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Als Diafilm, Positivfilm oder Umkehrfilm bezeichnet man ein einen fotografischen Film, dessen Farben oder Grauwerte unmittelbar in ihren natürlichen Abstufungen sichtbar sind, und nicht wie in den umgekehrten Abstufungen auf einem Negativfilm. Der Diafilm ergibt nach der Entwicklung direkt ein Diapositiv.

Praxis


In der Amateurfotografie werden heute weit überwiegend Negativmaterialien eingesetzt, da die meisten Freizeitfotografen als Ergebnis einen Papierabzug anstreben. Zwar sind auch von Farbdias Papierabzüge möglich, jedoch weist das für die Projektion optimierte Farbdia einen hohen Kontrastumfang auf, der oft nur sehr eingeschränkt auf Papier wiedergegeben werden kann. Farbnegativfilm mit seinem weichen Kontrast hat einen wesentlich größeren Belichtungsspielraum, insbesondere in Richtung Überbelichtung. In Verbindung mit den im Negativ eingebetteten Farbmasken, die Absorptionsfehler der Schichtfarbstoffe kompensieren, ist der Negativfilm das erheblich bessere Zwischenglied auf dem Weg zu einem solchen Papierabzug

Fast alle Schwarzweißfilme sind Negativfilme (Ausnahmen: die SW-Umkehrfilme Agfa Scala und der schon lange nicht mehr produzierte Agfa DD (Dia-Direct)). Prinzipiell kann man zwar jeden beliebigen SW-Negativfilm durch Umkehrentwicklung zum Diafilm machen, gute Ergebnisse erreicht man jedoch nur mit Filmen, die einen klaren Schichtträger aufweisen. Die meisten Schwarzweißfilme weisen jedoch einen grau eingefärbten Schichtträger (Grey base) auf, der die Entstehung von Lichthöfen verhindert.

Farbumkehrfilme sind heute als Mehrschichtfilme aufgebaut, die nach einem chromogenen Verfahren verarbeitet werden. Das heißt, die Farbstoffe entstehen während der Verarbeitung; dazu befinden sich entsprechende Farbkuppler in den lichtempfindlichen Schichten. Das Umkehren erfolgt durch den Umkehrentwicklungsprozess, der prinzipielle Aufbau – abgesehen von Optimierungen auf den jeweiligen Anwendungsfall – von Umkehrfilmen und Negativfilmen ist gleich. Dadurch ist grundsätzlich auch eine Umkehrentwicklung eines Negativfilms bzw. Negativentwicklung eines Diafilms möglich (Cross-Entwicklung). Die erreichbaren Ergebnisse sind aber eher als „experimentell” zu bezeichnen.

Eine Ausnahme bildet der Kodak Kodachrome-Diafilm: Die Farbkuppler befinden sich hierbei nicht in den lichtempfindlichen Schichten. Vielmehr werden die drei Emulsionsschichten im Laufe der Verarbeitung im K-14-Prozess einzeln einer Umkehrentwicklung unterzogen, wobei sich entsprechende Farbkuppler für die jeweilige Grundfarbe in je einer eigenen Entwicklerlösung befinden. Dieses Verfahren, das in den Grundzügen seit der Einführung 1935 unverändert im Einsatz ist, ermöglicht besonders dünne lichtempfindliche Schichten, was zu größerer Schärfe führt – jahrzehntelang waren Kodachrome-Diafilme schärfer als andere Diafilme. In den vergangenen Jahren haben andere Filme aufgeholt, derzeit (Stand Herbst 2005) gilt der Fujichrome Velvia 50 als der schärfste und auch feinkörnigste Diafilm am Markt.

Vor- und Nachteile


Die praktischen Vorteile des Diafilms liegen vor allem in der hohen Schärfe und Farbtreue sowie dem großen Tonwertumfang des Diapositivs. Diese Vorteile treten in der Projektion klar zu Tage. Die Bildqualität eines projizierten Kleinbilddias ist der eines per Beamer (typische Auflösung: 1024 × 768 (XGA)) projizierten Digitalbildes weit überlegen, sowohl in Hinsicht auf die Auflösung als auch auf den Kontrastumfang.

Im professionellen Bereich sind Dias oftmals von Vorteil, da ihre Qualität leichter zu beurteilen ist als die von Negativen.

Wenn es um die Herstellung von Papierbildern geht, sind Farbdias Farbnegativen unterlegen, da Farbnegativfilme darauf optimiert sind. Für die Projektion sind Farbdias auf einen großen Dichteumfang optimiert, was die Wiedergabe aller Tonwerte in der Vergrößerung erschwert. Durch digitale Bildverarbeitung sind in den letzten Jahren Fortschritte zu verzeichnen.

Farbdiafilme werden heute im standardisierten E-6-Entwicklungsprozess entwickelt; die einzige bedeutende Ausnahme bildet der bereits erwähnte Kodachrome-Film, der auf Grund seines speziellen Aufbaus ein eigenes Entwicklungsverfahren (K-14) benötigt und deshalb nur in wenigen spezialisierten Großlabors verarbeitet werden kann.

Wie weiter oben schon angedeutet, kann man für spezielle Anwendungen und/oder Effekte einen Umkehrfilm auch mit dem C-41-Prozess entwickeln, der eigentlich für Farbnegativfilme gedacht ist. Das Ergebnis sind kontrastreiche Negative mit übermäßig gesättigten Farben.

Siehe auch


Einige Umkehrfilme:

Fototechnik

diafilmo | Диафильм

 

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