Preußische Staatseisenbahnen bezeichnet diejenigen Eisenbahnunternehmen, die sich im Eigentum oder unter der Verwaltung des Staates Preußen befanden. Es gab dabei keine eigenständige Eisenbahnverwaltung, vielmehr waren die einzelnen Eisenbahnunternehmen für sich jeweils der Aufsicht durch das Ministerium für Handel und Gewerbe, später dem davon abgetrennten Ministerium für öffentliche Arbeiten unterstellt. Ansonsten agierten die einzelnen Bahnen als selbständige Betriebe, die auch eigene Fahrzeuge entwickelten und die Betriebsorganisation selbst bestimmten.
Die ersten preußischen Eisenbahnen beginnend mit der Berlin-Potsdamer Eisenbahn 1838 (deshalb auch „Stammbahn“ genannt ), waren private Unternehmungen. Der Staat Preußen finanzierte selbst erst um 1848 (Preußische Ostbahn, Königlich-Westfälische Eisenbahn) und dann noch einmal um 1875 (Preußische Nordbahn und die Preußische Militäreisenbahn) unmittelbar und in bedeutendem Umfang Eisenbahn-Neubauten.
Verschiedene private kommerziell orientierte Bahnen wurden je nach Lage durch finanzielle Unterstützung, durch Aufkauf oder durch Annexion nach dem Preußisch-Österreichischen Krieg 1866 der preußischen Aufsicht unterworfen. In großem Umfang erfolgte ab 1880 wegen der günstigen finanziellen Lage Preußens bis 1885 die Verstaatlichung der meisten Privatbahnen.
Die Geschichte der Preußische Staatsbahnen endete 1920 mit der Verstaatlichung und Übernahme der Länderbahnen in die Reichseisenbahn, die spätere Deutsche Reichsbahn.
Vielfach wird die frühere Existenz einer sogenannten „Königlich Preußischen Eisenbahn-Verwaltung“ angenommen, die es organisatorisch unter einem solchen Namen jedoch nie gegeben hat. Unbenommen ist dabei, daß paradoxerweise verschiedene Fahrzeuge preußischer Bahnen Embleme mit dem Kürzel „K.P.E.V.“ trugen.
Dieses Gesetz führte jedoch nicht dazu, dass Privatbahnen im erwünschten Umfang gebaut wurden, vor allem für die dünn besiedelten Bereiche im Osten Preußens fanden sich keine privaten Bahngesellschaften. Ein erneuter Versuch 1847, die Provinzialversammlungen zur Zustimmung für die Kapitalaufnahme für den Bau der Preußischen Ostbahn zu bewegen scheiterte, wobei der Landtag jedoch gründsätzlich den Bahnbau auf Staatskosten befürwortete.
V. d. Heydt benutzte den § 48 prEG, um Privatbahnen aufzukaufen, die in finanzielle Schwierkigkeiten geraten waren, dies nicht nur auf dem Territorium von Preußen sondern auch in angrenzenden deutschen Ländern. Nach dem Deutschen Krieg 1866 kamen die Staatsbahnen der nunmehr zu Preußen gehörigen Länder ebenfalls in preußischen Besitz. Damit erreichten die vom preußischen Staat verwalteten Bahnen bis zum Ende des Ersten Weltkrieges einen Strecken-Bestand von fast 37.500 Kilometer. Die Verwaltungen der einzelnen Bahnen wurden zu selbständigen Direktionen umgebildet, die als „Königliche Eisenbahndirektionen“, kurz „KED“ und später als „Eisenbahndirektionen“ („ED“) bezeichnet wurden. Die Verwaltungsreform von 1895 und deren Direktionsaufteilung wurde im Wesentlichen auch von der nachfolgenden Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft, der Deutschen Bundesbahn und der DDR-Reichsbahn übernommen.
Ende der 1850er Jahre setzten sich in Preußen demgegenüber liberale Ansichten durch, die unter anderem auch den Rückzug des Staates aus dem Eisenbahnwesen und das freie Unternehmertum für den Bahnbau forderten. Nach der Entlassung v.d. Heydts 1869 wurde Graf von Itzenplitz dessen Nachfolger. Dieser war ein Anhänger des Privatbahngedankens und förderte in seiner Stellung zahlreiche Neugründungen. Die Bemühungen um eine Staatsbahn in Preußen wurden zu diesem Zeitpunkt nicht weiter verfolgt, um nach dem von Bismarck beigelegten Verfassungskonflikt um die Militärreform keinen neuen Streitpunkt entstehen zu lassen, wie es die Staatsausgaben für den Eisenbahnbau gewesen wären. Trotz dieser Hemmnisse wuchs das Eisenbahnnetz in dem weitaus größten Mitgliedsstaat des Deutschen Bundes relativ schneller als in anderen Teilen Deutschlands.
