Die Proporzwahl ist eine in der Schweiz übliche Wahlart. Es handelt sich um eine Verhältniswahl, mit deren Hilfe die Legislative und seltener auch die Exekutive gewählt werden. Die Sitze werden im Verhältnis zu allen abgegebenen Stimmen verteilt.
Für die Verteilung der Sitze wird die Anzahl aller Parteistimmen durch die Anzahl der zu vergebenden Sitze + 1 geteilt um die sogenannte 'Verteilerzahl' zu ermitteln. Die Parteistimmen einer Partei geteilt durch die Verteilerzahl ergeben die Anzahl Sitze, die einer Partei zustehen. Innerhalb jeder Partei werden diese Sitze von den Kandidaten mit den meisten Parteistimmen besetzt.
Durch dieses System können nicht alle Mandate verteilt werden. Die Restmandate werden vergeben, indem die Anzahl der Parteistimmen durch die Anzahl der erhaltenen Sitze + 1 dividiert werden. Das Restmandat geht an die Partei mit dem grössten Quotienten. Bei diesem Prozess spielen 'Listenverbindungen' eine wichtige Rolle. Dabei werden die Resultate der verbundenen Parteien zusammengezählt und daraus der Quotient ermittelt. So können die Reststimmen besser ausgenutzt werden. Innerhalb der verbundenen Parteien geht das Mandat dann an diejenige Person, die am meisten Kandidatenstimmen auf sich vereinigt, aber bisher noch kein Mandat erhalten hat.
Änderungen und Ergänzungen auf Wahlzetteln müssen von Hand vorgenommen werden. Alle Änderungen müssen eindeutig sein, d.h. der Kandidat muss mit Name und Vorname, bei Verwechsulungsgefahr sogar mit Beruf und Adresse etc., genau bezeichnet werden. Es dürfen höchstens so viele Kandidaten aufgeführt werden, wie Sitze zu vergeben sind. Überzählige Namen werden von unten her gestrichen.
Gültig sind nur Stimmen für Kandidaten, die auf einem der vorgedruckten Wahlzettel stehen. Stimmen für andere Personen werden nicht gezählt.
Wahlzettel die identifiziert werden können, sei es durch Unterschrift oder durch andere Kennzeichnungen sind ungültig, weil sie das Stimmgeheimnis verletzen. Ebenso ungültig sind Wahlzettel, die ehrverletzende Äusserungen enthalten, nicht mindestens einen gültigen Kandidatennamen aufweisen oder mechanisch (z.B. mit einer Schreibmaschine) verändert wurden.
Da die Stimmen im Proporz annähernd Proportional verteilt werden, haben auch kleinere Parteien eine Chance auf ein Mandat. Zudem wird auch der Wille von Minderheiten besser berücksichtigt als im Majorz, wo es darum geht, klare Mehrheiten zu schaffen. Das Verfahren ist wesentlich komplizierter als das Majorzverfahren.
Wahlverfahren: Proporzwahlen *
Siehe auch: Nationalrat (Schweiz), Majorzwahl
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Proporzwahl".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world