article

Man gliedert in der Ökonomie und Konsumsoziologie verschiedene Effekte des Preises eines Gutes auf den Konsum (daher auch: Nachfragerverhalten). Die verschiedenen Effekte sind nicht ausschließend zu verstehen. Betrachtet wird die Nachfragekurve, zum Teil von bestimmten Gruppen der Gesellschaft. Die Begriffe tauchen häufig in der Marktforschung, Meinungsforschung und Trendforschung auf.

Der Preiseffekt steht dem Einkommenseffekt gegenüber. Durch die Slutsky-Zerlegung können beide Effekte getrennt betrachtet werden.

Man unterscheidet:

  • Substitutionseffekt: Der immer eindeutige Substitutionseffekt zeigt die Auswirkungen einer Preisänderung bei hypothetisch konstant gehaltenem Realeinkommen (oder Nutzen).

  • Bandwagon-Effekt oder Mitläufer-Effekt: Der Musikwagen-Effekt (auch Bandwagon-Effekt oder Mitläufer-Effekt) ist ein Preiseffekt, der beschreibt, dass Menschen (z.B. Konsumenten) ihr Verhalten am von ihnen wahrgenommenen Umfeld ausrichten.

  • vgl. Netzwerkeffekt: Er beschreibt, dass der Nutzen an einem Standard oder Netzwerk ab einer gewissen kritischen Masse im Verhältnis zur Nutzerzahl exponentiell wächst und in der Folge durch diesen stark wachsenden Nutzen auch die Zahl der Nutzer schnell wächst.

  • Snob-Effekt: Der Effekt entsteht immer dann, wenn die Konsumenten den Gütern erst ab einem gewissen Preis Beachtung schenken und zusätzlich davon ausgehen, dass das Gut für eine breite Schicht von Konsumenten nicht erworben wird (engl.: snob-value). Dabei ist der Preis eher nebensächlich; entscheidend ist das Verhalten anderer Verbraucher.

  • Vebleneffekt/Geltungskonsum/Prestigeeffekt: Der Vebleneffekt ist ein Preiseffekt, der erklärt, weswegen Konsumenten ein Gut gerade wegen seines hohen Preises konsumieren. Das heißt, ein bestimmtes Gut kann auf Grund seines geringen Preises nicht als exklusiv genug betrachtet werden.

  • Saure-Gurken-Problem (Lemons problem): Da Käufer oft ein Gut nur schwer beurteilen können, werden sie weniger durchschnittlich zahlen als sie zahlen würden, wenn es nur gute Güter gäbe - sie stellen sich darauf ein, eine "Saure Gurke" zu erwischen. So werden langsam die Anbieter mit hoher Qualität und hohem Preis verdrängt, weil niemand bei ihnen kauft. Es werden anteilig mehr "Saure Gurken".

  • Giffen-Paradoxon (auch Einkommenseffekt): Haushalte, die am Existenzminimum leben, reagierten auf eine Erhöhung des Brotpreises mit einer steigenden Nachfrage nach Brot. Begründen lässt sich dies damit, dass ein steigender Preis für ein Grundnahrungsmittel bei diesen Haushalten das für andere Nahrungsmittel verfügbare Einkommen so stark sinken lässt, dass sie auf diese verzichten müssen und mehr Brot kaufen müssen, um ihre Ernährungsgrundlage sicher zu stellen.

siehe auch: Preiselastizität, Einkommenseffekt

Wirtschaft | Demoskopie

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Preiseffekt".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld