| Wappen | Karte | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Wappen | map at pressbaum.png | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Basisdaten | bgcolor="#FFFFFF" | Bundesland: | Niederösterreich | bgcolor="#FFFFFF" | Politischer Bezirk: | Wien-Umgebung (WU) | bgcolor="#FFFFFF" | Fläche: | 58,87 km² | bgcolor="#FFFFFF" | Einwohner: | 5834 (Volkszählung 2001) | bgcolor="#FFFFFF" | Höhe: | 315 m ü. NN | bgcolor="#FFFFFF" | Postleitzahl: | 3021 | bgcolor="#FFFFFF" | Vorwahl: | 02233 | bgcolor="#FFFFFF" valign="top" | Geografische Lage: | bgcolor="#FFFFFF" | Gemeindekennziffer: | 32415 | bgcolor="#FFFFFF" | Anschrift der Verwaltung: | Marktgemeinde Pressbaum Hauptstraße 58 3021 Pressbaum | bgcolor="#FFFFFF" | Offizielle Website: | www.pressbaum.net | bgcolor="#FFFFFF" | E-Mail-Adresse: | gemeinde-pressbaum@kpr.at | ||
| Politik | bgcolor="#FFFFFF" | Bürgermeister: | Heinz Kraus | ||||||||||||||||||||||||||||||||||
Der höchste Punkt im Gemeindegebiet ist der Jochgrabenberg mit 654 m
Das Gebiet dürfte nach Fundstücken zu schließen möglicherweise schon in der Jungsteinzeit besiedelt gewesen sein (Beilfund). Im Altertum gehörte das Gebiet des heutigen Pressbaum zum keltischen Königreich Noricum, nach dessen Eingliederung ins Römische Reich zur Provinz Illyricum und später zur Provinz Pannonia. Mehrere Fundzeugnisse so ein in Au am Kraking gelegenes Grab. Das sogenannte "Römergrab" weisen auf Zivilisationsspuren aus jener Zeit hin, in der dieser Teil des Wienerwaldes sowohl Rückzugsgebiet für die ursprünglich kelto-ilyrische Bevölkerung, als auch Neusiedlungsgebiet für altgediente römische Soldaten ("Romanes") war. Ein weiteres Grab in diesem Kontext wurde im Zuge des Straßenbaus der Strasse von Rekawinkel nach Kogl gefunden, jedoch durch den Strassenbau zerstört. Ob das heutige Gemeindegebiet in der Zeit der Römer von Verkehrslinien, wie Wege oder Strassen berührt wurde, ist nicht klar. Jedenfalls lag die Grenze zwischen den Provinzen Noricum und Pannonien am Hauptkamm des Wienerwaldes (Cetius Mons), der durch das heutige Gemeindegebiet führt.
Zur Zeit der Völkerwanderung war der Wienerwald und damit auch das Gemeindegebiet des heutigen Pressbaum nach Westen hin Grenze sowohl des Reiches der Awaren als auch der Ungarn. Auf diese Zeit weist noch die Flurbezeichnung "Am Hagen", anspielend auf eine Verschanzung, hin.
Bis 1572 ist die weitere Geschichte der Gegend im Unklaren, war der Wienerwald doch Herrschaftlicher Bannwald und damit nicht der Öffentlichkeit zugänglich, was wahrscheinlich auf Grund des Urwaldcharakters auch nicht so leicht möglich war. Kaiser Maximilian II. ordnete 1572 erstmalig eine dokumentarische Aufnahme des Gebietes in Form eines Waldbuches an, zuständig war das Kaiserliche Waldamt im Schloss Purkersdorf. In diesem Buch werden auch erstmals auch heute noch bekannte Flurbezeichnungen des Gemeindegebietes genannt. Aus den beiden Ämtern "Anzbacher Amt" und "Koglinger Amt" des insgesamt 12 Ämter umfassenden Wienerwaldes entwickelte sich im Laufe der Zeit das Gemeindegebiet von Pressbaum.
