In Deutschland werden für den Postversand seit dem 1. Juli 1993 fünfstellige Postleitzahlen verwendet, welche von der Deutschen Post festgelegt werden. An jeder Stelle steht eine dezimale Ziffer. Neben den Postleitzahlen für geographische Zustellgebiete gibt es auch eigene Postleitzahlen für Großkunden und Postfachschränke.
1941 wurden im Deutschen Reich zunächst zweistellige Postleitzahlen eingeführt, welche dann 1961 (damalige Bundesrepublik) bzw. 1965 (DDR) durch zwei unabhängige Systeme vierstelliger Postleitzahlen abgelöst wurden. Diese wurden dann wiederum 1993 durch das heutige System abgelöst.
Allgemein verbindlich im zivilen Postverkehr eingeführt wurden die Postleitzahlen mit 32 Leitgebieten am 19. Oktober 1943 mittels einer „Anweisung für den Briefverteildienst“. Seit 1944 wurde die Bevölkerung aufgefordert, die Zahlen zu nutzen. Es erfolgte außerdem eine Anpassung der Gebiete, so dass auch Kombinationen aus Zahlen und Buchstaben verwendet wurden, wie z.B. 5b für Ostpreußen.
| Nummer des Leitgebiets | Postleitgebiet | umfasste |
|---|---|---|
| 1 | Berlin Innenstadt und Berlin Außenstadt | Gau Berlin |
| 2 | Provinz Brandenburg | Gau Mark Brandenburg und Gau Pommern, den Stadtkreis Schneidemühl und die Landkreise Arnswalde, Friedeberg (Neumark) und Netzekreis |
| 3 | Mecklenburg | Gau Mecklenburg |
| 4 | Pommern | Gau Pommern |
| 5a | Westpreußen | Gau Danzig-Westpreußen |
| 5b | Ostpreußen | Ostpreußen |
| 5c | Ostland | Reichskommissariat Ostland |
| 6 | Wartheland | Gau Wartheland |
| 7a | Generalgouvernement | Generalgouvernement |
| 7b | Ukraine | Reichskommissariat Ukraine |
| 8 | Niederschlesien | Gau Niederschlesien |
| 9a | Oberschlesien | Gau Oberschlesien |
| 9b | Ostsudetenland | Gau Sudetenland (Ost) |
| 10 | Sachsen | Gau Sachsen, Gau Halle-Magdeburg und vom Gau Thüringen den Kreis Altenburg |
| 11a | Westsudetenland | Gau Sudetenland West |
| 11b | Protektorat Böhmen und Mähren | Protektorat Böhmen und Mähren |
| 12a | Alpen- und Donau-Reichsgau Ost | Gau Wien, Gau Niederdonau, Gau Steiermark |
| 12b | Alpen- und Donau-Reichsgau West | Gau Kärnten, Gau Oberdonau, Gau Salzburg, Gau Tirol-Vorarlberg |
| 13a | Nordbayern | Gau Bayreuth, Gau Franken, Gau Mainfranken |
| 13b | Südbayern | Gau München-Oberbayern, Gau Schwaben und vom Gau Bayreuth den Bezirk Niederbayern ohne die Landkreise Kötzting, Bogen, Straubing und Kelheim |
| 14 | Württemberg | Gau Württemberg-Hohenzollern |
| 15 | Thüringen | Gau Thüringen |
| 16 | Hessen | Gau Hessen-Nassau, Gau Kurhessen |
| 17a | Baden | Gau Baden |
| 17b | Elsaß | Teil von Gau Baden: Elsaß |
| 18 | Westmark | Gau Westmark |
| 19 | Gebiet Magdeburg, Anhalt | Gau Magdeburg-Anhalt |
| 20 | Provinz Hannover, Braunschweig | Gau Ost-Hannover, Gau Süd-Hannover-Braunschweig |
