| Premiere AG | |||
|---|---|---|---|
| Premiere logo.jpg | |||
| Unternehmensform | Aktiengesellschaft | ||
| Gegründet | 1990 | ||
| Firmensitz | München | ||
| Schlüsselpersonen | |||
| Mitarbeiter | 1.595 | ||
| Branche | Bezahlfernsehen | ||
| Veröffentlichungsrichtlinien | Am Ende des Geschäftsjahres | ||
| Webseite | http://www.premiere.de | ||
Im Jahr 1997 verkaufte die Bertelsmann AG ihren Anteil an Premiere an die KirchGruppe. Im selben Jahr startete Premiere sein Digitalangebot. 1999 wurde durch Umstrukturierungen innerhalb der KirchGruppe die KirchPayTV Holding gegründet. Darin verschmolz Premiere mit dem Wettbewerber DF1 zu Premiere World. In der Saison 2000/01 übertrug Premiere erstmals alle Spiele der Fußball-Bundesliga und der UEFA Champions League live.
Im Februar 2002 übernahm Georg Kofler die Geschäftsführung von Premiere. Premiere World wurde in Premiere umbenannt. Zu dieser Zeit schrieb Premiere tiefrote Zahlen. Im Mai des Jahres musste die KirchPayTV-Holding Insolvenz anmelden; im Juli gelang es mit Hilfe der Bayerischen Landesbank und der HypoVereinsbank, die drohende Insolvenz von Premiere abzuwenden.
Die bis dahin parallel zum digital Angebot bestehende analoge Verbreitung wurde am 1. März 2003 endgültigt abgeschaltet, da die Verbreitungsmethode nicht mehr zeitgemäß und das verwendete Verschlüsselungssystem schon seit längerem kompromitiert war.
Am 19. März 2003 stellte Premiere seine neue Gesellschafterstruktur vor: die Investorengruppe Permira hält zu diesem Zeitpunkt 64,1 Prozent, die Bayerische Landesbank und die HypoVereinsbank jeweils 10 Prozent, Bawag 3,5 Prozent. Die restlichen Anteile hält das Management. Im August 2003 übernahm Georg Kofler weitere 10,37 Prozent Anteile von Permira und erhöhte diese somit auf 20,46 Prozent.
Ein großes Problem für Premiere war lange Zeit das Verschlüsselungssystem Betacrypt, welches schon lange Zeit zu umgehen war. Aus diesem Grund stellte Premiere im Herbst 2003 auf das neue Verschlüsselungssystem Nagravision der Firma Kudelski um. Das System Nagravision galt lange Zeit als unknackbar und konnte nur mittels der sogenannten Card Sharing Methode umgangen werden, bei dem die benötigten Decoderschlüssel über ein tatsächlich bestehendes Abonnement aus dem Internet nachgeladen werden mussten. Seit November 2005 kann die Verschlüsselung mit einer speziellen Smartcard, einer sog. Piratenkarte (z.B. die "Cerebro"-Karte) umgangen werden, welche meist zu einem sehr hohen Preis von etwa 100 Euro (illegal) erworben werden muss. Um diese Karte funktionsfähig zu machen muss zuerst ein im Internet verfügbares Image auf ihr installiert werden. Da dieses Image jedoch nur in verschlüsselter Form vorliegt ist es nicht möglich, dieses auf einer preiswerteren Karte installieren. Gegen Händler und Käufer dieser Karte geht Premiere juristisch vor. Zwischen dem 23. Mai und dem 14. Juni 2006 war auch die Entschlüsselung per Softwareemulator öffentlich verfügbar. Am 15. Juni und am 3. Juli führte Premiere als Abwehraktion sogenannte Keywechsel durch. Die Softwareemulatoren können seitdem das Programm nicht mehr entschlüsseln, für die Piratenkarten waren hingegen jeweils nach wenigen Stunden Updates verfügbar, welche wieder ein illegales Entschlüsseln ermöglichten.
Nachdem sich Premiere nunmehr auf das Kerngeschäft konzentrierte und sich aus dem Hardwaregeschäft zurückzog, konnte Georg Kofler für das dritte Quartal 2004 erstmals mit einem Nettoertrag von 15,4 Mio. Euro Premiere wieder in die schwarzen Zahlen bringen. Zudem überschritt man die Grenze von 3 Mio. Abonnenten.
