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Procainamide
Procain ist ein
Lokalanästhetikum vom
Ester-Typ, das zuerst in der Zahnmedizin eingesetzt wurde. Es ist hauptsächlich unter dem Markennamen
Novocain bekannt.
Geschichte
Erstmals synthetisiert wurde Procain im Jahre 1905 von dem deutschen Chemiker
Alfred Einhorn, welcher dem Wirkstoff den Namen Novocain zuordnete (von
lat. novus „neu“ und
cain wie in
Cocain). Novocain war das erste synthetische Lokalanästhetikum.
Anwendung
Heutzutage wird Procain für die
Lokalanästhesie nur noch selten verwendet, da hierfür wirksamere, weil tiefer eindringfähige Stoffe, wie z. B.
Lidocain zur Verfügung stehen; bei diesen sind auch allergische Reaktionen seltener. Allerdings wird es weiterhin in der „
Neuraltherapie“ verwendet, einer Behandlungsform aus dem Bereich der
Alternativmedizin. Vor der Entdeckung des Procains war
Cocain das meistverwendete Lokalanästhetikum. Procain besitzt allerdings keine euphorisierende Wirkung wie
Cocain und fällt daher nicht unter den Geltungsbereich der Betäubungsmittelgesetze und -verordnungen.
Abbau
Procain wird im Blut und in den Geweben durch die
Pseudocholinesterase in
Paraaminobenzoesäure (PABA) und Diäthylaminoethanol verstoffwechselt. Die Paraaminobenzoesäure ist für die bei einigen Patienten beobachteten allergischen Reaktionen verantwortlich
[Larsen: Anästhesie, 7. Auflage].
Quellen
Arzneistoff | Chemische Verbindung | Lokalanästhetikum
Procaine | Procaïne | Procaina | Novocaïne | Prokain