pro juventute (lat. Für die Jugend) ist eine seit 1912 existierende, in der Schweiz ansässige Stiftung. Sie ist privat und unabhängig. Seit dem Gründungsjahr finanziert sich die Stiftung mit dem Verkauf von Wohltätigkeitsmarken, aber auch durch Spenden, Legate und Beiträge der öffentlichen Hand. Die Wohltätigkeitsmarken erscheinen einmal jährlich in Serien zu vier Stück.
Da die erste Briefmarkenausgabe der Pro Juventute sehr erfolgreich war, entschloss man sich bereits im folgenden Jahr 1913 eine frankaturgültige Pro-Juventute-Marke auszugeben. Diese Wohltätigkeitsmarke mit dem Bildnis der Helvetia hatte einen Frankaturwert von 5 Rappen zu sowie einen Aufschlag von weiteren 5 Rappen, die der Pro Juventute zuflossen. Insgesamt wurden 3.310.000 Stück verkauft. In den nächsten Jahren wurden bald ganze Pro-Juventute-Sätze mit mehreren verschiedenen Pro-Juventute-Marken ausgeben. Während des Ersten Weltkrieges widmete sich Pro Juventute mit ihren Erlösen aus den Briefmarkenverkäufen vor allem der Bekämpfung von kriegsbedingten Nöten.
Nach Ende des Ersten Weltkrieges, ab dem Jahre 1919, bietet die Stiftung Ferien für Kinder an und Kuraufenthalte in Sanatorien, wie beispielsweise im Kindersanatorium Davos. Auf Anregung von Bundesrat Giuseppe Motta gründet Pro Juventute 1926 das „Hilfswerk Kinder der Landstrasse“, welches, am heutigen Strafrecht gemessen, einen Völkermord an den Jenischen betrieb.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges übernimmt die Stiftung die Mittelbeschaffung für das Kinderdorf Pestalozzi im Jahre 1945. Im 50. Bestehungsjahr, 1962, wird das Familienferiendorf „Bosco della Bella“ in Betrieb genommen. Nach Vorwürfen der Zeitschrift „Der Schweizerische Beobachter“ und der Einsetzung einer Fachkommission leitet die Stiftung 1972 die Auflösung des "Hilfswerkes Kinder der Landstrasse" ein.
Die Pro-Juventute-Marken sind, vor allem bei Schweizer Philatelisten, ein beliebtes Sammelgebiet. Sie werden meist als gewöhnliche Freimarken, seltener separat, gesammelt. Vor allem einige ältere Ausgaben erzielen auf Grund ihrer Seltenheit höhere Preise. Die Pro-Juventute-Marken wurden meist mehrere Jahre lang hindurch zu einem bestimmten Thema ausgegeben, so dass zusammen große Sätze, wie die Schweizer Kantonswappen, bilden.
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