Für 1897 wird die Länge der preußischen Staatseisenbahnen einschließlich der außerhalb Preußens belegenen Strecken mit 29.011 Kilometern angegeben. Bis zum Ende des ersten Weltkrieges steigerte sich dies auf einen Umfang von fast 37.500 Kilometern.
Der damalige preußische Ministerpräsident und (ab 1871) Reichskanzler Otto von Bismarck übertrug nach dem Scheitern seiner Pläne für eine Reichsbahn per Gesetz vom 7. August 1878 alle Eisenbahnangelegenheiten Preußens dem neu geschaffenen Ministerium für öffentliche Arbeiten und ernannte den vormaligen Leiter des Reichseisenbahnamtes Albert von Maybach zum Minister.
Für einige der Eisenbahndirektionen dieser Tabelle werden in der Literatur frühere Errichtungsdaten genannt; diese betreffen dann meist die Direktionen der früheren Privatbahnen.
| KED | Errichtung | Bemerkung |
|---|---|---|
| Altona | 1. Januar 1887 | -- |
| Berlin | 1. April 1880 | -- |
| Breslau | 1. April 1895 | -- |
| Bromberg | 1. April 1880 | vorher „Kgl. Direction der Ostbahn zu Bromberg“ gegründet 05.11.1849 |
| Cassel | 1. April 1895 | -- |
| Cöln rechtsrh. | 1. April 1880 | zum 1. April 1895 aufgelöst, Übergang nach linksrh. |
| Cöln linksrh. | 1. April 1880 | am 1. April 1895 zu KED Cöln zusammengefasst |
| Danzig | 1. April 1895 | -- |
| Elberfeld | 1. April 1895 | -- |
| Erfurt | 1. Mai 1882 | -- |
| Essen | 1. April 1895 | -- |
| Frankfurt (M) | 1. April 1880 | -- |
| Halle (Saale) | 1. April 1895 | -- |
| Hannover | 1. April 1880 | -- |
| Kattowitz | 1. Januar 1883 | aufgelöst im Oktober 1921 |
| Königsberg | 1. April 1895 | -- |
| Magdeburg | 1. April 1880 | -- |
| Mainz | 1. Februar 1897 | Kgl. Preuß. und Großherzogl. Hessische ED |
| Münster | 1. April 1895 | -- |
| Posen | 1. April 1895 | -- |
| Saarbrücken | 1. April 1895 | keine Nachfolgerin der Direktion Saarbrücker Eisenbahn vom 22.05.1852 |
| Stettin | 1. April 1895 | -- |
| Königlich Preußische Militäreisenbahn | 15. Oktober 1875 | „Kgl. Direktion der Militäreisenbahn“ |
| Kgl. Eisenbahnzentralamt Berlin | 1. April 1907 | im Rang einer KED |
Ab 1878 wurde das Netz der Berliner Stadteisenbahn (die spätere S-Bahn Berlin) aufgebaut, die bis 1882 eine eigene „Königliche Direktion der Berliner Stadteisenbahn“ hatte.
Im Jahre 1890 hatten die Preußischen Staatsbahnen einen Strecken-Bestand von mehr als 23.000 Kilometer Länge. Ab 1. August 1897 wurde eine Betriebsgemeinschaft mit den Staatseisenbahnen des Großherzogtums Hessen errichtet, die als Vereinigte Preußische und Hessische Staatseisenbahnen bezeichnet wurde.
Der gegen Ende des Zweiten Weltlkrieges erreichte Strecken-Bestand von fast 37.500 Kilometer wurde jedoch überwiegend mit zahlreichen in den Besitz des Staates Preußen übergegangene Kleinbahnen sowohl auf preußischem Territorium als auch außerhalb davon, z.B. in Thüringen, erbracht.
