Ein Postulat (von lat. postulatum Forderung) ist eine Behauptung, die unter Anerkennung eines (mitgelieferten) Beweisweges akzeptiert werden soll. Derjenige, der in einer Diskussion etwas postuliert, wagt eine These aufgrund ihm plausibel erscheinender Vorannahmen – die ausgewiesene Ausgangslage „fordert“ die Anerkennung der weiteren These ein; der Beweis bleibt aber, so die Sicht der anderen Diskussionsteilnehmer im Moment noch zu führen, darum bestehen sie darauf, dass es sich bei der Behauptung nur um ein Postulat handelt.
Das Wort ist vor allem in der Philosophie und dort in der Logik und in den Strömungen des Rationalismus beheimatet. Klassische Postulate sind etwa das der „besten aller möglichen Welten,“ demzufolge wir in der vollkommenen Welt leben, da Gott nur eine vollkommene Welt schaffen konnte. Das Postulat basiert auf der Prämisse, dass Gott per definitionem das vollkommene Wesen ist. Zu seiner Vollkommenheit gehört, dass er existiert und dass er keine unvollkommene Welt zulässt oder selbst schafft. Eine unvollkommene Welt steht mit der Definition Gottes in Widerspruch. Man kann dem entgegenhalten, dass die Welt nicht den Eindruck macht, perfekt zu sein. Die Verteidiger des Postulats werden ihrerseits Erklärungen (etwa die der Begrenztheit unserer Perspektive und unseres Urteilsvermögens) aufbieten, um ihre aus logischen Prämissen sich ergebende Forderung zu decken.
Bei christlichen Ordensgemeinschaften bezeichnet das Postulat einen mehrmonatigen Zeitraum, in dem die Bewerber das Leben in der Gemeinschaft kennenlernen können.
Wissenschaftstheorie | Logik | Kloster und Orden (römisch-katholisch)
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