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= Einführung =

Der Weg zu Mündigkeit und Erfolg führt über Eigenmotivation. Ein Mensch, der nur auf äußeren Druck handelt, läuft ständig Gefahr der Versuchung zu unterliegen, die dringendsten und nicht die wichtigsten Dinge zuerst zu erledigen. Mehr und mehr gleiten ihm die Dinge aus den Händen und er verliert seine Handlungsfähigkeit. Eigenmotivation und selbst gesteuerte Lernerfolge lassen sich auf der Grundlage des Prinzips der positiven Verstärkung aufbauen. Während autoritäre Systeme überwiegend nach dem Mechanismus des Bestrafens funktionieren (also nicht gewolltes Verhalten in den Mittelpunkt stellen), versuchen offene, mündige Systeme gewünschtes Verhalten in den Mittelpunkt zu stellen und zu verstärken.

Vor allem im Bereich der Erziehung setzt sich mehr und mehr das Konzept der positiven Verstärkung (vgl triplep) durch. Die konsequente Anwendung dieses Prinzips ist verknüpft mit der Kunst, zwischen Mensch und Problem zu trennen und den Menschen – auch sich selbst und die eigenen Schwächen - bedingungslos anzuerkennen.

=Visualisierung=

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= Methoden =

Positive Verstärkung kann praktiziert werden, in dem man

  • echte Leistungen anderer lobt (kein verschwenderischer Umgang mit Lob)
  • Fehlverhalten anderer nicht übergewichtet (Kunst der Nichtverstärkung)
  • zwischen Menschen und Problemen trennen
  • man sich positives Verhalten (Ist und Soll) bewusst macht

Eigenschaften der Positiven Verstärkung


Die Paradoxie der positiven Verstärkung ist, das erst durch die Änderung des eigenen Verhaltens Erfolge auch bei anderen erzielt werden. Der Blick ist also zuerst auf die eigene Entwicklung gerichtet. Auch hier kann das Prinzip der positiven Verstärkung zu Motivation führen, wenn Ziele erreicht werden bzw. genügend Frustrationstoleranz entwickelt wird, um entweder Ziele oder Methoden anzupassen und weiterzuentwickeln.

Das Prinzip positiver Verstärkung wird umso deutlicher, wenn man sich die Gefahren und Folgen seines Gegenteils, der negativen Verstärkung, ansieht. Unter dem Buchtitel "Erlernte Hilflosigkeit" hat der amerikanische Psychologe Martin Seligman Depressionen als Folge des Verlustes von Selbstkontrolle beschrieben. Wer die Erreichung seiner Ziele nicht mehr kontrollieren kann, resigniert irgendwann. Das Gegenteil von Motivation und Glück sind Resignation und Depression. Seligman bricht damit in gewissem Rahmen mit den traditionellen Vorstellungen der Psychoanalyse Freuds, der Depressionen auf negative Kindheitserlebnisse zurückführt. Positive Verstärkung kann jeder Mensch lernen, so wie man die Kontrolle über seine Reaktionen lernen kann. Manchmal sind die Schritte so klein, dass man die Veränderung vielleicht nicht bemerkt, weshalb man über Methoden der täglichen Messbarkeit von Veränderungen nachdenken sollte. Viktor Frankl, der Gedankenlinien zu den Themen Verantwortlichkeit, Erfahrung, Kreativität und Einstellung entwickelt hat, vertrat u.a. die Auffassung, dass der Mensch zwischen Reiz und Reaktion die Freiheit der Wahl habe, wie er sich entscheide.

Die Frage, wie positive Verstärkung trainiert bzw. erlernt werden kann, hängt eng zusammen mit der Frage, welche Gewohnheiten wirksame Menschen ausmachen. Fredmund Malik beschreibt folgende Grundsätze (neben Aufgaben und Werkzeugen) wirksamer Führung: Ergebnisorientierung, einen Beitrag zum Ganzen leisten, Konzentration (anstelle von Diversifikation), Stärken stärken, Vertrauen (= Charakter + Kompetenz ) und Positiv denken.

Sobald negative Verstärkungen festgestellt werden, sind der negative Verlauf und die gemachten Fehler zu analysieren; damit kann eine negative Verstärkung in eine positive Erfahrung (= aus Fehlern gelernt zu haben) umgedeutet werden.

Querverweise


  • Schulfunk / Collegeradio: Seele in Not -Und führe dich nicht in Versuchung: Anleitungen zur Selbstkontrolle Sozialwesen/Erziehungskunde/Ethik ab 7. Schuljahr (Radio Bayern 2 Mittwoch, 24.04.2002 09:20)
  • Gandhi's Satyagraha-Strategie

Weblinks


Siehe auch


Motivation | Allgemeine Psychologie

 

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