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Die größte Stadt der Türkei, Istanbul, erstreckt sich über etwa 50 Kilometer in west-östlicher wie in nord-südlicher Richtung und wird durch den Bosporus in eine europäische und eine asiatische Seite geteilt. Das alte, im Süden der europäischen Seite gelegene Stadtzentrum wird zusätzlich durch das Goldene Horn von den nördlicher gelegenen Stadtteilen getrennt.

In der Auflistung sind alle Stadtteile von Istanbul, aber nicht alle Viertel vollständig genannt.

Zur Aussprache siehe Türkische Sprache

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Europäische Seite


Altstadt

Die Altstadt (Byzanz, Konstantinopel) befindet sich im Süden des heutigen Istanbul auf einer Halbinsel zwischen Marmarameer und Goldenem Horn (Haliç), die den Übergang vom offenen Meer zum Bosporus (Boğaziçi) markiert. Sie wird von der Theodosianischen Landmauer im Westen begrenzt.

Eminönü

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In Eminönü – an der Spitze der Halbinsel gelegen – liegt das historische Zentrum der Stadt mit der Hagia Sophia (Ayasofya Camii Müzesi), den Resten des byzantinische Kaiserpalastes (Mosaikenmuseum, Mozaik Müzesi), der antiken Zisterne (Yerebatan Sarnıcı), dem Hippodrom (At Meydanı), dem Sultanspalast (Topkapı Sarayı) und bedeutenden Moscheen (der „Blauen Moschee“ Sultan Ahmed, der Süleymaniye-Moschee, der Rüstem-Paşa-Moschee und der Beyazıt-Moschee, der ältesten der Stadt).

Dort befinden sich auch das wichtigste Basarviertel Istanbuls mit dem Ägyptischen Basar (Mısır Çarşısı) und dem großen gedeckten Basar (Kapalı Çarşı) mit rund 4000 Geschäften, die Hauptgebäude der Universität, der Bahnhof Sirkeci Garı für Züge aus dem Westen, einst Endstation des Orient-Express, und gegenüber die größten Landungsbrücken für den Fährverkehr. Die Galata-Brücke führt dort auch über das Goldene Horn in den Norden der europäischen Seite.

  • Viertel von Eminönü sind (von Norden nach Süden und Osten nach Westen) Eminönü, Cağaloğlu, Sultanahmet, Beyazıt, Kumkapı, Küçükpazar, Şehzadebaşı und Laleli.

Fatih

Fatih liegt zwischen Eminönü im Osten und der Stadtmauer im Westen. Getrennt werden die Stadtteile heute vom Atatürk Bulvarı, einer Schnellstraße, die über die Atatürk-Brücke eine zweite Verbindung zum Norden der Stadt herstellt. Der Atatürk Bulvarı wird überspannt vom im 4. Jahrhundert erbauten Valens-Aquädukt (Bozdoğan Kemeri), der so Fatih und Eminönü verbindet.

  • Viertel von Fatih sind (von Norden nach Süden und Osten nach Westen) Fener, Aksaray, Cerrahpaşa, Topkapı, Şehremini, Koca Mustafa Paşa und Yedikule.

Karagümrük

Karagümrük befindet sich im Norden der Innenstadt und liegt noch innerhalb der Stadtmauer, die aus der byzantinischen Zeit stammt. Eine bekannte Sehenswürdigkeit ist das Kariye Museum, außerdem befindet sich in diesem Stadtteil der Sitz des Staatsensemble für klassische türkische Musik in der Tekke der Dscherrahi-Tariqa.

Der Westen

Außerhalb der Theodosianischen Landmauer schließen sich im Westen weitere Stadtteile an:

Zeytinburnu

Zeytinburnu liegt an der Küste des Marmarameers direkt an der Landmauer.

Bakırköy

Bakırköy ist der westlichste Stadtteil Istanbuls. In Bakırköy befinden sich der internationale Atatürk-Flughafen (Atatürk Hava Limanı) und Hafenanlagen.

  • Viertel von Bakırköy sind (von Norden nach Süden und Osten nach Westen) Esenler, Güngören, Bakırköy, Mahmutbey, Haznedar, Bağcılar, Kocasinan und Bahçelievler.

Eyüp

Eyüp liegt nordwestlich der Stadtmauer am Ende des Goldenen Horns. Benannt ist der Stadtteil nach Abu Eyüp al Ansari, einem Bannerträger Mohammeds. Seine Überreste befinden sich in der Eyüp-Sultan-Moschee und werden von zahlreichen Pilgern besucht. Der älteste osmanische Stadtteil ist bis heute stark islamisch geprägt.

