Prestigeobjekte sind Statussymbole, die einen hohen gesellschaftlichen Status innerhalb der Gesellschaft oder Bezugsgruppe zum Ausdruck bringen - einen gesellschaftlichen Status, der mit (vermeintlich oder tatsächlich) hohem Ansehen in der Bezugsgruppe verbunden ist.
Prestigeobjekte werden verwendet, um den tatsächlichen hohen gesellschaftlichen Status zum Ausdruck zu bringen oder um den gefühlten sozialen Status für sich selbst zu erhöhen und das Ansehen vor der Umwelt zu erhöhen.
Gerade für unter-privilegierte Menschen steigt der gefühlte soziale Status vor allem mit der Aufwertung bezüglich der Werte, die der Einzelne als entscheidend für das Ansehen in der Gesellschaft ansieht. Je nach Milieuszugehörigkeit können diese prestigeträchtigen Werte beispielsweise in persönlichen finanziellen Reichtum, in hoher Bildung, in großer Prominenz, in hoher fachlicher Kompetenz, usw. liegen. Objekte, die diese Werte signalisieren sind als Prestigeobjekte geeignet. Sie können damit auch als Statussymbole eines vorgegebenen oder vermeintlichen, aber nicht tatsächlichen Status eingesetzt werden.
Beispiel: Unter der Werte-Präferenz des hohen persönlichen Reichtums sind dafür besonders hochwertige Gegenstände geeignet: unter Gebrauchsgegenständen des Alltags gelten teure Materialien (Gold, Marmor) oder eine teuere Marke als Statussymbol, so z.B. ein Ferrari als Auto oder "Vuitton" als Handtasche.
In Umkehrung der ursprünglichen Bedeutung kann man sein soziales Ansehen in der Gesellschaft oder einer Bezugsgruppe auch steigern, indem man über ein entsprechendes Prestigeobjekt verfügt, ohne die vermeintliche Kaufkraft zu besitzen. Dementsprechend sind Firmen bemüht, ihre Marken als scheinbares Statussymbol zu etablieren, um so den Umsatz zu steigern.
Tatsächlich ist die Überschuldung der Haushalte in den Teilen der Gesellschaft sehr hoch, die versuchen mit Hilfe von hochwertigen Reisen, Autos und Schmuck oder Möbeln, Kleidung und Unterhaltungselektronik ein Einkommen (und damit eine Attraktivität)zu suggerieren, welches sie in Wirklichkeit nicht haben. Die Folgen reichen bis hin zum unmittelbaren sozialen Abstieg im Falle von ungeplantem Nachwuchs, Arbeitslosigkeit, längerer Krankheit oder Trennung mit hohen Scheidungskosten.
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