Preetz ist eine
deutsche Kleinstadt südlich der
schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt
Kiel im Landkreis
Plön. Preetz ist auch als die
Schusterstadt bekannt und mit seinen rund 15.800 Einwohnern die größte Stadt im Kreis Plön.
Geografie
Nachbargemeinden
Kühren,
Lehmkuhlen,
Pohnsdorf,
Postfeld,
Raisdorf,
Schellhorn,
Wahlstorf
Seen
Der
Postsee, nordwestlich von Preetz gelegen, wird von der
Alten Schwentine durchflossen, der
Kirchsee im Zentrum und der
Lanker See südlich von der
Schwentine.
Flüsse
Schwentine,
Postau und (
Mühlenau)
Naturschutzgebiete
Die Naturschutzgebiete "Halbinseln und Buchten im
Lanker See", "
Kührener Teich und Umgebung" liegen südlich von Preetz das Naturschutzgebiet "Altarm der Schwentine" nördlich von Preetz.
Landschaftsschutzgebiet
"Schwentinetal im Kreis Plön im Verlauf vom Stadtgebiet Preetz
bis an die Stadtgrenze von Kiel" mit dem
Rosensee, dem Weiher
Unterprobstenteich und dem
Altarm der Schwentine.
Geschichte
1185 wird der Ort
Poretz erstmals von
Ecbrecht Procensis in den
Versus de Vicelino erwähnt. Der Name der Stadt entwickelte sich ab
1216 aus dem Wendischen von
po rece (
am Fluss) über
Poretzie (
1221) und
Pretze (
1442) zu dem heutigen
Preetz.
Bereits zu der Zeit der Wenden war hier eine Furt über die Schwentine und Verbindung zwischen Wagrien und Holstein.
1210 entstand eine erste Kirche und 1211 gründete Graf Albrecht von Orlamünde ein Benediktinerinnenkloster Kloster Preetz und sorgte damit für den entscheidenden Impuls für die Entwicklung des Ortes im Mittelalter 1226 erneuerte Adolf IV. von Schauenburg und Holstein die Stiftung des Klosters und schenkte es den Nonnen. 1268 entstand die Klosterkirche. Bis 1867 stellte das Kloster die höchste Verwaltungsinstanz dar und übte die Rechtsprechung aus.
1852 erhielt Preetz die erste Straßenbeleuchtung. Nach dem Bau des Bahnhofs 1864 wurde 1871 das Rathaus gebaut, vor dem noch heute die 1871 gepflanzte Eiche steht.
Am 17. Mai 1870 schließlich bekommt Preetz eingeschränkte Stadtrechte, 1901 dann die vollen Stadtrechte.
Politik
Stadtvertretung
Die Stadtvertretung besteht aus 32 Stadtvertreterinnen und Stadtvertretern, die sich seit der Kommunalwahl vom
2. März 2003 wie folgt zusammensetzen:
- CDU: 13 Sitze
- SPD: 10 Sitze
- Bürgergemeinschaft Preetz (BGP): 4 Sitze
- Freie Wählergemeinschaft (FWG): 3 Sitze
- FDP: 2 Sitze
Bürgermeister
Der amtierende Bürgermeister ist Wolfgang Schneider (parteilos). Der Bürgermeister wird direkt gewählt.
Wappen
Das
Wappen wird durch ein
Schild in Blau und Rot gebildet, welches durch einen goldenen Wellenbalken geteilt wird. Auf dem blauen Grund ist ein silberner
Fisch und auf dem roten Grund das silberne
Nesselblatt Holsteins abgebildet.
Historische Begründung
Der im oberen Teil des Wappen befindliche Fisch soll die frühere hauptsächliche Ernährungsgrundlage der Bewohner dieses Gebietes darstellen. Dazu wurde der wehrhafte
Barsch gewählt, da er die Verteidigungsbereitschaft der Einwohner bekunden soll. Bei dem in früheren Zeiten wahrscheinlich höheren Wasserspiegel, der die Seen und Flüsse in und um die Stadt Preetz vergrößerte und den Ort mit
Sümpfen umgab, dürfte Preetz die Rolle einer Fluchtburg gespielt haben.
Das blaue Feld steht stellvertretend für das die Stadt Preetz umgebende Wasser.
Das Mittelfeld deutet auf die in der Gegend einzige und wichtige Furt in Preetz durch die Schwentine. Die Furt sowie die Eignung als Fluchtburg haben dem Ort die frühere Bedeutung gegeben und ließen ihn geeignet erscheinen, im Jahre 1226 das «Marienfelder Kloster» an diesen Platz zu verlegen.
Städtepartnerschaften
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Filmtheater
Museen
Erstes Circus-Museum in Deutschland
Das
Erste Circus-Museum in Deutschland eröffnete am
15. Oktober 1974 und zeigt auf einer Fläche von 316m² eine Sammlung von Bildern, Plakaten, Kostümen, Requisiten und Circus-Modellen.
1990 wurde der
Verein der Freunde und Förderer des Circus-Museums Preetz gegründet.
Heimatmuseum Preetz
Die Sammlung des im
Januar 1993 eröffneten
Heimatmuseums Preetz umfasst die drei Schwerpunkte
regionale Archäologie,
Stadtgeschichte und
örtliches Handwerk.
Freizeit, Sehenswürdigkeiten & Tourismus
Regelmäßige Veranstaltungen
- Verschiedene Veranstaltungen und Ausstellungen vom April bis zum September werden seit 1998 unter der Bezeichnung Preetzer Kultursommer zusammengefasst.
- Jeweils am 3. Samstag im August findet auf dem Preetzer Markt ein Kunsthandwerkermarkt statt.
- Seit 1988 findet im September das Preetzer Papiertheatertreffen, die größte internationale Zusammenkunft von Papiertheaterspielern in Europa, statt.
- Das traditionelle Stadtfest, das Schusterfest, findet im Mai statt. Jeweils am letzten Samstag im Mai findet seit 1976 in der Innenstadt das traditionelle Preetzer Schusterfest – ein Stadtfest für groß und klein - statt. Künstlerische Darbietungen und viel Musik sorgen für Spiel, Spaß und Unterhaltung. Während tagsüber sehr viele Aktionen für und mit Kindern stattfinden, wird abends ein umfangreiches Musikprogramm mit den unterschiedlichsten Gruppen und Bands für Jung und Alt geboten. Es ist das größte Fest für einen Tag in Schleswig-Holstein.
- Seit 1984 wird im September der 10-Meilen-Schusterlauf rund um den Lanker See veranstaltet.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Bis zum
14. Juni 2004 verlief die
Bundesstraße 76 in Nord-Süd-Richtung durch Preetz, heute verläuft die Straße östlich der Stadt. Ausgehend von der alten Bundesstraße 76 an der Schwentine-Brücke verläuft die Landstraße 211, die weiter östlich an die
Bundesstraße 202 (
Rastorfer Kreuz) anschließt.
Von der Landstraße 211 gelangt man heute zwischen der Stadt und dem Gewerbegebiet Preetz-Wakendorf auf die Bundesstraße 76. Südlich von Preetz ist die alte Trasse der Bundesstraße 76 im Bereich des Sophienhofer Kreuzes ebenfalls an dieselbe angeschlossen.
Im Jahre 1866 wurde die Eisenbahnstrecke von Kiel nach Ascheberg - Eutin - Neustadt eröffnet. Preetz erhielt so einen Bahnhof für Personen- und Güterverkehr, letzterer wurde 1990 eingestellt.
1910 wurde eine Kleinbahn nach Kirchbarkau sowie nach Lütjenburg in Betrieb genommen (Personen- und Güterverkehr). Schon 1931 wurde der Personenverkehr nach Kirchbarkau wieder aufgegeben, 1938 endete dann auch der Personenverkehr nach Lütjenburg, gleichzeitig auch der gesamte Güterverkehr. Die Kleinbahn wurde abgebaut.
Ansässige Unternehmen
Die FRANK Druck GmbH & Co. KG wurde
1957 in Preetz als Buchdruckerei gegründet und ist heute eine der größten
Druckereien
Norddeutschlands.
Ehemalige Unternehmen
- Berg-Brauerei Jaeger & Schmidt, Am Schützenplatz, 1892-1952.
- H. Donath Malzfabrik, Kieler Straße, gegründet 1891
- Eich-Brauerei, Gasstraße
- Fleisch- und Wurstfabrik Johannes Schön, Hufenweg
- Konservenfabrik Jokisch, Am Schützenplatz
Öffentliche Einrichtungen
- Klinik Preetz, Krankenhaus des Kreises Plön
- Stadtbücherei
Sportstätten
- Fichtestadion
- Jahnplatz
- Schwimmhalle
Institutionen
Bildung
Die schulische Bildung steht unter der Trägerschaft des Schulverbands Preetz Stadt und Land. Somit stehen auch einige Einrichtungen des Umlandes zur Verfügung.
- Friedrich-Ebert-Schule: betreute Grundschule, Kinderhort, Hauptschule
- Hermann-Ehlers-Schule: Grundschule, betreute Grundschule, Kinderhort
- Fachgymnasium Kreis Plön: Gymnasium
- Theodor-Heuss-Realschule: Realschule
- Friedrich-Schiller-Gymnasium: Gymnasium
- Volkshochschule Preetz e.V.: Volkshochschule
- Wilhelminenschule und Förderzentrum: betreute Grundschule, Kinderhort, Hauptschule
- Schule am Kührener Berg: Schule für Geistigbehinderte des Kreises Plön
Persönlichkeiten
Preetzer Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- Bünn, Albert, Preetzer Schuhmachermeister, meldete 1948 den Stollenschuh zum Patent an.
- Christiansen, Sabine, geborene Frahm, geboren am 20. September 1957 in Preetz/Holstein, aufgewachsen in Schellhorn bei Preetz, 1976-1983 Deutsche Lufthansa, 1987-1997 Moderatorin der ARD "Tagesthemen", seit 1997 Leitung der ARD-Sendung "Sabine Christiansen".
- Lüdemann, Hermann, ehemaliger Ministerpräsident von Schleswig-Holstein.
- Mack, Allison, amerikanische Schauspielerin, bekannt aus der Serie Smallville, wurde am 29. Juli 1983 in Preetz geboren.
Literatur
- Brita Gräfin von Harrach: Preetz im Wandel der Jahrhunderte. Kiel: Uni-Service Kiel, 1983.
- Peter Pauselius
- Preetz unter dem Hakenkreuz, Großbarkau: Ed. Barkau, 2001, ISBN 3928326295.
- Dokumentation über die Kriegsgefangenen, Fremd- und Ostarbeiter in Preetz 1939-1946. in: Francia, 25/3, 1998, S.286ff., ISBN 3928326120.
- Stadt Preetz (Hrsg.): Preetz: Landschaft, Mensch, Kultur. Großbarkau: Ed. Barkau, 2000, ISBN 3928326244.
- Stadt Preetz (Hrsg.) (Text: Wilhelm Stölting): Preetz, Lebensbild einer holsteinischen Stadt. Preetz: Stadt Preetz, 1970.
- Marlies Buchholz: Anna selbdritt. Königstein i. Ts. 2005 (= Die Blauen Bücher), S. 4-27 über das Adelige Kloster Preetz und den dortigen Sippen-Altar. ISBN 3-7845-2113-4
Weblinks
Ort in Schleswig-Holstein
Preetz