| Wappen | Karte |
|---|---|
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| Wahlspruch: | Praga Caput Rei Publicae |
| Basisdaten | |
| Region (kraj): | Prag |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | zwischen 177 und 399 m ü. NN |
| Fläche: | 496 km² |
| Einwohner: | 1.181.610 (31. Dezember 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 2.382 Einwohner je km² |
| Postleitzahlen: | 100 00 - 110 00 |
| Vorwahl: | 2 |
| ISO 3166-2: | CZ-PR
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| KFZ-Kennzeichen: | APrag-West (Praha-západ): PC & PZPrag-Ost (Praha-východ): PH & PY
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| Stadtgliederung: | 57 Stadtteile und 22 Verwaltungsbezirke |
| Website: | praha.cz und www.praha-mesto.cz |
| Politik | |
| Regierender Bürgermeister (Primator): | Pavel Bém (ODS) |
Prag (tschechisch Praha) ist die Hauptstadt der Tschechischen Republik und der Mittelböhmischen Region (Středočeský kraj). Gleichzeitig ist Prag (Hlavní město Praha) selbstständige Verwaltungseinheit (Hlavní město Praha).
Die Arbeitslosenquote liegt schon seit Jahren bei rund 3,4% der Prager Bevölkerung, das entspricht etwa 20.000 Arbeitslosen.
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Die Baustile in Prag sind sehr vielfältig. Man findet romanische, gotische, Renaissance-, barocke, Rokoko-, klassizistische, Empire-, Jugendstil- und kubistische Gebäude, Kirchen, Türme oder andere Bauwerke und Artefakte.
Der Kaufmann Ibrahim ibn Jaqub bezeichnete Prag als "die Stadt gebaut aus Stein und Kalk" oder "Steinernes Prag". Weitere Bezeichnungen für Prag waren Praga totius Bohemiae domina (Prag, die Herrin von ganz Böhmen) und Praga mater urbium (Prag, die Mutter aller Städte). Im Mittelalter wurde Prag als Praga caput regni (Prag, das Haupt des Königreichs) bezeichnet. Von Karl IV. wurde Prag auch die "Goldene Stadt" genannt. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts wurde sie auch die "Stadt der hundert Türme" genannt.
Am bekanntesten sind sicher die Prager Burg mit dem Veitsdom, die Karlsbrücke und der Altstädter Ring mit Teynkirche, Ungelt, Rathaus und astronomischer Uhr (Orloj). Aber auch die zweite mittelalterliche Burg, der Vyšehrad mit der St. Peter-und-Pauls-Kirche, lohnt einen Besuch. Die Prager Altstadt wird besonders durch ihre alten Häuser, die oft bis in die Romanik und Gotik zurückreichen, ihre zahlreichen Kirchen und romantischen Gassen geprägt. Auf der Kleinseite und in der Hradschin-Stadt dominieren dagegen prächtige Palais aus der Renaissance und dem Barock, darunter auch das Palais Lobkowicz mit der deutschen Botschaft, die 1989 als Zufluchtsort von Flüchtlingen aus der DDR gesamtdeutsche Geschichte schrieb. Unweit der beiden Stadtteile liegt das Kloster Strahov.
Wären dagegen in der Neustadt nicht das Neustädter Rathaus am Karlsplatz und viele Kirchen und Klöster aus der Gotik und dem Barock erhalten, würde man kaum vermuten, dass auch sie bereits in der Mitte des 14. Jahrhunderts gegründet wurde. Dies gilt besonders für den belebtesten Platz in Prag, den Wenzelsplatz, der als von mondänen Einkaufspassagen gesäumter Boulevard kaum noch an seinen mittelalterlichen Ursprung erinnert. Nur die Kirche St. Maria Schnee gibt noch ein Zeugnis seiner großen Bedeutung schon in früherer Zeit. Berühmt ist Prag ebenso für seine zahlreichen Jugendstilbauten. In Prag konnte sich der Kubismus auch in der Architektur entfalten.
Auch die moderne Architektur ist mit einigen exzeptionellen Bauten wie Frank Gehrys "Ginger and Fred" oder dem Fernsehturm vertreten. Ein weiterer bemerkenswerter Aussichts- und Sendeturm ist der dem Eiffelturm nachempfundene Petřínská rozhledna. Der 60 m hohe Turm wurde 1891 errichtet. Die Stadt Prag wird besonders geprägt durch die Moldau, die von 13 großen Brücken aus verschiedenen Zeiten überspannt wird.
Unter Kaiser Karl IV. und seinem Sohn Wenzel IV. erblühte die Stadt als Hauptstadt des Heiligen Römischen Reiches in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts wirtschaftlich, kulturell, politisch und auf vielen weiteren Gebieten. Hier wurde 1348 die Karls-Universität als erste Universität in Mitteleuropa gegründet. Die Prager Universität war somit die erste deutsche Universität. Durch den Bau der Prager Neustadt im selben Jahr wurde die Agglomeration mit weit über 40.000 Einwohnern viertgrößte Stadt nördlich der Alpen und hinsichtlich ihrer Fläche drittgrößte Stadt in Europa. Ab dem Jahr 1419 wurde sie jedoch in den Hussitenkriegen schwer erschüttert und teilweise zerstört.
Ende des 16. Jahrhunderts machte Kaiser Rudolf II. Prag wieder zur Residenzstadt. Von dieser Zeit zeugen prachtvolle barocke Palais und Kirchen. Durch den zweiten Prager Fenstersturz wurde dann der Dreißigjährige Krieg ausgelöst und auch der Siebenjährige Krieg hinterließ Spuren.
Um 1900 war das nach außen weltoffene Prag Sitz der ersten im Gebiet des mittelalterlichen Deutschen Reiches gegründeten Universität, einem Treibhaus für Künstler und nachwachsende Literaten. Allein drei Dichterkreise wetteiferten miteinander: Den engeren Prager Kreis bildeten Max Brod und seine Freunde Franz Kafka, Felix Weltsch und Otto Baum. Der Verein "Wefa" umfasste viele Autoren, die heute kaum noch bekannt sind, wie z. B. Friedrich Adler. Einem anderen Verein, der neuromantische Kreis Jung-Prag gehörten zum Beispiel Rilke, Gustav Meyrink, der beruflich in Prag zu tun hatte, und der junge Franz Werfel an. In dieser Zeit war Prag als Stadt des Vielvölkerstaates Österreich-Ungarn durch einen regen Austausch zwischen den Nationalitäten geprägt.
Um 1860 verlor Prag seine seit dem Mittelalter bestehende deutsche bzw. deutschsprachige Bevölkerungsmehrheit. Bei der tschechoslowakischen Volkszählung von 1930 gaben noch 42.000 Prager Deutsch als Muttersprache an, sie lebten vor allem im Stadtzentrum (Stadtteile Altstadt und Kleinseite).
Während des Zweiten Weltkrieges war auch Prag von deutschen Truppen besetzt. 1939 lebten etwa 120.000 Juden in den böhmischen Ländern, viele davon in Prag. Von diesen wurden etwa 78.000 von den Nationalsozialisten umgebracht.
Als am 1. Mai 1945 in Prag die Nachricht vom Selbstmord Hitlers bekannt wurde, wurde die aus Berlin angeordnete dreitägige Trauerbeflaggung noch ohne Widerstand durchgeführt. Erst am Nachmittag des 4. Mai kam es in der Stadt zu einem Aufstand, der auch von den Truppen der Russischen Befreiungsarmee des Generals Wlassow unterstützt wurde, und zu Barrikadenkämpfen. Am 9. Mai erreichten die Truppen der Roten Armee Prag und konnten es nach Kämpfen einnehmen. Dabei ließen über 800 Rotarmisten ihr Leben. Auf Anordnung Stalins wurden viele Angehörige der Prager Einheiten der Wlassow-Armee ebenso wie Wlassow selbst inhaftiert. Noch während der Flucht bombardierten deutsche Flugzeuge punktuell die Stadt.
In den in Prag stationierten Wehrmachtseinheiten befanden sich viele Österreicher. Diesen wurde angeboten, sich kampflos zu ergeben und ohne Kriegsgefangenschaft abzuziehen, was die meisten auch annahmen. Truppen der Waffen-SS versuchten, noch Häuser zu sprengen. Dies konnte durch den Einsatz der Barrikadenkämpfer verhindert werden. Heute feiert Prag an jedem 9. Mai den Tag der Befreiung.
Unmittelbar nach Kriegsende im Mai 1945 wurden die Prager Deutschen fast ausnahmslos vertrieben. Viele von ihnen wurden zunächst interniert, etwa 5.000 kamen ums Leben. 1945 wurden auch die in Prag ansässigen Ungarn enteignet und bis 1947 zum Teil nach Ungarn zwangsausgesiedelt.
Das ganze 20. Jahrhundert hindurch behielt Prag den Rang einer europäischen Metropole. Dem konnten weder die deutsche noch die sowjetische Besetzung oder der autoritäre Kommunismus sowjetischer Prägung etwas anhaben. Während des Prager Frühling 1968 wurde auf friedliche Weise versucht, den vorherrschenden autoritären Sozialismus durch einen Sozialismus mit menschlichem Antlitz zu ersetzen. Dies wurde von Truppen des Warschauer Pakts mit Waffengewalt niedergeschlagen. 1989 war Prag Schauplatz der so genannten Samtenen Revolution, die das Ende des sozialistischen Regimes in der damaligen Tschechoslowakei bedeutete.
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1230 | etwa 3-4.000 1 |
| 1370 | etwa 40.000 2 |
| 1600 | etwa 60.000 2 |
| 1804 | 76.000 |
| 1837 | 105.500 |
| 1850 | 118.400 (157.200) 3 |
| 1880 | 162.300 (314.400) 3 |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1900 | 201.600 (514.300) 3 |
| 1925 | 718.300 |
| 1950 | 931.500 |
| 1980 | 1.182.800 |
| 1998 | 1.193.300 |
| 2001 | 1.169.100 |
| 2005 | 1.173.000 |
| Bemerkungen: |
| 1 Nur Altstadt |
| 2 Altstadt, Neustadt, Kleinseite und Hradschin |
| 3 mit Vororten |
| Die Nummern neben den anderen Jahren kennzeichnen die Bevölkerung von Prag innerhalb der Regierungsbezirke der Stadt zu dieser Zeit. |
Jede Verordnung und der Etat der Stadt müssen durch die Vertretung der Hauptstadt Prag, auch Stadtparlament genannt, verabschiedet werden. Die Stadtverwaltung heißt "Magistrat". Ihre Aufgabenbereiche sind die Selbstverwaltung der Kommunen und teilweise die Staatsverwaltung. Die Verwaltung der einzelnen Stadtteile wird Stadtteilbehörde genannt. Die Selbstverwaltung der Kommunen wird von der entsprechenden Stadtteilbehörde ausgeübt. Die 22 Verwaltungsbehörden üben zusammen mit dem Magistrat der Stadt auch die Aufgaben der Staatsverwaltung aus. Man nennt diese Behörden auch Zuständige Behörden.
Das Bruttoinlandsprodukt betrug 2002 620 Mrd. Kronen (d.h. 25,7 % des gesamten BIP, in Marktpreisen) mit einem sehr hohen Ergebnis je Kopf der Bevölkerung (226 % des Landesdurchschnitts und - nach Kaufkraftparitäten). Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht Prag einen Index von 138.2 (EU-25:100) (2003).Eurostat News Release 63/2006: Regional GDP per inhabitant in the EU 25*
Gefolgt werden diese zwei Branchen durch die polygrafische Industrie mit knapp 24.500 Mio. Kronen Produktion; die Stellung dieses Zweiges wird dadurch unterstrichen, dass Prag in diesem Zweig infolge einer großen Konzentration (mit 44 Prozent der Gesamtproduktion) prozentuell die erste Stelle in der Tschechischen Republik einnimmt.
Im Stadtgebiet sind jedoch auch weitere traditionelle Industriezweige angesiedelt:
Andere Branchen spielen eine eher untergeordnete Rolle.
Wichtigste Bahnhöfe sind der Hauptbahnhof (Praha Hlavní nádraží, hl.n.), Holešovice, Smíchov und Masarykovo nádraží (Masaryk-Bahnhof). Der Flughafen befindet sich in Ruzyně im Nordwesten der Stadt. Außerdem besitzt Prag einen Moldauhafen.
Siehe auch: Verkehrsgesellschaft der Hauptstadt Prag AG
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Im klassizistischen Ständetheater (Stavovské divadlo) im Herzen der Altstadt wurden zwei Opern von Wolfgang Amadeus Mozart uraufgeführt (La Clemenza di Tito und Don Giovanni).
Das Marquis de Sade (benannt nach Donatien Alphonse François de Sade) und das U Malého Glena (= beim kleinen Glen) sind Kneipen, in denen unter anderem Live-Jazz und Blues gespielt wird. Ein großer Anteil der Musiker kommt aus dem Ausland und lebt nur temporär in Prag.
Jo's Bar und U Glaubiců sind benachbarte Kneipen mit Restaurant auf der Prager Kleinseite mit sehr tiefen, historischen Kellergewölben. Der Keller von U Glaubiců ist über 700 Jahre alt.
Am Wenzelsplatz befinden sich zwei weitere größere Clubs: Das Duplex ist ein bekannter Dance-Club, der auch bei Prominenten beliebt ist. So feierte Mick Jagger hier 2003 während der Rolling Stones-Tournee "40 Licks" seinen 60. Geburtstag. Gegenüber auf der anderen Seite des Wenzelsplatzes liegt in einem Kellergeschoss der Ende 2004 eröffnete Dance Club Stonx. Im Roxy Dance Club wird Musik aus verschiedenen Richtungen live und aus der Kiste gespielt. Das Chateau, ehemals das Chapeau Rouge ist ein Club mit Cocktailbar, Biertheke und Tanzfläche. Das Radost FX ist auch ein beliebter Club ähnlich wie das Palác Akropolis.
Wer beim Clubbing allerdings auch mal auf ein paar Tschechen treffen will, sollte auf jeden Fall auf das House-Boat "U Bukanyra" gehen. Für den Ausklang eines gelungenen Abends bietet sich der "Club 54" in der Hybernska an (Nähe Wenzelsplatz Hauptbahnhof), der von 5 Uhr morgens bis 12 Uhr Mittags gut gefüllt ist.
Eishockey und Fußball sind die beliebtesten Sportarten in Prag, Sparta Prag und Slavia Prag sind die zwei bedeutenden Clubs. Das Strahov-Stadion ist das größte der Welt und wurde zu Zeiten des Kommunismus für Massenveranstaltungen genutzt. 2004 wurde die 18.000 Zuschauer fassende Sazka Arena eröffnet.
Prag | Ort in Tschechien | Hauptstadt in Europa | Hauptstadt in der EU | Tschechische Kraj
براغ | Прага | Прага | Prag | Praga | Praha | Praga | Prâg | Prag | Πράγα | Prague | Prago | Praga | Praha | Praga | پراگ | Praha | Prague | Prág | Pràg | Praga - Praha | פראג | Prag | Prága | Praga | Praha | Praha | Prag | Praga | プラハ | პრაღა | 프라하 | Praga | Prag | Praag | Praha | Prāga | Praha | Praag | Praha | Praha | Прагæ | Praga | Praga | Praga | Прага | Prag | Prague | Praha | Praga | Праг | Prag | Prague | Prag | پراگا | Прага | Praha | 布拉格