Die Präfektur Aichi (Jap.: 愛知県 Aichi-ken) ist eine der Präfekturen Japans. Sie liegt in der Region Chūbu auf der Insel Honshū. Sitz der Präfekturverwaltung ist Nagoya.
Geschichte
Früher existierten auf dem Gebiet der heutigen Präfektur Aichi die Provinzen Owari und
Mikawa. Owari lag in der Mitte von Honshu und war ein wichtiger Ort, um die östlichen Provinzen mit Provinzen in der Mitte und der damaligen Hauptstadt (
Nara und danach
Kyōto) zu verbinden. Die berühmten
Daimyō Oda Nobunaga und
Toyotomi Hideyoshi kamen aus Owari,
Tokugawa Ieyasu aus
Mikawa. Nobunaga gründet die Stadt
Nagoya und die Burg. Nachdem Ieyasu
1602 das
Shōgunat gegründet hatte, ließ er seinen Sohn und seine treuen Männer diese zwei Provinzen regieren. Ieyasu teilte sie in zwei Provinzen ein und gab die meisten Teile von Owari seinem Sohn, der Nagoya zur Hauptstadt machte. Ieyasu teilte Mikawa in etwa 10 Teile und gab seine Männer den Fürsten je eines.
Nach der Meiji-Restauration wurde das Han-System aufgehoben und Präfekturen gegründet. Die Provinzen Owari und Mikawa wurden zur Präfektur Aichi zusammengefasst. Heute sind die ehemaligen Provinznamen noch in zahlreichen Orts- und Bahnhofsnamen sowie auf den Nummernschildern zu sehen.
Geographie
Die Präfektur Aichi befindet sich nahe dem Zentrum der japanischen
Inselkette. Im Süden befinden sich die
Ise und
Mikawa Bucht. Im Osten grenzt Aichi an die
Präfektur Shizuoka, im Nordosten an die
Präfektur Nagano, im Norden an die
Präfektur Gifu und im Westen an die
Präfektur Mie. Von Osten nach Westen misst die Präfektur 106 km, von Norden nach Süden 94 km. Insgesamt besitzt Aichi eine Fläche von 5.153,81 km² was etwa 1,36% der Gesamtfläche Japans entspricht. Der höchste Punkt ist
Chasuyama mit einer Höhe von 1415 m über
Normal Null.
Image:Aichi Prefecture shadow picture.png|Umriss der Präfektur
Image:MikawaBayAicJpLandsat.jpg|Landsat-Aufnahme der Mikawa-Bay
Wirtschaft
Aichis Industrieproduktion ist die größte aller Präfekturen in Japan. Aichi ist bekannt als Zentrum der Fahrzeug- und Luftfahrtindustrie. Ferner ist die Präfektur Aichi das Herz des Japanischen Werkzeugmaschinenbaues. Verschiedene Firmenzentralen befinden sich in Aichi:
Firmen wie
Bayer,
Daimler Chrysler,
Fuji Heavy Industries,
Mitsubishi,
Pfizer,
Sony,
Suzuki, und
Volkswagen besitzen Fabriken in Aichi.
Vom 25. März bis zum 25. September 2005 fand in der Präfektur Aichi unter dem Motto "Weisheit der Natur" die Expo 2005 statt. Ausstellungsgebiet waren die Städte Seto und Nagakute.
Image:Toyota Headquarter Toyota City.jpg|Toyota-Hauptquartier
Image:Expo 2005 Flaggs and Corporate Pavillion Zone.jpg|Expo 2005
Verkehr
Größte Bahngesellschaften in Aichi sind
JR Central (Teil der
Japan Railways-Gruppe) sowie die Privatbahn
Meitetsu.
Aichi ist über den Tokaido-
Shinkansen an das japanische Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsnetz angeschlossen. Shinkansen-Bahnhöfe gibt es in
Nagoya,
Toyohashi und Mikawa-
Anjo.
Das Autobahnnetz ist dicht ausgebaut, aufgrund der hohen Verkehrsdichte jedoch auch stark belastet. Aichi hat nach Hokkaido die meisten Verkehrsunfälle in Japan.