Von Eyüp führt eine Autobahnbrücke (Haliç Köprüsü) über das Goldene Horn in den Norden der Stadt.

Gaziosmanpaşa

An Eyüp schließt das wesentlich größere Gaziosmanpaşa an. Es entstand seit etwa 1970 als illegale Wohnsiedlung (Gecekondu) und ist erst seit Ende der 1980er Jahre weitgehend mit Wasser und Strom versorgt.

  • Viertel von Gaziomanpaşa sind (von Norden nach Süden) Alibeyköy, Bayrampaşa und Merkez.

Bayrampaşa

Bayrampaşa gilt als sehr konservatives und fundamentalistisches Viertel, in welchen europaeisch gekleidete Personen großes Aufsehen erregen können. Das wichtigste Bauwerk ist der zentrale Busbahnhof (Otogar) von Istanbul. Ein riesiges Molochbauwerk aus Beton. Hier kann man stündlich in Autobusse einsteigen, die von hier aus in alle wichtigen Orte der Türkei fahren.

Der Norden

Nördlich des Goldenen Horns befinden sich das „europäische“ Viertel Beyoğlu (früher Galata oder auch Pera) und eine Kette von ehemalige Dörfern entlang des Bosporus, die fast bis zum Schwarzen Meer reicht. Am Bosporusufer entstanden zahlreiche luxuriöse Villen in Holzbauweise, Yalı genannt, die als Sommerresidenzen für Wohlhabende oder Ausflugslokale dienten. Die Yalıs sind nur noch vereinzelt erhalten, aber es gibt weiterhin eine große Zahl von Restaurants am Bosporusufer, die vor allem Fisch servieren. Ein Großteil der noch existierenden Yalıs wurde durch eine Hauptverkehrsstraße, die das Marmarameer mit dem Schwarzen Meer verbindet, vom Bosporus getrennt. Das ursprünglich bewaldete, hügelige Hinterland wurde, besonders seit den 1960er Jahren, weitgehend besiedelt, vor allem von Landflüchtlingen, für die Gebäude ohne Baugenehmigung, Gecekondus (über-Nacht-bebauten)genannt, errichtet wurden, aber es entstanden auch einige der teuersten Neubauviertel Istanbuls.

Beyoğlu

Beyoğlu wurde im 13. Jahrhundert als genuesische Handelskolonie gegründet. Bekannt wurde es unter seinem griechischen Namen Pera (,Gegenüber‘). Im 14. Jahrhundert wurde der Stadtteil umfriedet. Als letzte Spur des Festungswalls ist der Galata-Turm erhalten.

Beyoğlu ist das Zentrum des westlich geprägten Istanbul, was sich auch in den zahlreichen Gebäuden aus der Wende zum 20. Jahrhundert zeigt, die im Jugendstil oder dem des Historismus errichtet wurden, nachdem 1870 die meisten der bis dahin üblichen Holzhäuser durch einen Großbrand vernichtet worden waren. Vom höchsten Punkt, dem Taksim-Platz (Taksim Meydanı) im Viertel Taksim, führt ein moderner Einkaufsboulevard mit Kaufhäusern und internationalen Geschäften, die İstiklâl Caddesi, zum Tünel-Platz hinunter. Sie ist seit Anfang der 1990er Jahre für den Straßenverkehr gesperrt, wird aber seitdem wieder von einer historischen Straßenbahn befahren. In den Straßen um die İstiklâl Caddesi herum gibt es zahllose Fachgeschäfte, Restaurants, Imbisse, Christliche Kirchen und einen Basar. Im traditionsreichen Pera Palace Hotel stiegen Berühmtheiten wie Agatha Christie, Greta Garbo, Mata Hari, Sarah Bernhardt und Mustafa Kemal ab. Das Viertel ist – neben Ortaköy – auch Zentrum des Nachtlebens mit Kneipen, Bars, Clubs und Diskotheken.

Vom Tünel-Platz führt eine der ältesten U-Bahnen der Welt hinunter zur Galata-Brücke, die in die Altstadt führt. Die Tünel genannte Standseilbahn wurde 1875 eröffnet und überwindet mit zwei durch ein Stahlseil verbundenen Wagen einen Höhenunterschied von 62 m. Anfangs wurden die Bahn mit einer Dampfmaschine, deren Schornstein man noch gegenüber der "Bergstation" sieht, betrieben, heute – einem Sessellift vergleichbar – elektrisch über das Rad in der Bergstation, das von dem Stahlseil umwunden wird. Die Fahrt zwischen den beiden etwa 500 m auseinanderliegenden Stationen dauert nur gut eine Minute.

In Viertel westlich des Tünel, Galata, das bis in den alten Hafen am Goldenen Horn reicht, befinden sich in enger Folge meist Großhandels-Geschäfte für neue Werkzeuge, Eisenwaren, Elektro- und Haushaltsgeräte, Baumaterial, Fischerei- und Anglerbedarf.

Nordwestlich der İstiklâl Caddesi, jenseits der verkehrsreichen Parallelstraße Tarlabaşı Bulvarı, befinden sich einige der ärmsten Viertel Istanbuls, Dolabdere, Kasımpaşa und Halıcıoğlu. In Kasımpaşa verbrachte der heutige Ministerpräsident der Türkei, Recep Tayyip Erdoğan, seine Jugend.

  • Viertel von Beyoğlu sind (von Süden nach Norden und Osten nach Westen) Karaköy (benannt nach den Karaim),Taksim, Galata, Kasımpaşa und Halıcıoğlu.

Şişli

Die Cumhuriyet Caddesi, ein Prachtboulevard, prägt das Viertel Şişli, das erst in den Anfängen des 20. Jahrhunderts erschlossen wurde. Die Viertel Nişantaşı und Teşvikiye gehören zu den nobelsten Einkaufsgegenden für Bekleidung der Stadt.

Kağıthane
Kagithane ist legendärer Ort in Istanbul, unter anderem wegen seiner Rolle in der Tulpenära (Lale Devri), die zwar nur kurz gedauert hat, aber wegen ihrer Friedfertigkeit in der sonst kriegerischen Geschichte des Osmanischen Reichs eine besondere Bedeutung geniesst.

Kagithane ist mit ca. 350.000 Einwohnern (2000) eine Großstadt. Der Ort ist vermutlich älter als Istanbul, die Stadt, die als Byzantion gegründet worden ist. Im 17. Jahrhundert war er bevorzugter Ausflugsort und Jagdrevier des Sultans, vermutlich weil man ihn bequem mit Boot über das Goldene Horn hat erreichen können. Der gleichnamige Bach war eine Paradestrecke für die ortstypischen Boote (kayik). Während der Ära Lale Devri, die von 1718 bis 1730 andauerte, war Kagithane der "in" Ort von Istanbul. Während dieser Zeit wurden ca. 100 schöne Gebäude (Kösk) errichtet, von denen sich der Name "Kiosk" ableitet. Das einst so kriegerische Imperium gönne sich eine Atempause und widmete sein Augenmerk auf Tulpenzucht.

Diese Ära, die auch durch Luxus und Prunksucht geprägt war, endete jäh durch einen Aufstand, der den Namen seine Urhebers trägt: Patrona Halil. Bei diesem Aufstand wurde nicht nur der Sultan Ahmet III. ermordet, sondern auch die Prunkvillen in Kagithane weitgehend vernichtet. Die im wahrsten Sinne des Wortes "Gold werten" Tulpenzuchten wanderten kurz danach nach Holland aus. Der wahre Niedergang des Ortes, der schon in der Byzantinischen Epoche eine beliebte Ausflugsgegend gewesen ist, wurde im 20. Jahrhundert durch Industrialisierung besiegelt. Der schöne Bach, auf dem man für Jahrhunderte in schicken Booten flanierte, verkam zur Industriekloake.

Die neue Verwaltung des Stadtbezirks, der seit 1987 autonom ist, versucht, Teile des einstigen Ruhms wiederzubeleben.

Beşiktaş

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Im 19. Jahrhundert wurde auf dem Gelände der verlandeten Dolmabahçe-Bucht der Dolmabahçe Sarayı erbaut, er war bis 1923 der Palast des Sultans. Weitere Sehenswürdigkeiten sind unter anderem die Dolmabahçe-Moschee, die St. Fokas-Kirche, die Etz-Ahayim-Synagoge und die Ortaköy-Moschee. In Beşiktaş befinden sich der Fisch- und Gemüsemarkt (Balık Çarşısı), das Inönü-Stadion, die Technische Universität Istanbul, internationale Hotels und die Landungsbrücken Beşiktaş und Ortaköy für den Fährverkehr. Beşiktaş ist Städtepartner von Erlangen.

Ortaköy ('mittleres Dorf'), nördlich des Yıldız-Parks direkt an der Bosporus-Brücke, gehört zu den auch bei Touristen beliebtesten Kneipen- und Restaurantvierteln Istanbuls. Noch in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts lebten dort fast nur armenische Familien. Es gab dort zahlreiche armenische Kirchen und viele armenische Schulen. Die Armenier wurden Zug um Zug mit bürokratischen Schikanen zur Ausreise veranlasst.

Das Viertel Etiler gehört zu den teuersten Wohn- und Bürovierteln der Stadt. Hier befindet sich auch Akmerkez, eine der größten Shopping-Malls Istanbuls. Das benachbarte Levent im Nordwesten von Beşiktaş hat sich seit den 1990er Jahren zu einem Zentrum für Konzern- und Bankzentralen entwickelt. Das Stadtbild wird von Hochhäusern bestimmt.

Der berühmte Fußball-Traditionsklub Kara Kartallar (Die Schwarzen Adler) Beşiktaş Istanbul kommt aus diesem Stadtteil. Der offizielle Name dieses Klubs ist der Gymnastikklub Beşiktaş (Beşiktaş Jimnastik Kulübü) und wird abgekürzt mit BJK. Unter Trainer Christoph Daum wurde BJK türkischer Meister.

  • Viertel von Beşiktaş sind (von Süden nach Norden) Beşiktaş, Ortaköy, Arnavutköy, Bebek, Etiler und Levent.

Sarıyer
Sarıyer ist ein bekannter Istanbuler Ausflugsort. Am kleinen Hafen gibt es einige Fischrestaurants in welcher frischer Hamsi (Kleine Fische aus dem Schwarzmeer) und andere Spezialitaeten bestellt werden können.

  • Viertel von Sarıyer sind (von Süden nach Norden) Rumeli Hisarı, Emirgân, Baltalimanı, İstinye, Yeniköy, Tarabya, Kireçburnu, Büyükdere und Sarıyer.

Asiatische Seite


Der Norden

Üsküdar

blick-auf-uskudar-camlica2000.jpg auf den Camlica-Hügel in Üsküdar]]

Üsküdar, in der Antike Chrysopolis genannt, zu byzantinischer Zeit Scutari, „Dorf der Blinden“, ist eine weitläufige Wohnstadt. Das Stadtbild mit alten Bauten ist gut erhalten. Darunter alte Moschen, Medresen, islamische Bauten von Scheichs und Tarikats, welche noch benutzt werden. Von einem Hügel des Stadtteils, dem Çamlıca-Hügel (türk.:Çamlıca Tepesi), der weithin an den darauf stehenden Antennenanlagen zu erkennen ist, hat man die schönste Aussicht über die ganze Stadt. Das Wahrzeichen Üsküdars ist der im Bosporus gelegene Leanderturm (türk.: Kız Kulesi), ein ehemaliger Leuchtturm, in dem sich heute ein Restaurant und eine Café befindet.

Im Viertel Selimiye befindet sich der Bahnhof Haydarpaşa Garı, an dem alle Züge aus östlicher Richtung enden. Dieser mit deutscher Hilfe erbaute Bahnhof war Ausgangspunkt der Bagdadbahn. Hier hatte Florence Nightingale während des Krimkrieges ihren Ruf als "Lady mit der Lampe" errungen.

Im Viertel Harem, der Selimiye angrenzt, befindet sich der zweite Busbahnhof Istanbuls. Von diesem Busbahnhof aus fahren zum größten Teil moderne Busse fast in alle sich im anatolischen Teil der Türkei befindende Städte ab.

  • Viertel von Üsküdar sind (von Süden nach Norden) Selimiye, Harem, Kuzguncuk, Beylerbeyi, Çengelköy, Vaniköy und Kandilli.

Ümraniye

Konservativer Stadtteil im asiatischen Teil von Istanbul, in dem es einen sehr hohen Anteil von stark glauebig ausgerichteten Moslems gibt. Ümraniye war bis etwa 1950 ein kleines Dorf umgeben von Buschland. Der Ort bildete die letzte Ausfahrt aus Istanbul in Richtung Sile, einem Ferienort am Schwarzen Meer. Ümraniye wuchs stürmisch und unkontrolliert zu einer Großstadt heran. Obwohl recht gut verbunden mit Istanbul, weist der Ort den Charme einer Provinzstadt auf.

