| ICD-10-Code Priapismus
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| | N48.3 | Priapismus - Schmerzhafte Dauererektion
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Als
Priapismus (
latinisierte Form des
griechischen πριαπισμός,
priapismós - die Erektion) wird eine schmerzhafte
Dauererektion des
Penis bezeichnet, die länger als zwei Stunden anhält und unbehandelt zu
erektiler Dysfunktion führt. Eine möglichst sofortige Behandlung ist daher zur Vermeidung von Dauerschäden unbedingt erforderlich.
Die weibliche Entsprechung wird Klitorismus genannt (allerdings heißt auch die bloße Hypertrophie der Klitoris so).
Der Name ist vom griechischen Gott Priapos hergeleitet, dem Sohn der Aphrodite und des Dionysos, der als Fruchtbarkeitsgott bildlich mit übergroßem, erigierten Penis dargestellt wurde.
Beim Priapismus sind beide Schwellkörper steif, die Eichel und das corpus spongiosum jedoch schlaff. Diese Erektion ist nicht nur schmerzhaft, sondern auch mit keinerlei Lustgefühl verbunden. Wenn der Priapismus nicht behandelt wird, klingt die Erektion erst nach zwei bis drei Wochen spontan ab – in aller Regel sind die Schwellkörper des Penis dann jedoch fibrös umgewandelt, und die Erektionsfähigkeit des Penis ist verloren gegangen.
Formen
Es werden zwei Formen des Priapismus unterschieden:
- Beim Low-Flow-Typ, der für etwa 90 % der Fälle von Priapismus verantwortlich ist, führt der verminderte Abfluss des venösen Blutes aus den Schwellkörpern (lat.: corpora cavernosa) des Penis zur verlängerten Versteifung.
- Beim High-Flow-Typ, der in den restlichen 10 % zugrunde liegt, ist die vermehrte Zufuhr von arteriellem Blut für die "Dauererektion" verantwortlich.
Ursachen
Eine Ursache lässt sich in mehr als der Hälfte der Fälle nicht angeben, in denen man deshalb von einem
idiopathischen oder primären Priapismus spricht.
Mögliche Ursachen der sekundären Form sind:
- Bluterkrankungen wie lymphatische Leukämie, Sichelzellenanämie, Plasmozytom, Thalassämie und Polyzythämie, paroxysmale nokturne Hämoglobinurie
- Psychopharmaka und andere Medikamente vor allem bei Überdosierung, insbesonders aber auch Medikamente, die zur Behandlung der erektilen Dysfunktion mittels Injektion in den Schwellkörper verwendet werden.
- Alkohol- und Drogenmissbrauch
- Gerinnungsstörungen, zum Beispiel als Komplikation bei der Gabe von Heparin vor allem bei einer Dialyse
- bösartige Tumoren
- Thrombosen
- Schädigungen des Nervensystems bei Verletzungen (auch des Rückenmarks), Multipler Sklerose und Diabetes mellitus sowie Tabes dorsalis
- Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, Amyloidose, Gicht, Nephrotisches Syndrom
- kurzzeitiger Priapismus (2–24 Stunden) durch die Einnahme von PDE-5-Hemmern wie Sildenafil, Tadalafil oder Vardenafil, die den Abbau von Guanosin-Monophosphat (GMP) hemmen, welches wiederum für die Entspannung der Gefäßmuskulatur sorgt
Therapie
Es handelt sich beim Priapismus um einen
Notfall, der entsprechend rasch nach einem Stufenplan behandelt werden muss. Zunächst muss versucht werden, möglichst viel Blut aus den Schwellkörpern abzuziehen. Führt das zu keinem Erfolg, werden
alpha-adrenerge Substanzen wie zum Beispiel
Etilefrin unter fortlaufender
Blutdruckkontrolle in die Schwellkörper
injiziert. Schließlich kommen auch operative Methoden in Betracht. Eine entsprechende
Schmerztherapie muss immer durchgeführt werden.
Bei fachgerechter Therapie innerhalb von höchstens zwölf Stunden kann in bis zu 90% der Fälle eine dauerhafte Erektionsstörung verhindert werden.
Trivia
Der berühmte Geiger Niccolò Paganini litt an einer Dauererektion, die schon vom bloßen Anblick einer Frau ausgelöst wurde. Paganini begab sich daraufhin in Behandlung des Arztes Samuel Hahnemann, musste diese Behandlung jedoch abbrechen, da er sich in die Frau Hahnemanns verliebte (Quelle *).
Weblinks
- www.urologielehrbuch.de Kapitel über Priapismus aus dem Online Urologie-Lehrbuch von Dirk Manski für Ärzte und medizinisches Fachpersonal.
Urologie
Körper und Sexualität
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