Dampflokomotiven, die als „preußische“ Bauarten definiert waren, gab es erst weit nach den ersten Inbetriebnahmen staatlicher preußischer Bahnen. Die vom Baujahr her älteste Type ist die als Preußische T 9 bezeichnete Tenderlokomotive, die 1862 in den Dienst gestellt wurde, gefolgt von der „P1“ mit dem Indienststellungsjahr 1871. Über die Lokomotiven, die vor diesem Datum gebaut wurden insbesondere die der 1848 errichteten Preußischen Ostbahn und der Königlich Westfälischen Eisenbahn liegen keine Informationen vor. Ebenso sind Informationen über das Wagen-Material eher punktuell verstreut.
Grösstenteils wurden die im preußischen Bezeichnungssystem eingeordneten Lokomotiven nicht unter staatlicher Regie gebaut, sondern von den jeweiligen Bahngesellschaften selbständig beschafft und gingen in vielen Fällen erst bei späterem Eigentümerwechsel zusammen mit der Bahn in den preußischen Fahrzeugbestand über. Daraus erklärt sich auch die ungemein hohe Zahl von etwa 80 Typen und Varianten, die überwiegend innerhalb der Baujahre von 1877 bis etwa 1895 entstand.
Im Jahr 1880 wurden die preußischen Normalien aufgestellt, um künftig die Anzahl der Lokomotivtypen geringer zu halten. So entstanden u. a. die S 3, S 5, S6, S 10, P 1, P2, P4, P6, P7 und P 8, und die G 1, G 2, G 3 G 5, G 8, G 10 und G 12. Die Preußischen Staatseisenbahnen gingen zwar 1920 in die Deutsche Reichseisenbahn über, jedoch wurden etliche von Preußen zuvor noch georderten Lokomotiven erst später ausgeliefert und sind somit noch als „preußische“ Typen definiert.
Die Verteilung nach unterschiedlichen Typenvarianten weist ein deutliches Überwiegen der Tenderlokomotiven auf. Diese wurden mit stark differierender, teilweise auch hoher Stückzahl beschafft. Das spiegelt eine Struktur wider, die größtenteils aus unzusammenhängenden Kleinbahnen bestand, für die keine Lokomotiven mit großer Reichweite – also nicht mit zusätzlichem Schlepptender – beschafft werden mussten. Von der reinen Stückzahl her dominierten dennoch die Güterzuglokomotiven mit ca. 12.000 von insgesamt ca. 30.000 registrierten preußischen Lokomotiven.
| Gattung | Herkunft | Bauart | Anzahl | Lieferjahr(e) | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| S 1 | Normale nach M III-2 | 1'B n2 | 260 | 1885–1898 | einige wenige auch als P3 eingeordnet |
| Bauart Hannover | 1'B n2v | 14 | 1884–1887 | Konstrukteur A. v. Borries | |
| S 2 | Hannoversche Versuchslok | 2'B n2v | 2 | 1890 | Konstrukteur A. v. Borries |
| Erfurter Versuchslok | 2'B n2/n2v | 2 + 2 | 1891 | 2 Stück als Zwillings-, 2 Stück als Verbundlok gebaut | |
| Normale nach M III-2a | 2'B n2 | 148 | 1892 | Nachbau der Erfurter Versuchslok | |
| Versuchslok Cöln lrh 341 | 2'B n2 | 1 | 1892 | Versuchslok mit Lentz-Wellrohrkessel | |
| Main-Neckar-Eisenbahn | 1B1 n2 | 15 | 1892–1902 | geliefert von Cockerill, Seraing/Belgien | |
| S 3 | Normale nach M III-2b | 2'B n2v | 1027 | 1893–1904 | Meistgebaute preußische Schnellzuglok; Laufwerk von der Hannoverschen, Kessel von der Erfurter Versuchslok |
| Umbau S2 | 2'B n2v | (26) | nach 1906 | Umbau der S2 nach M III-2a auf Verbundtriebwerk | |
| S 4 | Heißdampf-Versuchsloks | 2'B h2 | 3 | 1898–1900 | |