Beykoz
Beykoz (alter thrakischer Name Amikos) ist eine der letzten grünen Lungen von Istanbul. In keinem anderen Stadtteil von Istanbul gibt es soviele Waldteile und Villen. Einige der Sehenswürdigkeiten in Beykoz sind der ägyptische Turm (Hidiv Karsi) von Abbas II., der osmanische Sommerpalast Küçük Su Karsi, die alte Burganlage in Anadolu Hısarı und der Vehbi Koç Naturpark.

Außerhalb Beykoz an der Straße nach Riva befindet sich eines der Kuriosa Istanbuls, Polonezköy (Adampol), das Polendorf. Gegründet wurde es nach dem Krimkrieg von polnischen, tschechischen und böhmischen Soldaten, die beschlossen, nicht in die Heimat zurückzukehren. Sie bauten ihr Dorf nach heimischer Art mit Fachwerkhäusern und umzäunten Gärten, in die sie vertraute Obstbäume und -sträucher pflanzten. Die Einwohner pflegen bis heute ihre Sprache und beliefern die in Istanbul lebenden Nichtmuslime mit Schweinefleisch, das sonst kaum erhältlich ist. Polonezköy ist ein beliebtes Ausflugsziel geworden, mit dem Zustrom der Besucher geht die einstige Idylle langsam verloren. Heute wohnt auch eine geringe Anzahl Bosporus-Deutscher dort.

Der Weg von Istanbul nach dem Norden ist umsäumt von einer Reihe Yalis, die aufwändig restauriert worden sind. In Anadolu Hisari befindet sich die erste osmanische Festung, die der Eroberung von Byzanz dienen sollte. Sie wurde im Jahre 1395 vom Sultan Beyazid I. erbaut. Die Festung ist gut erhalten.

Der Süden

Kadıköy

Kadıköy wurde um 675 v. Chr. als megarische Kolonie Kalchedon, später Chalkedon, unter den Römern Chacedon, im damaligen Bithynien gegründet. Die Hafenstadt lag südlich von Skutari. In ihrer frühen Zeit teilte sie das Schicksal des gegenüber liegenden Byzanz, wurde durch den Satrapen Otanes erobert, lange hin- und hergerissen zwischen den Interessen Spartas und Athens, und schließlich 133 v. Chr. durch Attalos III. von Pergamon den Römern übergeben. 73 v. Chr. wurde sie durch Mithridates teilweise zerstört, später aber zurückerobert. 451 fand in der Stadt das Konzil von Chalcedon statt. Chalcedon wurde wiederholt von Angriffen der Barbarenvölker überzogen, nachdem diese Byzanz angegriffen hatten und war von 616 bis 626 Versorgungsplatz der Perser unter Chosroes. Nach der Eroberungen durch die Osmanen 1350 dienten seine Gebäude als Steinbruch für den Bau Istanbuls. Zu dieser Zeit waren bereits beide Häfen versandet. Chalcedon ist Namensgeber des Minerals Chalcedon.

Heute ist Kadıköy ein weltoffener Stadtteil mit zahlreichen Kinos, Restaurants, Cafés und Bars sowie vielen Einkaufsmöglichkeiten in der Altstadt, in der Fußgängerzone und an der Bağdat Caddesi (Bagdad-Chaussee). Seine Altstadt ist auch geprägt vom Zusammenleben von Christen und Muslimen. Es gibt griechisch-orthodoxe, armenische und römisch-katholische Kirchen. Nach wie vor leben hier zahlreiche Armenier. Im Zeitschriftenhandel findet man die türkisch-armenische Wochenzeitung Agora.

Zwischen Kadıköy und Eminönü gibt es tagsüber einen regen Fährverkehr.

Göztepe

Bostancı

Maltepe

Kartal
Arbeiterviertel. Industrieller Stadtteil mit Hafen. Bekannt durch den gleichnamigen Fußball-Klub.

Sitz von Siemens, früher Simko (Siemens-Koç)

http://www.siemens.com/index.jsp?sdc_p=oul7c186snff&sdc_sid=10129090575

Pendik

Pendik ist nach dem mutmaßlichen Alterssitz des byzantinischen Generals Belisar, dem Panteichion benannt, von dem noch Ruinen erhalten sind.

