bewegung. Prosopagnostische Kinder profitieren stark von einer frühen Diagnose, da Bezugspersonen ihnen so bei der Entwicklung dieser Strategien helfen können. Eine Behandlung der kongenitalen Prosopagnosie selbst ist nicht bekannt.

Es gibt Hinweise aus der Forschung, dass Prosopagnosie und Hochbegabung gehäuft zusammen auftreten. Möglicherweise stehen die Hirnbereiche, die eigentlich als Teil des Sehzentrums der Gesichtserkennung dienen, bei diesen Personen für die Sprachverarbeitung zur Verfügung.

Verwandte Themen


Literatur


  • Behrmann, Marlene & Avidan, G. (2005): Congenital Prosopagnosia: face-blind from birth. Trends in Cognitive Sciences, 9, 180-187.

Weblinks


Neurologie | Neuropsychologie

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