| Normale nach M XIV-2 | 2'B h2 | 104 | 1901–1909 | erste Serien-Heißdampflok | |
| S 5.1 | Probelok Berlin 37 | 2'B n4v | 1 | 1894 | Vierzylinder-Verbundtriebwerk Bauart de Glehn |
| Bauart Hannover | 2'B n4v | 17 | 1900–1903 | Vierzylinder-Verbundtriebwerk Bauart von Borries | |
| Bauart Graffenstaden | 2'B n4v | 22 | 1902–1903 | Vierzylinder-Verbundtriebwerk Bauart de Glehn | |
| S 5.2 | Normale nach M III-2c | 2'B n2v | 367 | 1905–1911 | „verstärkte S3“, bis 1911 als S3 bezeichnet |
| S 6 | Normale nach M XIV-2a | 2'B h2 | 584 | 1906–1913 | |
| S 7 | Bauart Graffenstaden | 2'B1' n4v | 79 | 1902–1905 | Vierzylinder-Verbundtriebwerk Bauart de Glehn |
| Bauart Hannover | 2'B1' n4v | 159 | 1902–1906 | Vierzylinder-Verbundtriebwerk Bauart von Borries | |
| S 8 | Umbau S9 | 2'B1' h4v | (2) | 1913–1914 | S9 nach M III-2g mit Überhitzer ausgerüstet |
| S 9 | Bauart Wittfeld-Kuhn | 2'B2' n3v | 2 | 1904 | Schnellfahrloks Altona 561 und Altona 562 |
| Normale nach M III-2g | 2'B1' n4v | 99 | 1908–1910 | ||
| S 10 | Normale nach M XIV-2b | 2'C h4 | 202 | 1910–1914 | |
| S 10.1 | Normale nach M XIV-2c | 2'C h4v | 145 | 1911–1914 | Bauart 1911 |
| Normale nach M XIV-2c2 | 2'C h4v | 92 | 1914–1916 | Bauart 1914 | |
| S 10.2 | Normale nach M XIV-2d | 2'C h3 | 124 | 1914–1916 | gleich S10, nur mit 3 Zylindern |
| S 11 | kkStB 310.300 | 1'C2' h4v | 7 | 1918 | von der kkStB (Österreich) bestellt, 1918 übernommen, 1921 an Polen verkauft |
| Gattung | Herkunft | Bauart | Anzahl | Lieferjahr(e) | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| P 1 | Normale nach M III-1b | 1'B n2 | 56 | 1885–1891 | teilweise auch als P2 eingeordnet |
| P 2 | Normale nach M 15 u. M 16 | 1B n2 | 242 | 1877–1885 | teilweise auch als P1 und P3 eingeordnet |
| P 3.1 | Normale nach M III-1 | 1B n2 | 685 | 1884–1899 | |
| P 3.2 | Normale nach M III-1a | 1B n2v | 128 | 1887–1903 | |
| P 4.1 | Erfurter Versuchslok | 2'B n2 | 2 | 1891 | Versuchslok mit Zweizylindertriebwerk |
| Normale nach M III-1c | 2'B n2 | 55 | 1891–1892 | Nachbau der Erfurter Versuchslok | |
| Normale nach M III-1d | 2'B n2 | 424 | 1893–1901 | ||
| Heißdampf-Versuchslok | 2'B h2 | 1 | 1898 | Cassel 131; erste Heißdampflok weltweit | |
| P 4.2 | Erfurter Versuchslok | 2'B n2v | 2 | 1891 | Versuchslok mit Zweizylinder-Verbundtriebwerk |
| Normale nach M III-1e | 2'B n2v | 707 | 1898–1910 | gleich P4.1 (M III-1d), nur mit Zweizylinder-Verbundtriebwerk | |
| Umbau P 4.1 | 2'B n2v | (5) | 1907 | nach M III-1c auf Zweizylinder-Verbundtriebwerk umgebaut | |
| P 6 | Normale nach M XIV-1 | 1'C h2 | 272 | 1902–1906 | Konstrukteur Robert Garbe |
| P 7 | Bauart Graffenstaden | 2'C n4v | 18 | 1899–1902 | Vierzylinder-Verbundtriebwerk nach de Glehn |
| P 8 | Normale nach M XIV-1a | 2'C h2 | 3538 | 1906–1923 | Konstrukteur Robert Garbe |
| P 10 | Bauart Borsig | 1'D1' h3 | 260 | 1922–1924 | Übergangsbauart zur Einheitslok |
| Dampflok-p8.jpg | Prussian G8 lokomotive .JPG | 78 468 Dieringhausen.jpg |
| Typ | Bauart | Erste Indienst- | stellungHersteller | Stückzahl |
|---|---|---|---|---|
| G 1 | B | 1887 | k.A. | 94 |
| G 2 | B 1 | 1888 | k.A. | k.A. |
| G 3 | C n2 | 1880–1901 | k.A. | 510 |
| G 4.1 | C n2 | 1882–1900 | k.A. | 90 |
| G 4.2 | C n2v | 1885–1905 | k.A. | 285 |
| G 4.3 | C n2v | 1903–1907 | k.A. | 37 |
| G 5.1 | Cn2 | 1892–1906 | k.A. | 175 |
| G 5.2 | 1'Cn2v | 1885–1909 | k.A. | 253 |
| G 5.3 | 1'Cn2 | 1903–1906 | k.A. | 126 |
| G5 4 | 1'Cn2v | 1901–1910 | k.A. | 322 |
| G 7.1 | Dn2 | 1893–191 | Stettiner Maschinenbau AG Vulcan | 1.202 |
| G 7.2 | Dn2v | 1895–1911 | k.A. | 1641 |
| G 7.3 | 1'D n2v | 1893–1917 | k.A. | 4 |
| G 8 | D h2 | 1902–1913 | verschiedene Hersteller | 1054 |
| G 8.1 | D h2 | 1913–1921 | Orenstein & Koppel; von Robert Garbe konstruiert; meistgebaute deutsche Länderbahnlokomotive | 4958 |
| G 8.3 | 1'D h3 | k.A. | k.A. | 84 |
| G 9 | B'B | 1893 | k.A. | 27 |
| G 10 | E h2 | 1910–1931 | k.A. | 2.580 |
| G 12.1 | 1'E h3 | 1915–1917 | k.A. | 21 |
| G 12 | 1'E h3 | 1917–1921 | Henschel-Werke | 1168 |
| Gesamtstückzahl | ca. 12.310 |
| Typ | Bauart | Erste Indienst- | stellungHersteller | Stückzahl |
|---|---|---|---|---|
| T 0 | 1 A | 1880 | Henschel-Werke | 14 |
| T 1 | B | 1882 | k.A. | 74 |
| T 2 | B | 1884–1889 | Henschel-Werke | k.A. |
| T 2 | 1 B | 1881 | k.A., Einsatz bei der Berliner Stadtbahn | 70 |
| T 2 | B 1 | 1884 | Henschel-Werke, Berliner Stadtbahn | 18 |
| T 3 | C n2t | 1882 | Henschel-Werke u.a. | üb. 1.300 |
| T4 | 1 B | 1885–1890 | Hanomag | k.A. |
| T4.1 | 1 B | 1884–1890 | Borsig, | |
| T 4.3 | 1 B | 1898 | k.A., Einsatz in Thüringen | k.A. |
| T 5.1 | 1'B1' | 1895–1905 | Henschel-Werke | 347 |
| T 5.2 | 2'B | 1899–1900 | Henschel-Werke, | Elsässische Maschinenbau-Gesellschaft Graffenstaden,42 |
| T 5 | C | 1896 | k.A., Bauart Main-Neckar | 6 |
| T 6 | 1'C1' | 1902 | Berliner Maschinenbau AG (Schwartzkopff) | 12 |
| T 7 | C n2 | 1881–1893 | Borsig | 411 |
| T 8 | C h2 | 1906–1909 | MBG Breslau, Orenstein & Koppel, Hanomag | 100 |
| T 9 | 1'C | 1892–1900 | k.A. | 247 |
| T 9 | C 1' | 1862 | Maschinenfabrik Esslingen, Bauart Langenschwalbach | 8 |
| T 9 | 1'C | 1900 | k.A. | 2055 |
| T 10 | 2'C h2 | 1909 | Borsig | 12 |
| T 13 | D n2 | 1910–1922 | Union | 690 |
| T 14 | 1'D1' | 1914–1918 | k.A. | 600 |
| T 14 | 1'D1' | 1919–1924 | k.A., teilweise Württembergische T 14 | ca. 700 |
| T 15 | E n2t | ab 1897 | Hagans | 92 |
| T 16 | E h2t | 1905–1913 | Berliner Maschinenbau AG (Schwartzkopff) | 343 |
| T 16 | E h2t | 1914–1924 | k.a. | 1.236 |
| T 18 | 2'C2' h2t | 1912–1923 | Stettiner Maschinenbau AG Vulcan. | Weitere ca. 300 Stück nach 1920 für die DR.263 |
| T 26 | C 1' n2(4) | 1902–1921 | Maschinenfabrik Esslingen, Borsig | 35 |
| T 28 | 1'D1' | 1920 | Borsig | 1 |
| T 31 | ||||
| T 33 | C n2 | 1908 u. 1912 | Hagans | 7 |
| T 37 | D n2 | 1904 | Richard Hartmann, Orenstein & Koppel, Hagans | k.A. |
| T 38 | D h2 | 1914 | Orenstein & Koppel | 27 |
| T 39 | E h2 | 1919 | Orenstein & Koppel u.a. f. Hafenbahn Hamburg | / |
| T 40 | E h2 | 1923 | Orenstein & Koppel f. Feldabahn | 3 |
| Gesamtstückzahl | ca. 9000 |
Die Fahrzeuge bestanden aus zwei kurzgekuppelten Abteilwagen mit zweiachsigen motorisierten Drehgestellen unter den beiden mit Führerständen versehenen Frontseiten und einem mittigen Jakobsdrehgestell abgeleitet.