| 21 | Westfalen | Gau Westfalen-Nord, Gau Westfalen-Süd |
| 22 | Rheinland, Luxemburg | Gau Düsseldorf, Gau Essen, Gau Köln-Aachen, Gau Moselland |
| 23 | Gebiet Bremen, Oldenburg | Gau Weser-Ems und vom Gau Ost-Hannover die Landkreise Bremervörde, Wesermünde, Verden (Aller), Rotenburg (Hannover) und Osterholz-Scharmbeck sowie vom Gau Süd-Hannover-Braunschweig die Landkreise Grafschaft Hoya und Diepholz |
| 24 | Gebiet Hamburg, Schleswig-Holstein | Gau Hamburg, Gau Schleswig-Holstein und vom Gau Ost-Hannover die Landkreise Land Hadeln, Stade, Lüneburg, Harburg sowie Stadt Cuxhaven |
Bereits am 3. November 1961 waren diese im Amtsblatt des Ministers für Post- und Fernmeldewesen Nr. 126 bekannt gegeben worden. Das Verkehrsgebiet war nun in sieben Leitzonen unterteilt, diese wiederum in bis zu zehn Leiträume, jeder Leitraum in bis zu zehn Leitbereiche. Die vierte Stelle gab den Postort an. Bei „runden“ Postleitzahlen für große Städte (zum Beispiel 5300 Bonn) wurden üblicherweise die Nullen nicht geschrieben (53 Bonn). Dies änderte sich 1974 mit Einführung der ersten automatischen Verteilanlagen.
Das vierstellige System ging von einem geeinten Deutschland aus und reservierte die Bereiche 1001 bis 1999, 3600 bis 3999 und 9000 bis 9999 für den Osten Deutschlands, die damalige DDR. Daher wurden Postleitzahlen aus diesem Bereich nicht zugeteilt. Lediglich die 1000 wurde von Berlin (West) benutzt.
Die Bundespost machte ab 1962 Werbung mit dem Slogan „Vergißmeinnicht – die Postleitzahl, der schnelle Wegbegleiter“ für das neue System. Ab 1964 wurde, ebenfalls als Teil der Kampagne, im westdeutschen Fernsehen die Fernsehshow Vergißmeinnicht mit Peter Frankenfeld und dem Briefträger Walter Spahrbier ausgestrahlt.
Zum 1. Januar 1965 führte die Post der DDR ein eigenes vierstelliges Postleitzahlensystem ein. Dieses war gänzlich anders strukturiert als das westdeutsche und einzig und allein auf die DDR zugeschnitten. So wurden die Bereiche von 1000 bis 9999 auf sämtliche 15 Bezirke der DDR verteilt.
Außerdem war dieses System anders aufgebaut. Während westdeutsche Städte mit Ausnahme von Hamburg, Bremen, Gelsenkirchen, Wiesbaden und Frankfurt am Main nur eine einzige Postleitzahl hatten, bekamen größere Städte in DDR-Zeiten bereits mehrere Postleitzahlen zugeordnet. Im Gegensatz zum westdeutschen Postleitzahlensystem war der entsprechende Zustellbezirk im DDR-System bereits in der Postleitzahl integriert. In der Bundesrepublik war es dagegen üblich, für große Städte den Zustellbezirk nach dem Ortsnamen einzufügen. So wurde zum Beispiel auf einen Brief nach Hamburg-Horn
geschrieben, in der DDR dagegen reichte es aus, einen Brief nach Berlin-Adlershof mit
zu adressieren.
