Als postthrombotisches Syndrom (PTS) bezeichnet man die Auswirkungen des dauerhaften Schadens am tiefen Venensystem des Armes oder des Beines nach einer abgelaufenen Phlebothrombose.
Wegen der relativen Seltenheit von Armvenenthrombosen sind die Arme nur selten von einem PTS betroffen.
Krankheitsbild
Als Folge der Thrombose entstehen Schäden der Venenklappen, so daß es zu einem Blutstau im betroffenen Bein kommen kann. Im weiteren Verlauf können sich zunächst
Ödeme und sekundäre
Krampfadern bilden. Das Bein kann dabei als schwer empfunden werden und es können Beschwerden bis hin zu Spannungsschmerzen auftreten. Bei genügend langem Krankheitsverlauf kann es durch Ablagerung von Eisenpigment (= Hämosiderineinlagerung) zur Braunfärbung der Haut am Unterschenkel und später als Folge einer chronischen Unterversorgung der oberen Hautschichten mit arteriellem Blut zu strukturellen Hautschäden kommen (z.B. Atrophie blanche). Bei weiterer Hautschädigung entwickelt sich dann oft ein chronisches Unterschenkelgeschwür (
Ulcus cruris venosum). Die Geschwüre können dabei an fast jeder Stelle des Unterschenkels auftreten, bevorzugt ist die Region um den Innen- und den Außenknöchel betroffen.
Diagnosestellung
Ist eine früher abgelaufene Thrombose bekannt und liegen typische Beschwerden (s.o.) vor, so ist die Diagnosestellung einfach. Nicht selten verlaufen Thrombosen aber unerkannt und sind manchmal erst Jahre später durch das Vorliegen von postthrombotischen Beschwerden wahrscheinlich zu machen.
Mittel der Wahl ist die Untersuchung mittels farbkodierter Duplex
sonografie, bei der sich strukturelle Schäden des tiefen Venensystems und vor allem Venenklappenschäden gut nachweisen lassen. Eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel (
Phlebografie) ist nur ausnahmsweise erforderlich.
Therapie
Grundprinzip der Behandlung ist die Anwendung von Kompression von außen entweder durch Aufwickeln eines Kompressionsverbandes mit Kurzzugbinden oder durch Überziehen eines medizinischen
Kompressionsstrumpfes. Zugleich ist die Aktivierung der
Muskelpumpe wichtig, was durch aktives Bewegen der betroffenen Extremität erreicht wird (Ausdauersport, Spazierengehen). Hochlagern des Beines so oft wie möglich entlastet das Venensystem zusätzlich. Harntreibende Medikamente sind nur im Einzelfall und dann auch nur für kurze Zeit sinnvoll.
Prinzipiell gilt: Laufen und Liegen ist gut, Stehen und Sitzen ist schlecht.
Angiologie | Syndrom