Das 1913 mit den Bahnverwaltungen von Baden und Bayern für Vollbahnen vereinbarte System von 15 kV, 16 2/3 Hz kam in Preußen auf den Strecken Dessau-Bitterfeld und Niedersalzbrunn-Halbstadt zur Anwendung.
Am 9. Juni 1913 bewilligte der Preußische Landtag 25 Millionen Mark, mit denen für den Personenzugdienst drei zweiachsige Triebgestelle (EB 1 bis EB 3) bei der AEG und zehn vierachsige Lokomotiven bei Maffei-Schwartzkopff (Wildau), sowie vier (A1)(1A) Triebwagen (spätere DRG-Baureihe ET 88) bei den Siemens-Schuckertwerke (SSW) in Auftrag gegeben wurden. Der Beginn des Weltkrieges unterbrach jedoch die Arbeiten.
Die bis 1914 gelieferten Triebgestelle und zwei Lokomotiven mit der Achsfolge D wurden auf den Strecken Dessau-Bitterfeld, Hirschberg-Königszelt und Niedersalzbrunn-Halbstadt erprobt.
| Preußische Gattung pr. | spätere DRG-Baureihe |
|---|---|
| EP 209/10 | |
| EP 211/12 | |
| ES 2 | E 00 02 |
| ES 9–19 | E 01 09–19 |
| ES 53 | E 06 1. Serie |
| EG 502 | E 70 |
| EG 538–549 | E 91 |
| EG 571–579 | E 92.7 |
| EG 509/510 | ex BLS-101 |
| EG 517 ff | E 71 |
| EG 701–725 | E 77 51–75 |
| ET 501–506 | ET 87 |
| ET 88 | |
| EV 1/2 | E 73 03 |
Bis etwa 1880 waren zweiachsige Abteilwagen mit Türen für jedes Abteil und ohne Verbindungen zwischen den Abteilen üblich, die später „Hunderttürer“ genannt wurden. Nach dem Ende der Verstaatlichungswelle um 1895 wurden die laufruhigeren Dreiachser beschafft. Dafür wurden so genannte Normalien aufgestellt, die Wagen der zwei-, drei- und ab 1895 auch vierachsigen Bauarten enthielten. Um den Zugang zu einem Abort zu ermöglichen wurden später Durchgänge zwischen den Abteilen geschaffen. Die Abteilwagen der zwei- und dreiachsigen Bauart wurden zuerst in allen Zugarten eingesetzt. Mit dem Aufkommen der D-Zugwagen kamen Abteilwagen bevorzugt in Personenzügen auf Hauptstrecken und im Ballungsraumverkehr zum Einsatz. Hier machte sich, neben dem schnellerern Fahrgastwechsel, der Umstand günstig bemerkbar, dass Bahnsteige von Bahnhöfen an Hauptstrecken nur mit gültiger Fahrkarte und kurz vor dem „Abgang“ des Zuges betreten werden durften, womit sich der Kontrollvorgang vom Zugschaffner auf das Bahnhofspersonal verlagerte.