Östlich von Pendik, etwa vier Kilometer vom Bahnhof, liegt der 2001 eröffnete, zweite internationale Flughafen Istanbuls, der Sabiha Gökçen Uluslararası Havaalanı (SAW]), benannt nach der ersten Kampfpilotin der Welt, Sabiha Gökçen. Der Flughafen gehört zu den ersten Projekten des „Industrieparks der fortgeschrittenen Technologie“, der in Pendik entstanden ist.

Adalar (Prinzeninseln, Demonesi)

Die Prinzeninseln sind eine Inselgruppe im Marmarameer vor den Stadtteilen Kartal und Pendik. Mit ihren Kiefern- und Pinienwäldern, hölzernen, vom Jugendstil geprägten Sommervillen aus der Wende zum 20. Jahrhunderts, Pferdekutschen (Motorfahrzeuge sind nicht erlaubt) und Fischrestaurants sind sie ein beliebtes Ausflugsziel. Sie sind mit Fährschiffen und Schnellfähren (Deniz otobüsü) von Eminönu und Kartal aus zu erreichen. Von den neun Inseln sind vier besiedelt.

Seit der byzantinischen Zeit leben bis heute hier christlich orthodoxe Mönchsgemeinschaften in zahlreichen Klöstern und Verbannte, unter denen sich auch Prinzen befunden haben sollen. So z.B. befindet sich die legendäre Mönchsschule, die von der türkischen Regierung in der Zeit des Zypern Konfliktes zwischen Griechenland und der Türkei 1971 per Erlass geschlossen wurde, da ein Gesetz verabschiedet wurde welches Privat-Universitaten verbot. Auf der größten Insel, Büyükada, befindet sich das im 10. Jahrhundert gegründete Georgskloster und der Großteil der heute unter Denkmalschutz stehenden Sommervillen. Ehemals waren sie ganz den Griechen überlassen, so daß kein Türke dort wohnen durfte. Kaiserin Irene, die Witwe Leos IV., lebte nach ihrem Sturz hier als Verbannte, später auch Trotzki.

  • Die Hauptinseln der Prinzeninseln heißen (von Norden nach Süden) Kınalıada, Burgazadası, Heybeliada und Büyükada.

Tabelle


In der Tabelle sind die 27 Stadtbezirke von Istanbul alphabetisch mit Fläche, Einwohnerzahl und Bevölkerungsdichte aufgeführt. Die Einwohnerzahlen beziehen sich auf die Volkszählung vom 22. Oktober 2000. Von den 27 Bezirken befinden sich neun - Adalar, Beykoz, Kadıköy, Kartal, Maltepe, Pendik, Tuzla, Ümraniye und Üsküdar - im asiatischen Teil der Stadt, die restlichen 18 auf der europäischen Seite. Von den 8.803.468 Einwohnern lebten bei der Volkszählung 5.828.816 im europäischen Teil von Istanbul und 2.974.652 auf der asiatischen Seite.

Stadtbezirke von Istanbul
Bezirk Fläche in km² Einwohner 2000 Dichte je km²
Adalar 9,76 17.760 1.820
Avcılar 38,65 233.749 6.048
Bağcılar 21,12 556.519 26.350
Bahçelievler 16,22 478.623 29.508
Bakırköy 28,98 208.398 7.191
Bayrampaşa 7,75 246.006 31.743
Beşiktaş 18,17 190.813 10.502
Beykoz 234,17 172.291 736
Beyoğlu 8,29 231.900 27.973
Eminönü 4,91 55.635 11.331
Esenler 34,94 380.709 10.896
Eyüp 189,64 235.116 1.240
Fatih 10,80 403.508 37.362
Gaziosmanpaşa 106,37 658.756 6.193
Güngören 7,51 272.950 36.345
Kadıköy 35,87 663.299 18.492
Kağıthane 15,20 345.239 22.713
Kartal 68,34 337.390 4.937
Küçükçekmece 106,88 593.520 5.553
Maltepe 61,07 355.384 5.819
Pendik 150,06 384.668 2.563
Sarıyer 119,53 219.032 1.832
Şişli 29,82 270.674 9.077
Tuzla 55,04 107.883 1.960
Ümraniye 110,23 440.859 3.999
Üsküdar 38,57 495.118 12.837
Zeytinburnu 10,88 247.669 22.764
Gesamt 1.538,77 8.803.468 5.721

Weblinks


Istanbul

 

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