Als Problem (von gr. problematon: "das, was Lösung vorgelegt wurde") bezeichnet man die Abweichung eines geforderten Istzustandes vom Optimum. Unter der Lösung eines Problems versteht man die Beseitigung dieser Abweichung mit dem Ziel der Annäherung an das Optimum oder dessen Erreichung.
Ein Problem ist gekennzeichnet durch ein Spannungsfeld zwischen dem Ziel (eines oder mehrerer Individuen) und einer gegebenen Ausgangssituation, die von diesem Ziel abweicht. Das Beseitigen eines Problems durch die Überwindung des beschriebenen Spannungsfeldes bezeichnet man als Problemlösen. Außerdem kann auch ein Konflikt ein Problem sein. Dieser besteht in unterschiedlichen, manchmal antagonistischen Auffassungen oder Einschätzungen einer Situation, in unterschiedlicher Bewertung, in unterschiedlichen Zielen, nicht in mangelndem Wissen.
Ein Problem ist nicht gleich einer Aufgabe. Für Aufgaben besitzen wir Regeln zur Lösung. Da wir alle über ein unterschiedliches Maß an Wissen verfügen, sind Probleme bzw. Aufgaben personenspezifisch.
Alternativ kann man ein Problem mithilfe von 3 Komponenten definieren: Ein Problem besteht aus einem Ausgangszustand, einem Zielzustand und einer Barriere dazwischen. Ist eine solche Barriere nicht gegeben kann man von einer Aufgabe sprechen.
Man unterscheidet Probleme, die nur für ein einzelnes Individuum existieren, von solchen, die für mehrere Individuen bestehen. Letztere können antagonistische Probleme sein. Beim Lösen antagonistischer Probleme kann es typischerweise zu neuen Problemen kommen, die auf Interessenkonflikten der beteiligten Individuen beruhen.
Lässt sich ein Gesamtproblem in mehrere Teilprobleme zerlegen, so bezeichnet man es als hierarchisch. Ist dies nicht möglich, so handelt es sich um ein elementares Problem.
In seiner ursprünglichen Form ist das Problem ein Ausgangspunkt in der Wissenschaft. Nach Sokrates ist es das "Wissen vom Nichtwissen". Wichtig ist hierbei, dass es keine Lösung für ein Problem gibt. Ein Problem ist daher nicht zu verwechseln mit einer Frage oder einer Schwierigkeit. Hierfür gibt es Lösungen bzw. Antworten, für das Problem ist der Gegensatz jedoch bereits zu groß.
Eine Steigerung des Problems ist die Anomalie.
Dagegen ist bei einem Nicht-Wohldefinierten Problem keine Zielvorgabe definiert. Es ist Teil der Problemlösung, die Kriterien, welchen die Lösung des Problems gerecht werden soll, festzulegen. Beispiele: Entscheidung für einen Beruf, Wahl eines Urlaubsortes, behelfsmäßige Reparatur eines Defektes.
Ein Beispiel hierfür:
Viele Optimierungsprobleme sind nicht wesentlich schwieriger als ihre Entscheidungsvarianten, obwohl dies auf den ersten Blick durchaus zu sein scheint. Wie Probleme bezüglich ihrer Schwierigkeit eingeteilt werden können und wie sich diese Einteilungen zueinander verhalten, damit beschäftigt sich die Komplexitätstheorie der Informatik.
Ein Problem ist ein Quadrupel
Gesellschaftliche Probleme sind Abweichungen von erwünschten Zuständen der Gesellschaft. Dabei gibt es unterschiedliche Vorstellungen darüber, was gesellschaftlich erwünscht ist. Auch ist bereits die Frage, ob ein gesellschaftliches Problem vorliegt und wie dies korrekt zu beschreiben wäre, häufig umstritten. Die Problemwahrnehmung variiert je nach Perspektive. Beispielsweise mag ein Problem sich für die Wirtschaft als Allokationsproblem darstellen, während es für das Recht um die Zuweisung rechtlicher Ansprüche geht, und die Politik gar kein Problem sieht. Erst recht umstritten sind oft die Vorschläge zur Problemlösung. Nicht selten erzeugen Problemlösungen neue Probleme, wie zum Beispiel bei Hartz IV. Die prinzipielle Möglichkeit verschiedene Ursachen für ein gesellschaftliches Problem verantwortlich zu machen erschweren die Problemlösung weiterhin.
Probleme sind Probleme, weil sie aufrecht erhalten werden. - Steve de Shazer, zit. ebd. S. 24)
Es gibt keine Lösung, weil es kein Problem gibt. - Marcel Duchamp
Problém | Problem | Problem | Problemo | Problema | Problème | Probléma | Problemo | Problema | Probleem | Проблема | Problem