Es heißt, dass nach der ersten Wiener Türkenbelagerung aus Wien geflüchtete Bewohner die ersten waren, die im heutigen Pressbaum ansässig wurden, jedenfalls stammen aus der Zeit danach die ersten datierten Bauwerksteile (Durchzugsbalken von 1609) und die erstmalige Flurbezeichnung "Pressbaum" findet sich im Jahre 1633. Die Bevölkerung setzte sich vor allem aus Wald- und Forstarbeitern zusammen, die aus den westlichen Bundesländern Salzburg, Oberösterreich und dem südlichen Bundesland Steiermark, sowie aus Bayern und Schwaben hierher angesiedelt wurden. 1675 wurde Paul Tanner oder Thonner Förster des Anzbacher Amtes und ersuchte aus diesem Grund, sich im seinem Arbeitsgebiet ansässig machen zu dürfen. Mit der Erhaltenen Genehmigung errichtete er das erste Haus das "beim Pressbaum" gelegen war, das heutige Gasthaus Lindenhof, welches damit wahrscheinlich das älteste Haus der heutigen Gemeinde ist. Daher rührt auch die bis ins 19. Jh. geläufige Bezeichnung "Tonnerin" oder "Tannerin" für Pressbaum 1681 übernahm Christian Pezzelberger das Forstamt, und er war es, der das Ersatzheer der Allianz bestehend aus Truppen aus Österreich, Polen, Bayern und Baden, das sich gegen die Wien belagernde Armee der Osmanen in Tulln sammelte, und über den Hauptkamm des Wienerwaldes auf dem Kahlenberg, dem heutigen Leopoldsberg zur Schlachtaufstellung führte.
Im Zuge der kriegerischen Handlungen der zweiten Türkenbelagerung Wiens, vor allem durch umherstreifende Tataren, die Pressbaum von Südwesten aus Hochstrass kommend erreichten, mehr aber noch durch die einige Jahre zuvor wütende Pest, wurde die Bevölkerung Pressbaums schwer in Mitleidenschaft gezogen. So wurden neuerlich Holzarbeiter aus Oberösterreich und der Steiermark angesiedelt, die gegen eine bestimmte Leistung von Rodungsarbeit je nach Größe (1/4, 1/2 und 1 ganze) "Duckhütten" errichten und mit entsprechendem Grund bewirtschaften durften. Diese sogenannten "Hüttler" bildeten den Kern der damaligen Einwohner.
Die weitere Zeit bestimmte vor allem die Holzgewinnung und die Köhlerei das Leben der Region. Das geschlägerte Holz wurde mittels eigens dafür errichteten Anlagen den Wienfluss hinuntergetriftet, wo es dann vor allem in Wien weiterverarbeitet wurde. 1713/1714 wütete abermals die Pest im Gebiet, und die Einwohner durften den Ort aus Sicherheitsgründen nicht verlassen. Deswegen baten sie um Erlaubnis, eine eigene Kapelle errichten zu dürfen, da der bis dahin wöchentliche Kirchgang nach Purkersdorf nicht möglich war. Der Legende nach trafen sie sich bis dahin immer dazu "beim Pressbaum", einem nie abgeholten für eine Mostpresse bestimmten hinterlegten geschlägerten Baum. 1723 wurde die daraufhin errichtete Kapelle für öffentlich erklärt und 1730 konnte die diese ersetzende erste Kirche eingeweiht werden. Der Durchzug der französischen Armee unter Napoleon, die 1805 den kürzensten Weg durch den Wienerwald über Eichgraben nehmend durch Pressbaum zog und noch einmal 1809, war wiederum einschneidende Erlebnisse für das inzwischen zu einem typischen Wienerwald-Holzfällerdorf angewachsenem Pressbaum. Der Legende nach wurden Josef Schönach und Michael Helm im Tal Pfalzau hingerichtet, wovon das von Prof. Pleban gestaltete und an jener Stelle errichtete "Franzosenkreuz" erzählt, ein weiteres Opfer der Franzosen war der Dorfschullehrer Josef Peschka. Nach der herrschaftlichen Grundaufhebung von 1848 wurde Pressbaum eine selbstständige Gemeinde, die 1850 dem Bezirk Hietzing zugeordnet wurde, damals hatte Pressbaum 358 Häuser.
1850-1873 gehörte die Gemeinde Tullnerbach, die schon ursprünglich zum Teil zu Pressbaum gehört hatte, wieder zu Pressbaum.
1858 erfolgte der Bau der Kaiserin Elisabeth Westbahn (Westbahn) benannt nach der Gemahlin Kaiser Franz Josephs Kaiserin Elisabeth gelangte bei ihren ausgedehnten Wanderungen auch nach Pressbaum, wovon die gefasste Wienflussquelle auf dem Pfalzberg, das "Kaiserbrundl", und ein Trinkglas das im Gasthaus "zur Pfalzau" aufbewahrt wird, aus dem Kaiserin Elisabeth angeblich Milch getrunken hat, zeugt.