Die innerstädtischen Zustellbezirksnummern ihrerseits basieren auf einer Anweisung des Kaiserlichen General-Postamtes in Berlin aus dem Jahre 1873, in welchem das damalige Stadtgebiet von Berlin (und teilweise darüber hinaus) in neun Postbezirke eingeteilt wurde. Jedem dieser Postbezirke wurde ein seiner geografischen Lage entsprechendes Kürzel gegeben (N = Nord, SW = Südwest, C = Centrum). Nicht zufällig ist bei dem Zuschnitt der einzelnen Bezirke, dass fast jeder derselben einen bedeutenden Fernbahnhof in seiner Mitte hat. Auf diese Weise konnten die mit der Eisenbahn ankommenden Briefsendungen schon auf dem Wege nach Berlin noch im Zug nach ihrem Bestimmungsort in Berlin oder dem Bahnhof ihrer Weiterreise sortiert werden und die Zustellung beschleunigt werden.
Später wurde den geografischen Großbezirken noch die Nummer des nächsten Zustellpostamtes hinzugefügt, so dass die teilweise noch heute umgangssprachlichen Bezeichnungen wie SO 36 oder SW 61 etc. entstanden, die in Berlin-Kreuzberg zu einer verbreiteten Bezeichnung für die beiden Ortsteile geworden sind.
Die beiden unterschiedlichen Systeme bedingten, dass viele Postleitzahlen in Ost und West doppelt existieren. So stand die 5300 sowohl für Weimar im Osten als auch für Bonn im Westen. Bei dem Beispiel Weimar und Bonn gibt es die glaubwürdige Ankedote, dass die DDR Weimar bewusst die gleiche Postleitzahl wie Bonn gab, um auf diese Weise den Slogan "Bonn ist nicht Weimar" zu konterkarieren. So wurde der Kalte Krieg sogar in die Postleitzahlen getragen. Solange es zwei deutsche Staaten gab, waren doppelte Postleitzahlen nicht von Belang, denn für das Verschicken eines Briefes über die Staatsgrenze hinweg musste die Landesbezeichnung mit angegeben werden. Für Briefe von West nach Ost wurde zunächst, bedingt durch die Nichtanerkennung der DDR als Staat durch die Bundesrepublik, das X als Unterscheidungsmerkmal benutzt, dies wurde später durch DDR ersetzt.
Analog wurden Briefe von Ost nach West zeitweise mit einer Null (0-), später mit D- vor der westdeutschen Postleitzahl gekennzeichnet.
Um diesen Zustand zu ändern, lautete ein recht minimalistisch anmutender Vorschlag, lediglich jene Postleitzahlen zu ändern, die doppelt vergeben waren, aber ansonsten alles beim alten zu belassen. Damit wäre aber die unterschiedliche Adressformatierung in Bezug auf die Zustellbezirke weiterhin gegeben gewesen.
Die Post entschied sich daher für eine beiden Seiten gerecht werdende, aber auch radikale Lösung: Das neue Postleitzahlensystem mit fünfstelligen Zahlen wurde entwickelt, was eine Änderung aller Postleitzahlen mit sich brachte. Allerdings hatten sich bereits in den 1980er Jahren beim westdeutschen System die Mängel sehr deutlich gezeigt, die nun im Rahmen der fünfstelligen Lösung behoben werden konnten.
Ein weiterer Grund für die Einführung der fünfstelligen Postleitzahlen war die Automatisierung der Briefverteilung. Mit der Einführung des neuen Systems wurde die Grundlage für die Briefzentren geschaffen, mit welchen es möglich ist, die Briefe in nur zwei Sortiergängen den Zustellern zuzuführen.
Im neuen System wurden die Zustellbezirke – wie bereits im vierstelligen ostdeutschen System praktiziert – in die Postleitzahlen integriert. Zudem konnten Großempfänger nun auch eine eigene Postleitzahl erhalten. Neu und ungewohnt war aber auch, dass die 0 als führende Ziffer ins Spiel kam. Vereinzelt regten sich dagegen Proteste, weil man in einer 0 an erster Stelle die Gefahr einer Herabwertung eines Ortes sah.
