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Die Procter & Gamble (P&G) Gruppe
Das Unternehmen erwirtschaftete mit etwa 110.000 Mitarbeitern im Geschäftsjahr 2004/2005 einen Nettogewinn von 6,9 Milliarden US-Dollar bei einem Umsatz von 56,7 Milliarden US-Dollar, die Umsatzrendite betrug also 12,2 %. Im gleichen Zeitraum wurden Werbeausgaben in Höhe von 5,9 Milliarden US-Dollar getätigt.
Das Unternehmen hat sich seit seiner Gründung unter anderem durch Entwicklungen im Konsumgütermarkt einen Namen gemacht und hat immer wieder neue Wege im Marketing beschritten. Besonderes Kennzeichen ist das ausschließlich an den einzelnen Marken ("Brands") orientierte Marketing, während die Firma selbst meist völlig im Hintergrund bleibt. Die Firma gilt daher auch als Pionier bzw. Vater des Brand-Managements. Die konsequente Nutzung der Fernsehwerbung sowie besonders in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts der Radiowerbung geht ebenfalls auf P&G zurück. Unter anderem basiert auch der Begriff Seifenoper auf dem Marketingansatz von P&G, ab den 30er Jahren Radioshows zu sponsern bzw. selbst zu produzieren. Längstlaufende P&G Produktion: Springfield Story (en:Guiding Light), ab 25. Januar 1937 mehr als 15.000 Folgen.
1960 wurde in Frankfurt eine erste Niederlassung eröffnet. Die schnell wachsende deutsche Hauptverwaltung wurde 1970 nach Schwalbach am Taunus verlegt, sie war von 1985 bis zur Reorganisation europaweit für die Bereiche Papierhygieneprodukte und Fruchtsaftgetränke zuständig.
In Wien befindet sich seit 1967 die Österreichzentrale.
Produktion Die erste Produktionsstätte in Deutschland wurde 1964 in Worms eröffnet, produziert wurden Waschmittel und Weichspüler für den eigenen Markt sowie den Export. Nach der Markteinführung von Pampers entstand 1976 in Euskirchen das erste Werk für Papierwindeln. In der Folgezeit entstanden zahlreiche weitere Produktionsstätten in Deutschland.
Heute produziert Procter & Gamble in den Werken Crailsheim, Dreieich, Euskirchen, Groß-Gerau, Neuss, Weiterstadt, Witzenhausen, Köln und Worms.
Blendax P&G erwirbt 1987 in seinem 150. Jubiläumsjahr das europäische Unternehmen Blendax und stärkt mit Marken wie Blend-a-Med seine weltweite Position im Zahnpflegebereich.
Noxell 1989 betritt P&G die Kosmetik- und Parfumkategorien mit dem Erwerb der Firma Noxell. Bekannte Marken u.a. CoverGirl, Noxzema oder Clarion.
Old Spice Im Juni 1990 erwirbt P&G die Markenrechte für die Parfum-, After-Shave-, Deo- und Gesichtspflege-Linie Old Spice der Shulton Company. Die Marke existiert seit 1938 auf dem amerikanischen Markt und ist damit eine der traditionsreichsten Herrenpflegeserien.
Ellen Betrix & Max Factor Im Jahr 1991 erwirbt P&G die Unternehmen Ellen Betrix und Max Factor und festigt damit seine Position im Kosmetikbereich.
VP Schickedanz 1994 betritt P&G den europäischen Papierbereich mit dem Kauf des deutschen Unternehmens VP Schickedanz mit seiner schon damals bekannten Marke Tempo. Die ebenfalls zu VP Schickedanz gehörende Marke Camelia durfte aus kartellrechtlichen Gründen nicht mit übernommen werden. Sie ging daher an den konkurrierenden Konzern Johnson & Johnson.
Tambrands Mit der Erweiterung des Hygienebereichs durch den Erwerb von Tambrands im Jahre 1997 betritt P&G den weltweiten Tamponmarkt.
Iams 1999 erwirbt P&G das Unternehmen Iams um 2,05 Milliarden USD - die bis dahin größte Akquisistion P&G's - und erweitert damit sein Portfolio um den Tiernahrungsbereich. Das Unternehmen ist auf überwiegend im Fachhandel vertriebenes Hunde- und Katzen-Trockenfutter spezialisiert und erwirtschaftete damals um die 800 Million USD Umsatz.
Clairol 2001 erwirbt P&G zu einem Preis von 4,95 Mrd. USD das Unternehmen Clairol, eine auf Haarpflege und -färbe spezialisierte Unternehmenssparte von Bristol-Myers Squibb Co. Im deutschsprachigen Raum vor allem mit der Marke Herbal Essence vertreten.
Wella Die Wella AG wurde 2003 für rund 6,5 Mrd. Euro zu 81 % übernommen. Per September 2005 besaß P&G 95 % der Aktien und begann mit dem "Squeeze Out" der verbleibenden Aktionäre.
Gillette Im September 2005 hat P&G, nach Zustimmung der Kartellbehörden, das Unternehmen Gillette zu einem Transaktionswert von ca. 57 Mrd. USD übernommen. Der Kauf ist die größte Akquise der Firmengeschichte; nur 2 Jahre nach dem Erwerb der Kontrollmehrheit der Wella AG. Mit der Übernahme wurde P&G der weltweit zweitgrößte Konsumgüterkonzern nach dem auf Nahrungsmittel spezialisierten Nestlé-Konzern. Der Verkauf der von der EU-Kartellbehörde vorgeschriebenen elektrischen Zahnbürstenmarke Spinbrush an Church & Dwight wurde am 14. September bekanntgegeben. Weitere notwendige Veräußerungen sollen bis Mitte 2006 abgeschlossen sein.
Die vergleichsweise anlagenunintensiv herzustellenden Beauty-Care-Produkte können hingegen stark emotional aufgeladen werden, was den Aufbau von Brand-Equity und die Kundenbindung über die Marken deutlich einfacher macht. Nach der Akquisition von Gillette wird Beauty Care knapp die Hälfte des Umsatzes und mehr als die Hälfte des Gewinnes beisteuern. Für die Zukunft ist davon auszugehen, dass die Bedeutung von Beauty Care bei P&G noch weiter zunehmen wird.
Folgende Milliarden-Marken gehören seit 1. Oktober 2005 auch zu P&G's Sortiment:
Seit 1. Juli 2004 besteht das Unternehmen aus folgenden Geschäftseinheiten:
Der Dokumentarfilmer Michael Moore (bekannt durch "Bowling For Columbine") besuchte Procter & Gamble in seiner Dokumentation "The Big One" (Der große Macher) über ihre Methoden zur Verringerung des Personalbestandes (about their downsize of the workforce). Diese Methoden kann man derzeit bei der Entwicklung um Wella beobachten.
Siehe auch: http://www.greatplacetowork.at/best/list-at.htm
Kritik gibt es auch an der Zellstoffbeschaffung von P&G. Für die Herstellung seiner Taschentücher und Toilettenpapiere bezieht P&G auch Eukalyptus-Zellstoff von dem brasilianischen Konzern Aracruz-Celulose. Dieser wird beschuldigt, Landraub an Indianern zu betreiben und unökologisch zu wirtschaften.
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