Ab 1910 wurde die bisherige Petroleumbeleuchtung auf Gasglühbeleuchtung umgestellt, ferner auch die Stahlbauweise anstelle von Holz verwendet. Ausgerüstet waren die Wagen der Preußischen Staatseisenbahnen mit Regeldrehgestellen mit zweifacher, später dreifacher Federung. Die meisten Wagen waren 18,55 Meter lang ausgeführt worden. Zuerst wurden Bremsen der Bauart Westinghouse verwendet, ab der Jahrhundertwende kam die Knorr-Einheitsbremse zum Einbau. Die Handbremse war in einem separaten Bremserhäuschen an einem Wagenende untergebracht.
| Typ pr. | Typ DRG | Baujahr | Anzahl Wagen | Anzahl Sitze | Anzahl Aborte | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| ABB | B4 pr-95 | 1895 | 350 | 10/31 | 3 | 18,15m |
| ABCC | BC4 pr-98 | 1898 | 200 | 5/2132 | 4 | 18,20m |
| CC | C4 pr-94 | 1895 | 350 | 80 | 3 | 17,88m |
| ABB | B4 pr-02 | 1902 | 200 | 10/31 | 3 | |
| ABCC | BC4 pr-98a | 1898 | 200 | 50/31/32 | 4 | |
| CC | C4 pr-02 | 1902 | 300 | 76 | 5 | |
| ABB | B4 pr-04 | 1904 | 350 | 10/31 | 3 | |
| ABCC | BC pr-04 | 1904 | 250 | 5/21/32 | 4 | |
| BBC | BC pr-05 | 1905 | 100 | 20/48 | 5 | |
| CC | C4 pr-04 | 1904 | 450 | 76 | 5 | |
| CC | C pr-12/12a | 1911 | 650 | 76 | 4 | 18,62m |
| BB | B4 pr-18 | 1918 | 40 | 47 | 3 | 19,20m |
| CC | C4 pr-18 | 1918 | 86 | 76 | 4 | |
Zuerst wurden nur Wagen der ersten Klasse (A) und zweiten Klasse (B) der Typen A4ü, AB4ü, und B4 ü beschafft. Die neuen Züge wurden vom Publikum gut angenommen. Deshalb wurden in Preußen rasch weitere neue Wagenserien der D-Zug-Bauart bestellt. Seit 1894 verkehrten die D-Züge von Berlin nach Ostpreußen sowie nach Warschau auch mit der dritten Wagenklasse. Dabei wurden bis zur Jahrhundertwende auch Großraumwagen mit Mittelwagen beschafft, aber mit einem geschützten Übergang, die ebenfalls den Durchgang im Zug ermöglichte und daher in D-Zügen eingesetzt wurden. Die Abteilwagen kamen bevorzugt im Nachtreiseverkehr zum Einsatz, den Großraumwagen waren die Tageszüge vorbehalten.
Daneben wurden auch Speisewagen und Schlafwagen eingesetzt, die der D-Zugbauart entsprachen. Die meisten dieser Wagen bewirtschaftete die KPEV selbst, in anderen deutschen Ländern war wie in Europa allgemein üblich die Internationale Schlafwagengesellschaft(ISG) zuständig, die zwar ihre eigenen Wagen aber deren Bauausführung der Länderbahn-Wagen angepasst waren. Hinzu kamen Gepäck- und Postwagen im gleichen Baustil der D-Zugwagen.
Von 1893 bis 1909 beschaffte neben den Staatsbahnen von Bayern, Oldenburg und Sachsen auch Preußen kürzere dreiachsige Schnellzugwagen, die sonst den Vierachsern glichen. Preußen bestellte 22 Wagen des Typs AB3ü der ursprünglich in Bayern entwickelt wurde. Im D-Zugverkehr bewährten sich die Wagen aber nicht. Sie wurden nach kurzer Zeit aus den schnellen Fernzügen abgezogen.
Zu Anfang des Jahrhunderts gingen die Preußen zu sechsachsigen D-Zugwagen über, die eine erhöhte Laufruhe boten. Ab 1909 wurden Drehgestelle nach der Art wie sie erstmals von der amerikanischen Pennsylvania Railroad eingesetzt wurden, verwendet und wegen der schwanenhalsförmigen Ausgleichsbalken Schwanenhalsdrehgestelle genannt wurden.
Von 1913 bis 1922 wurden insgesamt 984 Wagen verschiedener Ausführungen von den Preußischen Staatseisenbahnen beschafft.
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