Ganzsache Bayern P44-1.jpg | Volksabstimmung-OS-1.jpg in Oberschlesien am 20. März 1921
(abgestempelt am 19. März in Cosel)]]
Postkarten sind Karten, um relativ kurze Mitteilungen, Nachrichten, Grüße usw. per Post zu verschicken. Obwohl der Inhalt der Postkarte für jedermann sichtbar ist, gilt auch für sie das Briefgeheimnis.
Postkarten mit eingedrucktem Postwertzeichen nennt man Ganzsachen. In der Philatelie sind sie ein eigenständiges Sammelgebiet.
Die heutige Normgröße für Postkarten ist DIN A6.
Geschichte
Der Geheime Postrat
Heinrich von Stephan schlug
1865 bei der 5.
Weltpostkonferenz in
Karlsruhe vor, ein
Postblatt ohne
Wertstempeleindruck zuzulassen. Sein Vorschlag wurde aber nicht verwirklicht, da die Mehrheit der Verantwortlichen Personen die Ansicht vertrat, ein offenes Absenden von Mitteilungen sei unmoralisch und beleidigend.
Ende 1869 erschien dann in Österreich die vom Professor der Nationalökonomie Dr. Emanuel Herrmann entwickelte Correspondenzkarte mit eingedruckter Briefmarke. Ähnlich einem Telegramm sollte die Anzahl der Worte - bei den ersten Vorschlägen - auf 20 begrenzt sein und durch eine geringe Gebühr gefördert werden. Die Rückseite der 8,5 x 12 cm großen Correspondenzkarte konnte jedoch bei Erscheinen der Karten frei beschrieben werden. Die Karte kostete nur 2 Kreuzer (im Unterschied zu 5 Kreuzer für einen Brief) und verkaufte sich bereits im ersten Monat 1,4 Millionen Mal.
Württemberg folgte diesem Beispiel 1870, während sonst in Deutschland zunächst nur Formulare ausgegeben wurden, die mit Briefmarken freizumachen waren. Der Name dieser Formulare, deren Maße leicht verändert wurden, war ebenfalls Correspondenzkarte.
Insbesondere im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 erlangten solche Karten im Feldpostverkehr eine große Bedeutung. Da die Karten oft Landschaftsaufnahmen der eroberten Gebiete zeigten, können diese Karten als die Geburt der Ansichtskarten angesehen werden.
Die Bezeichnung „Postkarte“ wurde im Jahre 1872 als Kabinett-Postkarten eingeführt. Auf diesen Karten wurden erstmals von Firmen Photos auf Karton zu Versandzwecken aufgezogen. 1873 erschienen die ersten Postkarten mit eingedruckten Postwertzeichen im Königreich Bayern und im Deutschen Reich.
Zur Jahrhundertwende setzte sich die Ansichtskarte im großen Stil durch, in vielen Tabak- und Schreibwarenläden waren Ansichtskarten zu kaufen, die vorwiegend von Berliner, Leipziger und Hannoverschen Verlagen kamen. 1905 wurde durch die Post eine halbe Milliarde Kartensendungen gezählt. Ab 1905 wurde die Adressenseite der Ansichtskarte geteilt, wobei die linke Seite für Mitteilungen zur Verfügung stand. Bis dahin mussten die Mitteilungen ausschließlich im Bildteil der Karte erfolgen.
Weitere Formen der Postkarte
Ansichtskarte
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Die Rückseite der Postkarte ist mit einem oder mehreren Fotos eines (Urlaubs-)Ortes bedruckt. Auf der Vorderseite ist noch Platz für einige wenige Sätze an den Empfänger. Die Bildpostkarte wurde am 16. Juli
1870 von dem
oldenburger Drucker und
Buchhändler August Schwartz verschickt. Ab 1871 verkauft die Post Ansichts- und Glückwunschpostkarten und ab dem 1. Juli 1872 werden in Deutschland private (nicht von der Post) hergestellte Motivpostkarten zugelassen.
Antwortkarte
1872 erschienen die ersten Postkarten mit anhängender Antwortkarte, die später auch mit eingedrucktem Postwertzeichen verkauft wurden. Dadurch bezahlte der Absender bereits das Porto für die Antwort durch den Empfänger. Verwendung: Der erste Absender beschreibt den Frageteil und schickt die Doppelkarte an den Empfänger. Dieser entfernt den Frageteil und schickt nur den Antwortteil zurück.
Ungebrauchte Antwortkarten sind immer zusammenhängende Doppelkarten, bestehend aus je einem Frage- und Antwortteil. Das Format einer ganzen Antwortkarte entspricht zweimal der Größe einer normalen Postkarte. Diese war auf das Format einer einfachen Postkarte zusammengeklappt.