Das Grundkapital der Premiere AG betrug zum Zeitpunkt des Börsengangs im März 2005 70 Millionen. Es ist eingeteilt in 70 Millionen auf den Namen lautende Stückaktien. Die Aktien sind an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Ausgabekurs für die Aktien war 28 Euro. Dadurch konnten Premiere und seine Alt-Aktionäre rund 1,2 Mrd. Euro erlösen. Der Börsengang war 12-fach überzeichnet. Insgesamt wurden 42,1 Mio Aktien und ein Greenshoe von 5,5 Millionen Aktien platziert. Von den angebotenen Premiere-Aktien gingen 70 Prozent an institutionelle Investoren wie beispielsweise Investmentfonds und 30 Prozent an Privatanleger. Premiere-Abonnenten erhielten dabei 75 Prozent ihrer gezeichneten Papiere, die anderen Privatanleger 42 Prozent. Der Streubesitz liegt damit bei über 50 Prozent. Der überwiegende Teil des Emissionsvolumens floss an die Altaktionäre wie die Risikokapitalgesellschaft Permira. Im Unternehmen verblieben 308 Mio Euro. Damit wurde vor allem die Nettoverschuldung von 370 auf unter 100 Millionen Euro zurückgeführt.
Im September 2005 erwarb das Unternehmen die Free-TV- und Pay-TV-Rechte an der UEFA Champions League für drei Jahre ab der Saison 2006/2007. Dieser Schritt sorgte für Aufsehen unter den Fußballfans und Vereinen, welche die zeitnahe Übertragung im freien Fernsehen gefährdet sehen. Im November 2005 wurden drei HDTV-Programme (Hochauflösendes Fernsehen) eingeführt.
Am 21. Dezember 2005 verlor Premiere die Ausschreibung für die Pay-TV-Rechte an der Fußball-Bundesliga für drei Spielzeiten ab der Saison 2006/2007 an das Konsortium Arena, was einen großen Rückschlag für das Unternehmen bedeutet. Das Konsortium Arena erhielt die Rechte mit ihrem Gebot durch eine Ausstrahlung der Bundesliga-Zusammenfassung im Free-TV in der ARD-Sportschau (diese ist jetzt 20 Minuten später im Vergleich zu der vorherigen Rechte-Saison zu sehen). Premiere hingegen favorisierte ein Rechtemodell, das eine spätere Bundesliga-Zusammenfassung erst im Aktuellen Sportstudio des ZDF enthielt. Premiere bot der DFL für die Arena-Variante nur 15.000 Euro, Arena allerdings 220 Millionen Euro, was das Gebot für die Premiere-Variante um ca. 80 Millionen Euro unterbot. Die DFL sah allerdings die Gewährleistung der Ausstrahlung in der ARD für so wichtig an, dass auf dieses zusätzliche Geld verzichtet wurde. An diesem Tag verlor die Premiere-Aktie über 40 Prozent Ihres Wertes.
Aktuell hat Premiere rund 3,4 Millionen Abonnenten. Die weitere Entwicklung der Abonnentenzahlen ist nach dem Verlust der Bundesligarechte unklar. Gleiches gilt für die Entwicklung des Aktienkurses.
Am 23. Dezember 2005 verkündete Premiere den Verkauf der Tochter Creation Club (CC) an die EM.TV AG. Laut Premiere handelt es sich um eine strategische Entscheidung, die nichts mit den Bundesligarechten zu tun habe. Durch den Verkauf reduziert sich die Belegschaft von Premiere um rund 10%. Der Bezahlfernsehsender beschäftigt rund 1.200 Mitarbeiter. Die 120 Angestellten von CC würden von Plazamedia, einer hundertprozentigen Tochter der EM.TV übernommen, teilten EM.TV und Premiere zuvor mit.