Die Einführung des neuen Systems 1993 wurde von einer massiven Werbekampagne begleitet (mit der einer Hand ähnlichen Comicfigur Rolf (Synchronsprecher: Rolf Zacher) und dem Spruch „Fünf ist Trümpf“). Im neuen Postleitzahlenbuch wurde für jeden Ort mit mehreren Postleitzahlen das komplette Straßenregister mit der dazugehörigen Postleitzahl aufgeführt, da eine Straße in größeren Städten durchaus auch unterschiedliche Postleitzahlen aufweisen konnte. Ein Schwachpunkt dieses Verzeichnisses war, dass die Postleitzahlen von Großempfängern und Postfächern nicht aufgeführt waren.
Die bisher größte Änderung im neuen System fand 2001 statt, als in Leipzig im Zuge der erfolgten Eingemeindungen neben Umbenennungen von Straßen auch den neuen Ortsteilen neue Postleitzahlen zugeordnet wurden.
Insgesamt gibt es in Deutschland heute etwa 30.000 Postleitzahlen.
Eine Neuauflage des Postleitzahlenbuches gab es erstmals seit 1993, als es in einer Auflagenhöhe von 34 Millionen kostenlos an alle Haushalte in Deutschland verteilt wurde, am 4. Oktober 2005 in einer - nun allerdings kostenpflichtigen - Auflage von 3 Millionen Stück. Etwa einmal je Quartal erscheint eine CD-ROM mit den Postleitzahlen. Die Postleitzahlen können auch im Internet auf den Seiten der Deutschen Post sowie bei zahlreichen weiteren kommerziellen Anbietern abgefragt werden.
Eine interessante Anekdote am Rande der Einführung war, dass Düsseldorf eigentlich eine 5er Postleitzahl erhalten sollte. Da Köln jedoch die Postleitzahlen 50xxx und 51xxx erhielt und Düsseldorf sich hätte "unterordnen" müssen, stieß dies dort auf heftige Opposition.
| Beschreibung | Stückzahl (Okt. 2005) |
|---|---|
| Postfach | 17119 |
| Schalterausgabe | 0 |
| Gruppen-Großempfänger | 814 |
| Einzel-Großempfänger | 1616 |
| Aktions-PLZ | 1824 |
| Zustell-PLZ | 17201 |
| Zustellung und Postfach | 1131 |
| Österreich (weiterhin gültig) | Deutschland (vermutlich nicht mehr lange gültig) |
|---|---|
| 6691 Jungholz | 87491 Jungholz |
| 6991 Riezlern | 87567 Riezlern |
| 6992 Hirschegg | 87568 Hirschegg |
| 6993 Mittelberg | 87569 Mittelberg |
Eine weitere Ausnahme bildet die Gemeinde Büsingen, eine deutsche Exklave im Schweizer Kanton Schaffhausen. Hier gibt es auch zwei verschiedene Telefonvorwahlen (in Klammern dahinter geschrieben).
| Deutschland | Schweiz |
|---|---|
| 78266 Büsingen (07734) | 8238 Büsingen (052) |
Von dieser organisatorischen Regelung sind die Postleitzahlen der Feldpost ausgenommen. Ursprünglich waren deren Leitzahlen willkürlich angeordnet, um im Ernstfall den Standort einer Einheit zu verschleiern. Aufgrund des Endes des Kalten Krieges war dies aber unnötig geworden. Dennoch benutzte die Feldpost bis 2004 ein eigenes Nummernsystem. Beispielhaft hier der Stempel der Feldpostleitstelle in Darmstadt. Die Leitzahl 6700 ist willkürlich und steht in keinem Zusammenhang mit der Postleitzahl der Stadt Darmstadt. Weitere Beispiele sind „731 Feldpost e“ (Feldpostamt Prizren-Airfield) und „730 Feldpost b“.
Seit dem 1. Januar 2005 hat aber auch die Feldpost auf ein geordnetes System umgestellt, so dass seither aus der Feldpostnummer auf den Einsatz geschlossen werden kann. So gilt seit diesem Datum:
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"Postleitzahl (Deutschland)".
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