Verwendung: Der erste Absender beschreibt den Frageteil und schickt die Doppelkarte an den Empfänger. Dieser entfernt den Frageteil und schickt den Antwortteil zurück. Sowohl der Frage- wie Antwortteil ist mit einem portogerechten Wertstempel versehen.
Im Jahre
1992 verfügte die Generaldirektion der
Deutschen Bundespost Postdienst die Einstellung der Aufträge für Antwortkarten. Die Restbestände wurden aufgebraucht. Zusammenhängende Antwortkarten hin und zurück gebraucht waren zwar nicht erlaubt, können aber vorkommen. Antwortkarten, die für den Verkehr ins Ausland bestimmt waren, haben im Anschriftteil weder
Postleitzahlkreise noch Leitvermerke (Straße, Haus-Nr. usw.).
Bildpostkarte
Die
Deutsche Reichspost führte
1925 unter federführender Mitwirkung der
Gesellschaft für Postreklame als Tochter der damaligen Reichspost so genannte Bildpostkarten ein. Diese sollten der Förderung des
Fremdenverkehrs dienen.
Gemeindeverwaltungen bzw. die örtlichen
Verkehrsvereine konnten Bildpostkarten für ihre Stadt/ihren Ort beantragen. Ursprünglich verwendete man Zeichnungen von Ortsansichten, später dann auch Fotos, die in der linken Hälfte der Anschriftenseiten oben zu finden sind. Die auftraggebende Gemeinde durfte bestimmen, in welchen Regionen die Karten in von ihr zu bestimmenden Quoten verkauft werden sollten. Bis in die späten
1970er Jahre war der Verkauf in der Gemeinde selber aus Rücksicht auf den Ansichtskartenverkauf des örtlichen
Schreibwarenhandels nicht erlaubt. Verklärte und geschönte Landschaftsaufnahmen werden als
Postkartenidylle beschrieben.
Filmpostkarte
In den
1920er/
1930er Jahren galt der
Ross-Verlag (Berlin), gegründet
1912, als der in ganz Europa führende
Verlag für Filmpostkarten mit
Porträts bekannter
FilmschauspielerInnen und Filmszenen - zunächst aus Deutschland, später auch aus dem internationalen Filmschaffen. Schätzungsweise bis zu 40.000 verschiedene Motive wurden ausgegeben, die noch heute begehrte Sammelobjekte sind.
Gezähnte Postkarte
Ab
1. Juni 1913 lieferte die
Reichsdruckerei Postkarten der
Dauerserie zunächst in
Streifen, dann auch im
Bogen. Die
Schreibmaschine verbreitete sich immer mehr und die Streifen erlaubten ein rationelles Beschreiben nacheinander. Bald wurden auch Antwortkarten im Bogen gezähnt (
1924).
Bayern (
1912!) und
Württemberg (
1913) verkauften ebenfalls gezähnte Postkarten. Wenngleich die Mindestabnahme mit 1.000 Stück festgelegt wurde, gab es keinen Aufschlag, die Karten wurden zum eingedruckten Wertzeichenpreis verkauft und am
Schalter des lokalen
Postamtes ausgeliefert.
Weltpostkarte
Durch den
Berner
Postvereinsvertrag vom
1. Juli 1875 wurde die Postkarte auch für den internationalen Verkehr zugelassen. Die für den Verkehr ins das Ausland gedachten Karten mit entsprechender Wertstufe – Weltpostkarte genannt – wiederholen in der Regel Texte in
französischer Sprache (= Amtssprache des
Weltpostvereines); z.B.
„Postkarte mit Antwort – Carte postale avec réponse payée“. Bei den Weltpostkarte mit anhängender Antwortkarte war ebenfalls nur der Antwortteil allein abzusenden, doch auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel. Das eingedruckte Postwertzeichen wurde also vom Annahmepostamt im Ausland mit dem dort verwendeten Tagesstempel entwertet. Häufig sind Weltpostkarten-Antwortteile mit zusätzlicher Briefmarken
frankatur zu finden, die nicht immer erforderlich war. Vielmehr glaubten Empfänger im Ausland einfach nicht, dass z.B. das mit einem deutschen Postwertzeichen bedruckte Antwortteil ohne Entrichtung des Portos zurückgesandt werden konnte. Hingegen gibt es aber auch Zusatzfrankaturen wegen Portoerhöhung, Sonderbehandlung (Luftpost, Einschreiben etc.). Der Verkehr von Weltpostkarten mit anhängender Antwortkarte wurde entsprechend einem Beschluss der Konferenz des Weltpostvereins in
Tokio ab
1. Juli 1971 weltweit eingestellt.
E-Card
Die „elektronische Postkarte“ oder kurz
E-Card ist das Internet-Pendant zur realen Postkarte.
Sammlungen
Eine der größten Sammlungen von Ansichtskarten (ca. 900.000 Exemplare) kann im ungarischen Ort
Szerencs auf der Rákóczi-Burg besichtigt werden.
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