Am 7. März 2006 hat das Landgericht München festgestellt, dass etliche Passagen in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen gegen gesetzlichen Bestimmungen verstoßen. Die Richter bemängeln, dass es dem Vertragstext nach erlaubt wäre das Programmangebot nicht nur zu erweitern sondern auch zu kürzen oder anders als bestellt zusammenzusetzen. Des Weiteren erklärten die Richter eine umstrittene Klausel bzgl. Preiserhöhungen für nichtig. Sie vertreten die Ansicht, dass der Sender keine Laufzeiten bis zu 24 Monaten anbieten dürfe, wenn er deren Stabilität (Preis & Programm) nicht gewährleisten könne. Dieses Urteil gewinnt insbesondere an Brisanz durch die verlorenen Übertragungsrechte der Fußball-Bundesliga an Arena und ein mögliches außerordentliches Kündigungsrecht seitens der Kunden.
Der Schwerpunkt des Premiere-Programmangebotes liegt im Film- und Sportbereich. Erweitert wird das Angebot durch Themenkanäle von Drittanbietern wie z. B. dem Discovery Channel, SciFi, 13th Street und weiteren. Ebenfalls hat Premiere ein digitales Radioangebot, Premiere MusicStudio, das in Kooperation mit dem Anbieter MusicChoice betrieben wird.
Am 19. Mai 2006 kündigten Premiere und die Deutsche Telekom an, über IPTV ab der Saison 2006/2007 die Fußball-Bundesliga zu übertragen. 3 Millionen Zuschauer sollen den neuen Dienst empfangen können. Vorraussichtlich wird dieser Dienst über VDSL und eventuell auch über ADSL2+ empfangbar sein. Eine Ausstrahlung des IPTV-Signals über DVB-S und DVB-C war ebenfalls angedacht. Am 7. Juni 2006 erklärte die Telekom jedoch auf die Ausstrahlung per DVB-S und C zu verzichten.
Am 20. Juni 2006 gab der Sender eine ab dem 01. August 2006 geltende neue Preisstruktur bekannt. So wird es das Live Fußball Paket, welches aktuell nur in Verbindung mit einem Standartabo zu buchen ist, auch einzeln zu einem deutlich niedrigen Preis zu abonnieren geben (9,99 Euro). Auch im Filmangebot wird es Änderungen geben. Das bisherige Paket "Premiere Film" wird zu "Premiere Blockbuster" und die Filmkanäle Premiere 1, Premiere 2, Premiere 3, Premiere 4 sowie den Disney Channel beinhalten. Die bisherigen Themenkanäle Premiere Krimi, Premiere Serie sowie Premiere Nostalgie werden zusammen mit den neuen Sendern PREMIERE FILMCLASSICS (früher Premiere 6) und PREMIERE FILMFEST (früher Premiere 7) in das neue Paket "Premiere Entertainment" integriert. Dabei wird Premiere Serie konzeptionell überarbeitet und dann auch Erstausstrahlungen von US-Serien wie "Desperate Housewives", "Nip/Tuck" oder "Lost" ausstrahlen, die bis Ende Juli noch auf Premiere 4 zu sehen sind. Das Abopaket "Premiere Thema" wird wegen des Wegfalls der Sender Premiere Serie, Premiere Krimi und Premiere Nostalgie mit dem Paket "Premiere Goldstar", verschmolzen. Dann gehören die Sender Goldstar TV und Der Heimatkanal zu den Themenkanälen. Der Einsteigerkanal Premiere Start wird ab August nicht mehr für den Zuschauer abonnierbar sein und im 1. Quartal 2007 eingestellt werden. Bis dahin will Premiere die derzeit rund 10.000 Kunden, die ausschließlich das Schnupperangebot empfangen, vom Angebot der anderen Programmpakete überzeugen.
Ab dem 1. August 2006 fällt Premiere Start aus dem Angebot für Neukunden weg. Für Abonnenten der "alten" Paketstrukturen bleibt der Kanal aber weiterhin auf Sendung.
Die neuen Programmpakete sehen folgendermaßen aus:
Seit Ende 2005 bietet Premiere auch sogenannte "Auslandsprogramme" an. Diese werden aber nicht über den normalen Transponder des Premiereprogramms (Astra 19,2 Grad Ost) gesendet, sondern über Astra 3A (23,5 Grad Ost). Premiere bietet den Kunden direkt Multifeed-Empfang an, der 2 LNBs inkl. Multifeedhalter beinhaltet. Kosten 19,95 EUR.
Premiere Music Studio ist im Paket Premiere Thema enthalten oder kann einzeln abonniert werden
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