Wichtigste Autobahnen: Tomei-Expresseway (Tokyo-Nagoya), Meishin-Expressway (Nagoya-Kobe), Chuo-Expressway (Nagoya-Nagano-Tokyo). 2005 eröffnet: Isewangan-Expressway (Toyota-Yokkaichi) und Tokai-Kanjo-Expressway (Toyota-Gifu). Im Bau: New-Tomei-Expressway (Tokyo-Toyota)
Am 17. Februar 2005 wurde der neue Central Japan International Airport (Chubu-Kokusai-Kuko) eröffnet. Daneben existiert noch der Flughafen Nagoya (Komaki-Airport), der vorher der wichtigste Flughafen war und nun noch für einige Regionalflüge genutzt wird.
Wissenschaft
In der Präfektur liegen zahlreiche Universitäten. Die größte und angesehenste Universität ist die staatliche
Universität Nagoya, an der u.a. Ryoji Nori, Nobelpreisträger 2001, lehrt.
Tourismus
Erwähnenswerte Tourismusziele in Aichi sind ein Besuch der
Toyota Autofabrik, der Affenpark in
Inuyama sowie die Schlösser in
Nagoya und
Inuyama. Aufgrund der Lage Aichis an der östlichen Küste gibt es einige landschaftlich attraktive Gegenden, jedoch verglichen mit der
Präfektur Shizuoka gibt es keine besonderen Badestrände. Die meisten Touristenattraktionen sind von Menschen gefertigt und handeln von der Geschichte der Region.
Zu den Sehenswürdigkeiten der Präfektur zählen:
- Aichi-Hochland Quasi-Nationalpark
- Atsutajingu-Schrein: ein alter Shinto-Schein mit 1.000jährigen Bäumen und einem der drei göttlichen Symbole des japanischen Kaiserhauses
- Kap Irago: westlichster Punkt der Atsumi-Halbinsel
- Schloss Inuyamajo: 1537 errichtet, in Inuyama
- Meiji-Dorf: einer der ersten Themenparks in Japan mit 63 Gebäuden aus der Meiji-Zeit, in Inuyama
- Horaiji-Berg: 684 Meter hoher ruhender Vulkan, in Horai
- Ninomaru-Garten am Schloss von Nagoyajo: angelegt im Jahr 1625, in Nagoya
- Tenryu Okumikawa Quasi-Nationalpark: erstreckt sich über die Präfekturen Aichi, Shizuoka und Nagano mit dem 1.415 Meter hohen Chausu-at-Berg, dem höchsten Berg in Aichi
- Tokugawa-Kunstmuseum: 10.000 Werkzeuge und Artikel des täglichen Gebrauchs
Bildergalerie
Bild:Ferris Wheel - Port of Nagoya.jpg|Riesenrad im Hafen von Nagoya
Bild:Kiyosu Castle.JPG|Burg von Kiyosu
Bild:View from Inuyama castle.jpg|Sicht von der Inuyama-Burg über den Fluss Kiso
Bild:Centair 2003 09.jpg|Chubu International Airport
Symbol
Das Symbol der Präfektur Aichi existiert seit
1950 und besteht aus den stilisierten Hiraganazeichen あ (
a), い (
i) und ち (
chi).
Auslandsvertretungen und Partnerschaften
Zwischen
1972 und
1997 existierte in
Hamburg ein
Repräsentanz der Präfektur Aichi der
Japanese External Trade Organization (
JETRO).
1997 zog sie nach
Berlin um, wurde dort jedoch im Jahr
2003 aufgelöst und mit dem Pariser Büro zusammengelegt.
Die Präfektur Aichi hat Partnerschaften mit:
Verwaltungsgliederung
Großstädte (市 shi)
- Sitz der Präfekturverwaltung: Nagoya
{| valign=top
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Landkreise (郡 gun)
Liste der Landkreise (郡
gun) der Präfektur Aichi, sowie deren Gemeinden (町,
cho oder machi) und Dörfern (村,
son oder mura).
Größte Orte
Weblinks
Präfektur Aichi
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