| Pottwal | ||||||||||||
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| Pottwal_an_der_Wasseroberfläche.jpg | ||||||||||||
| : | Laurasiatheria |
| : | Wale (Cetacea) |
| : | Zahnwale (Odontoceti) |
| : | Pottwale (Physeteridae) |
| : | Physeter |
| : | Pottwal |
Nächste Verwandte des Pottwals sind der Zwergpottwal und der Kleine Pottwal.
Der Körper ist massiv mit einem großen Kopf, der bis 1/3 der Gesamtlänge ausmacht. Der Rückenbuckel bzw. die Rückenflosse ist niedrig und variiert stark. Von der Rückenflosse bis zur Schwanzfluke zieht sich eine Reihe von Buckeln oder Zacken. Er hat kurze, stummelartige Brustflossen (Flipper). Die Fluke hat die Form von zwei aneinander liegenden rechtwinkligen Dreiecken, die an der Spitze leicht abgerundet und in der Mitte tief eingekerbt sind.
Das einzige (unpaare) Blasloch befindet sich an der oberen Spitze des Kopfes auf der linken Seite. Das Gehirn wiegt etwa neuneinhalb Kilogramm und ist das größte Gehirn aller Tiere.
Um sich oder jüngere Tiere vor eventuellen Feinden zu schützen, schwimmen die Pottwale in einer speziellen Formation, die Margaritenblüte genannt wird.
Der riesige Kopf eines Pottwals wird ganz von einem Organ ausgefüllt, das als Spermaceti-Organ bezeichnet wird. Dies ist ganz mit Walrat (auch Spermaceti genannt) gefüllt und kann allein ein Gewicht von zwei Tonnen haben. Da frühe Walfänger den Walrat wegen seiner typischen Konsistenz für das Sperma des Pottwals hielten, trägt das Organ seinen Namen, und der Pottwal heißt im Englischen noch immer „Sperm Whale“. Das Organ ist mit zwei Luftsäcken verbunden; diese Luftsäcke haben wiederum Verbindungen zu den Nasengängen. Obwohl das Spermaceti seit langem bekannt ist, ist seine Funktion weiterhin unklar. Als Theorien über den Sinn sind besonders verbreitet:
Keine dieser vier Theorien ist bis heute als einzige Möglichkeit bestätigt. Die Lautgebungen eines Pottwals haben wenig mit den Gesängen der Bartenwale gemein. Es handelt sich vielmehr um eine Folge von Klicklauten, die eine viel niedrigere Frequenz als die der Delfine haben. Die Sequenz der Klicklaute ist individuell verschieden.
Weibliche Pottwale bilden soziale Verbände mit ihren Jungen. Sie leben in Gruppen von etwa fünfzehn bis zwanzig Tieren; vor dem Zeitalter des Walfangs sollen diese Schulen noch weit größer gewesen sein und einige hundert Tiere umfasst haben. Geschlechtsreife Männchen müssen den Verband verlassen. Die jugendlichen Männchen schließen sich ihrerseits zu Gruppen zusammen, alte Männchen aber sind allein unterwegs.
In der Fortpflanzungszeit stoßen die Männchen wieder zu den Verbänden der Weibchen. Hier unterhält ein Männchen nun einen Harem von etwa zehn Weibchen. Das Sozialverhalten in dieser Zeit ist noch nicht vollständig geklärt. Manche Beobachtungen sprechen dafür, dass es zwischen rivalisierenden Männchen zu Kämpfen um das Recht der Haremsführung kommt, während andere den Aufbau einer Hierarchie zu belegen scheinen, in der sich mehrere Männchen einen Harem teilen.
Die Weibchen bringen ein Junges zur Welt, das 4 m lang ist und eine Tonne wiegt. Es wird ein bis zwei Jahre gesäugt, bevor es selbständig fressen kann. Weibchen werden im Alter von acht Jahren geschlechtsreif. Männchen sind theoretisch kurz darauf geschlechtsreif, verbringen aber sehr viele Jahre in den Verbänden jugendlicher Pottwale und beginnen für gewöhnlich erst im Alter von 25 Jahren, die Schulen der Weibchen aufzusuchen und Nachwuchs zu zeugen. Die Lebensdauer wird auf 75 Jahre geschätzt.
Walfänger in der Vergangenheit berichteten von weit größeren Dimensionen des Pottwals. So schätzte Owen Chase in dem Bericht über den Untergang des Walfängers Essex 1820 aufgrund eines Pottwalangriffs die Länge dieses Pottwals auf 85 Fuß beziehungsweise rund 25 Meter. Da das Walfangschiff selbst als eventueller Vergleichsmaßstab eine Länge in dieser Größenordnung hatte, kann diese Schätzung als realistisch angesehen werden. Dies wiederum lässt darauf schließen, dass die Walpopulation so dezimiert ist, dass die meisten Pottwale derzeit nicht zur vollen Größe auswachsen können.
Begehrt war neben dem Tran aus dem Speck, insbesondere das im Kopf befindliche Walrat (Spermaceti) und Ambra aus den Därmen. In den 1960ern und 1970ern waren alljährlich über 20.000 Pottwale getötet worden. Das Walfangmoratorium 1985 kam zu spät, um die Bestände zu retten. Heute wird die weltweite Gesamtpopulation auf 10.000 Pottwale geschätzt.
Die Geschichte von Moby Dick geht auf einen realen Pottwal zurück, der im 19. Jahrhundert durch die Medien ging. „Mocha Dick“ war ein männlicher Pottwal mit eher grauer als brauner Haut und einer weißen Narbe auf seinen Kopf. Seinen Namen verdankte er seiner ersten Begegnung mit Walfängern um 1810 nahe der Insel Mocha vor der chilenischen Küste. 1859 wurde er von einem schwedischen Walfänger erlegt.
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