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Produktion (v. lat.: producere = hervor führen) ist der vom Menschen bewirkte Transformations-Prozess, der aus natürlichen wie bereits produzierten Ausgangsstoffen unter Einsatz von Energie, Arbeitskraft und bestimmten Produktionsmitteln lagerbare Wirtschafts- oder Gebrauchsgüter erzeugt. Sie ist Teil des Betriebsprozesses. Eine umfassende Betrachtung der Produktion erstreckt sich nicht nur auf organisatorische und technologische Gesichtspunkte, sondern auch auf sozio-kulturelle und ethisch-normative Wertvorstellungen über die Arbeit, denen sie als einer der grundlegenden Vorgänge zur Deckung der menschlichen Bedürfnisse unterliegt.

Der Begriff der Produktion ist dabei zunächst nicht auf den industriellen Bereich beschränkt. Produziert wird ebenso im Handwerk, in der Land- und Forstwirtschaft und auf künstlerischem Gebiet. Dienstleistungen sind eingeschränkt produzierbar, solange ein zumindest in Maßen als Gegenstand zu begreifendes Produkt erzeugt wird (Fernsehsendung). Nicht lagerbare Wirtschaftsgüter, wie beispielsweise Elektrizität, werden dagegen in der Regel nicht produziert, sondern bereit gestellt. In Verlagen bleibt die traditionelle Bezeichnung Herstellung als grosser Arbeitsbereich, zuständig für Papier und Online-Organisation, Satz etc.

In der industriellen Produktion wird die Fertigung (Teilefertigung und -montage) von der prozessorientierten Produktion unterschieden.
Unter Fertigung versteht man die Produktion von diskreten, zählbaren Teilen. Die verschiedenen Fertigungsverfahren werden betriebswirtschaftlich Sicht unterschieden nach Fertigungsart, welchen nach

  • Fertigungstyp mit Anzahl der gefertigten Teile als Einteilungskriterium
  • Fertigungsorganisation
differenziert. Die Fertigungstechnik beschreibt die technischen Methoden der Fertigung.

In der prozessorientierten Produktion wird der Güterausstoss mengen- oder volumenorientiert gemessen. Anwendungsgebiete sind v.a. die chemische und Nahrungsmittelindustrie, Rohstoffförderung sowie Schüttgüter wie Zement. In der Verfahrenstechnik werden dabei kontinuierlichen und diskontinuierliche Prozesse unterschieden.

Die wettbewerbsfähige Güterproduktion in Hochlohnländern basiert auf qualifizierten Fachleuten, besonders aber auf einem hohen Technisierungsgrad. Die Produktionsforschung entwickelt Verfahren, Ausrüstungen und Produktionsstätten unter anderem für den Fahrzeugbau oder das verarbeitende Gewerbe. Besonders wichtig sind ihre Ergebnisse aber im Maschinen- und Anlagenbau, dessen Produkte über die Leistungsfähigkeit der anderen Industriezweige bestimmen.

In den letzten Jahren hat die Globalisierung der Produktion stark zugenommen. Hierbei spielen die beiden Hauptmotive Kostensenkung und Markterschließung die Schlüsselrollen. Die Arbeitskosten und die Nähe zum Markt sind deshalb die beiden relevanten Standortfaktoren für die Produktion. Erfolgreich global tätige Unternehmen ist es fast überall auf der Welt gelungen, exellente Produktivität und Qualität zu erreichen. Diese Unternehmen stellen sich auf die unterschiedlichen Gegebenheiten ein und nutzen die standortgerechte Fertigungstechnik und Beschäftigungsstrategie.

Produktionswirtschaft, Produktionstheorie


Die Betrachtung der Produktion ist jedoch insbesondere auf die industrielle Fertigung im Produktionsbetrieb ausgerichtet. Die Betriebswirtschaftslehre führt sie als eine der klassischen Funktionen im Betrieb (Produktionswirtschaft, Industriebetriebslehre, Technologie).

In der Volkswirtschaftslehre beschreibt die Produktionstheorie die Herleitung der Angebotskurve (Angebot (Volkswirtschaftslehre)) im Marktmodell. Von einer Technologie ausgehend, die alle technisch machbaren Kombinationen von Inputfaktoren beschreibt, lässt sich die effizienteste Faktorkombination - für gegebene Preise - herleiten (so genannte Gewinnmaximierung). Daraus lässt sich Faktornachfrage und das Güterangebot herleiten.

Modelle

  • Faktor-Substitution
Substitutional bedeutet, dass die Faktoren beliebig kombiniert werden, also der eine Faktor den anderen ersetzen kann.

  • Partielle Faktor-Variation
Im Gegensatz zur Faktorsubstitution, bei der die Ausbringungsmenge bei Änderung des Verhältnisses der Einsatzfaktoren konstant bleibt, ändert sich die Ausbringungsmenge. Partiell bedeutet ferner, dass lediglich ein Faktor geändert, der andere konstant gehalten wird.

  • Totale Faktor-Variation
Alle Produktionsfaktoren können frei eingesetzt werden (keine Restriktion).

Siehe hierzu: schlanke Produktion (lean Production), Minimalkostenkombination, Kuppelproduktion

Faktorbeziehungen Hinsichtlich der Faktorbeziehungen lassen sich substitutionale und limitationale Produktionsfunktionen unterscheiden. Bei substitutionalen Produktionsfunktionen stehen die Ertragsfaktoren in keiner festen Relation zu dem mengenmäßigen Ertrag. Substitionale Produktionsfaktoren können daher gegeneinander ausgetauscht werden, ohne dass dadurch der mengenmäßige Ertrag verändert wird. Im Gegensatz hierzu stehen die Faktoren bei limitationalen Produktionsfunktionen in einer technisch determinierten Relation zur geplanten Produktionsmenge. Zur Erzeugung eines bestimmten Ertrages ist eine technisch genau festgelegte Einsatzmenge jedes limitationalen Produktionsfaktors erforderlich. Dies findet man häufig in der chemischen Industrie.

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