Das Vorbeiführen der Eisenbahn bedeutete für Pressbaum eine radikale Änderung der Dorfstruktur. Innerhalb weniger Jahre wandelte sich das Holzfällerdorf zum Sommerfrischenrefugium der High Society der Wiener Gesellschaft der vorigen Jahrhundertwende. Die damals von den Baumeistern der Palais der Wiener Ringstrasse errichteten Villenbauten prägen auch heute noch Teile der Gemeinde. In dieser Zeit wurden auch die heute das Zentrum bestimmenden Gebäude, die Volksschule (1891 aufgestockt) und die katholische Kirche (1909) errichtet. Die katholische Kirche ist eine der wenigen reinen Jugendstilbauten, die im sakralen Bereich errichtet wurden.
1881 verbrachte Johannes Brahms seine Sommerfrische in Pressbaum / Brenntnmais und vollendete hier die Nänie (Op.82) und sein 2. Klavierkonzert (Op. 85). Noch mehr mit Pressbaum verbunden war der Musiker, Operndirektor und Librettist der Strauß Oper "die Fledermaus" Richard Genee´, der in Tullnerbach wohnte, sich aber rege am Gesellschaftsleben in Pressbaum beteiligte, unter anderem im lokalen Gesangsverein, und sogar ein Lied über Pressbaum komponierte.
Auf dem 1897 errichteten Wienerwaldsee, eine Aufstauung des Wienflusses, und des in den ersteren mündenden Wolfsgrabenbaches unternahm der Flugpionier Wilhelm Kress seine Versuche, bei denen er 1901 mit dem von ihm erbauten ersten Flugzeug der Welt mit Benzinmotor verunglückte. 1922 löste sich die Katastralgemeinde Eichgraben von Pressbaum und wurde eine selbständige Gemeinde.
Nach dem Anschluss Österreichs an das Dritte Reich 1938 wurde der Ort im Gegensatz zum nahen Purkersdorf nicht Wien angeschlossen, sondern dem Landkreis Sankt Pölten zugeteilt.
Der Vernichtungsideologie der Nazis fielen auch gebürtige Pressbaumer zum Opfer, namentlich bekannt sind Artur Blumel und Adolf Spitz mit seiner Gattin, die alle in einem Konzentrationslager ums Leben kamen. Der aus Litauen stammende jüdische Bub Jakob Nemencinkis wiederum, der an einer Hasenscharte litt, wurde vom "Spezialkinderheim Pressbaum" in die Klinik am Spiegelgrund verbracht, wo er unter der unmenschlichen Behandlung starb. Mehr Glück hatte der in Pressbaum wohnende Jude Max Arnold, der nach Wien zum Abtransport beordert wurde, sich aber mit seiner Gemahlin Johanna, Dank der Hilfe einer mutigen Wienerin verstecken konnte, und so überlebte.
1945 rückte die sowjetische Armee im Begriffe Wien einzukesseln vom Südosten nach Pressbaum vor. Die bei den damit verbundenen Gefechten gefallenen sowjetischen Soldaten sind auf einem eigenen Friedhof samt Denkmal neben dem Pressbaumer Friedhof begraben.
1961 erhielt Pressbaum Anschluss an die Westautobahn A1, die 1966 bis Wien fertiggestellt wurde und durch das Pressbaumer Gemeindegebiet führt. Der in der Zwischenkriegszeit als Skiberg (in Pressbaum gab es sogar eine eigene Skiproduktion) beliebte Biharberg wurde dadurch geteilt. Was damals als Zeichen des Fortschrittes und der Technisierung erwünscht war, erweist sich heute als schwer bändigbare Quelle von Lärm und Abgas.
Die Nachkriegszeit brachte für Pressbaum, abgesehen vom Autobahnbau weitere architektonische Neuerungen, über deren Gelingen man wahrscheinlich erst in einigen Jahren urteilen kann. Einige davon, wie das Gemeindeamt oder die Hauptschule wurden inzwischen umgebaut und erneuert bzw. erweitert. Merkbar verändert hat sich jedenfalls das Ortsbild, das heute vom Baustil der 1960 - 70 er Jahre, den allgegenwärtigen Supermärkten sowie mehr und mehr Wohnungsbauten und Reihenhäusern, geprägt ist. 2003 wurde eines der ältesten Häuser Pressbaums, die ehemalige Forstverwaltung abgerissen und an ihrer Stelle ein Supermarkt errichtet. Die Täler des Gemeindegebietes sind heute mehr und mehr besiedelt, wobei sich jeweils Wald und Siedlung direkt berühren.
1964 wurde Pressbaum zur Marktgemeinde erhoben.
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