Probstzella ist eine
Gemeinde im
Landkreis Saalfeld-Rudolstadt in
Thüringen.
Geografie
Geografische Lage
Probstzella liegt im
Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale. Durch den Ort fließt die
Loquitz, ein etwa 35 Kilometer langer Nebenfluss der
Saale. Die Umgebung Probstzellas ist sehr waldreich. Der
Rennsteig verläuft etwa 15 Kilometer südlich des Ortes.
Ausdehnung des Gemeindegebietes
Probstzella ist nach
Uhlstädt-Kirchhasel die flächenmäßig zweitgrößte Kommune im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt. Sie erstreckt sich halbmondförmig im
Loquitztal.
Nachbargemeinden
Im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden:
Saalfelder Höhe,
Kaulsdorf,
Leutenberg,
Wurzbach,
Lehesten,
Ludwigsstadt,
Gräfenthal,
Reichmannsdorf
Gemeindegliederung
Die Gemeinde gliedert sich in insgesamt 14 Ortsteile:
|
| - Arnsbach
- Döhlen
- Großgeschwenda
- Kleinneundorf
- Laasen
- Lichtentanne
- Marktgölitz
- Oberloquitz
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- Probstzella
- Reichenbach
- Roda
- Schaderthal
- Schlaga
- Unterloquitz
- Zopten
Geschichte
Bis 1920 gehörte der Ort zum Herzogtum
Sachsen-Meiningen.
Politik
Probstzella ist Sitz der
Verwaltungsgemeinschaft Probstzella-Lehesten-Marktgölitz, die aus der Stadt
Lehesten und der Gemeinde Probstzella besteht.
Gemeinderat
Der Rat der Gemeinde Probstzella besteht aus 12 Ratsfrauen und Ratsherren.
(Stand:
Kommunalwahl am
27. Juni 2004)
Bürgermeister
Der hauptamtliche Bürgermeister Wolfram Marko wurde am 7.05.2006 gewählt.
Wappen
Das Gemeindewappen ist gespalten in Rot und Gold. Es zeigt auf dem roten Untergrund den Hl. Laurentius mit goldenem Palmwedel als Zeichen seiner Märtyrerschaft in der Linken und mit schwarzem Rost in der rechten Hand bzw. auf dem goldenen Untergrund einen schwarzen, aufrechten, rot bewehrten und gezungten Löwen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Nahe Probstzella liegen die
Thüringer Warte und die
Burg Lauenstein.
Bauwerke
- Das Haus des Volkes (Bahnhofstraße 25) wurde 1925-1927 im Auftrag des Industriellen Franz Itting von Alfred Arndt und Ernst Gebhardt als Hotel und Mehrzweckhalle erbaut. Die Inneneinrichtung wurde vollständig von Künstlern des Bauhauses Dessau gestaltet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude von der DDR als Zollamt genutzt, in der Veranstaltungshalle fanden Aufführungen und Feiern verschiedener Art statt. 1970/1971 wurde das Gebäude im Inneren umgebaut und um ein Restaurant erweitert. 1995 wurde das Haus unter Denkmalschutz gestellt und 2003 an einen privaten Eigentümer verkauft, welcher sich zum Ziel gesetzt hat, das Gebäude zu sanieren und wieder zu nutzen. Ende 2005 wurde das Restaurant wieder eröffnet.
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaftlich waren früher vor allem die
Schiefersteinbrüche von Bedeutung, jedoch lag der Ort zu DDR-Zeiten im Grenzgebiet, was sich negativ auf die Wirtschaft auswirkte.
Die Infrastruktur Probstzellas ist sehr gut entwickelt, da die Stadt an der Frankenwaldbahn, auf der auch die ICE's von Berlin nach München verkehren, liegt. Der Bahnhof des Ortes hatte früher eine besondere Bedeutung, da er Grenzbahnhof zwischen BRD und DDR war. Die großen Bahnanlagen dienten auch vor dem zweiten Weltkrieg schon als Grenzbahnhof (bis 1920) zwischen Preußischer und Bayerischer Staatsbahn. Des weiteren zweigt sich dort noch die Sonneberg-Probstzella-Bahn, die über Neuhaus am Rennweg nach Sonneberg führte, westlich ab. Sie war zu DDR-Zeiten von besonderer Bedeutung, da sie den Hauptschienenweg in den Kreis Sonneberg darstellte. Probstzella besaß sogar ein eigenes Bahnbetriebswerk, wo vor allem preußische gegen bayerische Lokomotiven getauscht wurden.
Probstzella liegt an der Bundesstraße 85, die von Saalfeld nach Kronach führt. Weitere Straßen verbinden den Ort mit Lehesten und Gräfenthal.
Persönlichkeiten
Literatur
- Roman Grafe: Die Grenze durch Deutschland. Eine Chronik von 1945 bis 1990. Siedler, Berlin 2002, ISBN 3-88680-744-4 (über Probstzella zur Zeit der deutsch-deutschen Grenze)
- Klaus-Jürgen Winkler (Hrsg.): Thesis, Heft 2/2004. Bauhaus-Universität, Weimar 2004, (Themenheft mit vier Artikeln zum Haus des Volkes)
Weblinks
Ort in Thüringen | Saalfeld-Rudolstadt