article

Die Preisbindung ist ein Mittel, das in vielen Staaten eingesetzt wird, um einen Wettbewerb über den Preis zu verhindern. Ziele können dabei die Qualitätssicherung von Ware oder Vertriebsform, eine Ermöglichung von Quersubventionen oder ein verringerter Kaufanreiz sein. Teilweise werden niedrige Preise in Zusammenhang mit einer gewährten Subvention vorgeschrieben.

Der Preis kann entweder vom Hersteller, von Vereinigungen aller Anbieter oder durch den Staat festgelegt werden. In planwirtschaftlich organisierten Staaten ist eine Festlegung der Preise durch den Staat die Regel.

In Deutschland ist unter anderem Folgendes der Preisbindung unterworfen: Zigaretten.jpg

Neben den staatlich vorgeschriebenen Preisbindungen gibt es auch vertraglich zwischen Hersteller und Händler vereinbarte Preisbindungen. Sie werden vertikale Preisbindungen oder Preisbindungen der zweiten Hand genannt. Derartige Absprachen sind oft verboten, weil sie den Wettbewerb zwischen den Einzelhändlern behindern. In Deutschland sind sie seit dem 1. Januar 1974 nach § 14 GWB nicht mehr zulässig; zuvor waren sie bei Markenartikeln die Regel. Eine Ausnahme bilden bis heute Bücher und Zeitschriften (siehe Buchpreisbindung).

Manchmal erfolgt eine De-Facto-Preisbindung auch über empfohlene Verkaufspreise (»unverbindliche Preisempfehlung«). Im angelsächsischen Raum haben Bücher im Normalfall derartige Beschriftungen (recommended retail price) und werden deshalb auch meist zu diesem Preis verkauft, es gibt aber Sonderangebote (»3 für 2«). Preisempfehlungen, die Hersteller etwa durch Lieferungsverweigerung an unwillige Händler durchsetzen wollen, werden allerdings in der Regel nicht toleriert, soweit auch echte Preisbindungen verboten sind.

Probleme staatlicher Preisregulierung


Aus einer staatlichen Preisbindung kann sich folgendes Problem ergeben, wenn der festgesetzte Preis zu niedrig ist: Für Anbieter einer Ware wird die Produktion der Ware unwirtschaftlich. Statt des staatlichen Ziels, einen niedrigen Preis für die Konsumenten durchzusetzen, wird das Angebot daher knapper oder ganz verschwinden. Auf dem Schwarzmarkt sind die Güter zu einem höheren, marktwirtschaftlichen Preis allerdings weiter erhältlich.

Ein anderes Problem ergibt sich aus einem zu hohen festgelegten Preis. Die illegale Einfuhr derartiger Produkte aus Staatsgebieten mit keinen oder niedrigeren Preislimits lohnt sich. Es folgt Schmuggel. Klassische Beispiele sind der Zigarettenschmuggel nach Deutschland oder auch Großbritannien sowie der Alkoholschmuggel in skandinavische Länder.

Handel | Wettbewerb

Resale price maintenance | 再販売価格維持契約

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Preisbindung".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld