Als Präzisionsgelenkte Munition (engl. Smart Munition oder Smart Bombs) werden selbststeuernde Raketen, Flugkörper und Bomben bezeichnet, die nach dem Verlassen des Trägersystems ihre Fluglage beeinflussen können und eine gegenüber ungelenkter Munition größere Zielgenauigkeit erreichen.
Präzisionsgelenkte Waffen beinhalten neben dem Sprengkopf einen elektronischen Sensor, ein Kontrollsystem, steuerbare Leitwerke und eine Energieversorgung in Form einer Batterie. Der Hauptunterschied von präzisionsgelenkter Munition besteht in der Zielerfassung, also der Art und Weise, wie der Sensor ein Ziel als solches erkennt.
Die US-Armee begann während des Ersten Weltkriegs mit Experimenten von ferngesteuerten, funk-gelenkten Flugzeugen, jedoch mit geringem Erfolg. Erst während des Zweiten Weltkriegs wurden maßgeblich die technischen Grundlagen steuerbarer Bomben entwickelt. Die erste einsatzfähige, funkgesteuerte Waffe war der in Deutschland entwickelte Seezielflugkörper mit der Bezeichnung Fritz X, welcher am 9. September 1943 das italienische Schlachtschiff Roma versenkte.
Bei optisch-gelenkten Waffen wird von einer an der Spitze montierten Kameraoptik während der Flugphase eine "Bombensicht" des Ziels an den Waffensystemoffizier übermittelt, der mittels an der Bombe angebrachter steuerbarer Leitwerke den Kurs korrigiert und die Zielführung bis zum Einschlag vornimmt.
Das nach dem Zweiten Weltkrieg eingestellte US-amerikanische Entwicklungsprogramm für optisch-geführte Waffen wurde während des Koreakriegs fortgesetzt. In den 1960er Jahren wurden dann erstmals elektro-optische Kamera-Bomben eingesetzt. Derartige Waffen kamen auch zunehmend durch die United States Air Force in den letzten Jahren des Vietnamkriegs zum Einsatz, da sich das politische Klima zunehmend gegen die Tolerierung von sogenannten Kollateralschäden durch Flächenbombardements wendete.
Obwohl optisch-geführte Waffen nicht die Präzision von laser- und satellitengelenkten Waffen erreichen, kommen diese nach wie vor zum Einsatz. Die United States Navy verwendet die TV-geführte Gleitbombe AGM-62 Walleye in Verbindung mit dem AAW-144 Data Link Pod an dem trägergestützten Jagdbomber McDonnell Douglas F/A-18.
Laser-gelenkte Waffen waren bis zur Entwicklung von Mikroprozessoren nur in geringen Umfang verfügbar. Sie wurden in begrenzter Stückzahl erstmalig durch die britischen Streitkräfte im Falklandkrieg im Jahr 1982 eingesetzt. Der erste umfangreichere Einsatz war 1991 während der Operation Desert Storm in Kuweit, auch wenn in diesem Konflikt nach wie vor 93% aller Bomben ungelenkt waren. 1999 wurden Laser-gelenkte Waffen wie die AGM-114 Hellfire und AGM-65E Maverick in großer Stückzahl im Kosovo-Krieg eingesetzt, wo deren Effektivität jedoch unter den schlechten Wetterbedingungen in der südlichen Balkanhalbinsel litt.
Die Kreisfehlerwahrscheinlichkeit, also der Radius in dem der Sprengkopf mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% einschlägt, beträgt bei GPS-Systemen 13 m. Die Trägheitsnavigation erreicht im Vergleich dazu nur 30 m und steigt (im Gegensatz zum GPS) mit zunehmender Abwurfshöhe an. Die Zielgenauigkeit satellitengelenkter Waffen ist sowohl von der Präzision des Messsystems zur Lagebestimmung als auch von der Genauigkeit der Zielkoordinaten abhängig. Letztere sind maßgeblich von Geheimdienstinformationen beeinflusst, welche oft nicht präzise sind.
Satellitengelenkte Marschflugkörper wie die BGM-109 Tomahawk und AGM-86 Cruise Missile wurden 2003 erstmalig in großer Zahl durch die US-Streitkräfte bei der Operation Iraqi Freedom eingesetzt, um in einer ersten Angriffswelle ohne Gefährdung eigener Piloten die irakischen Luftabwehrstellungen und Kommunikationszentren zu vernichten.
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