Die Portfoliotheorie ist ein Teilgebiet der Finanzierung und untersucht das Investitionsverhalten an Kapitalmärkten (z. B. Aktienmarkt). Die Portfoliotheorie geht auf Markowitz (Portfolio Selection) und unterstellt gewisse Annahmen an das Verhalten von Investoren und erzielt so gewisse Aussagen über das Investitionsverhalten. Sowohl die Annahmen als auch die Aussagen werden von der ökonomischen Wissenschaft durchaus kritisch bewertet, dennoch gilt die Portfoliotheorie als gesichert.
Ziel der Portfoliotheorie ist es, Handlungsanweisungen zu geben. Diese sollen dazu dienen mit der bestmöglichen Kombination von Anlagealternativen ein optimales Portfolio zu bilden. In diesem optimalen Portfolio werden die Präferenzen des Anlegers bezüglich des Risikos und des Ertrags sowie die Liquidität berücksichtigt. Die Portfoliotheorie ist das theoretische Grundgerüst der in der Praxis des Portfoliomanagements verwandten Verfahren.
Um die Analyse zu vereinfachen, nimmt man weiter an, dass der Kapitalmarkt vollkommen ist, d. h. unter anderem, dass Wertpapiere ohne Transaktionskosten erworben werden können und dass keine Steuern existieren.
Kern der Portfoliotheorie ist die Unterscheidung in systematisches und unsystematisches Risiko.
| Systematisches Risiko vs. Unsystematisches Risiko | |
|---|---|
| inhärentes Risiko einer Anlage | aktienspezifisches Risiko |
| betrifft alle Wertpapiere am Markt gleich | kann durch Diversifikation verringert werden |
| Vergütung durch Risikoprämie | keine Vergütung durch Risikoprämie |
| Beta-Faktor |
Ein Portfolio dominiert ein anderes Portfolio, wenn die erwartete Rendite größer oder gleich dem anderen Portfolio ist und die Varianz kleiner oder gleich dem anderen Portfolio ist. Dabei ist ausgeschlossen, dass es sich um dasselbe Portfolio handelt.
Ein Portfolio heißt effizient, wenn es von keinem anderen Portfolio dominiert wird, d.h. wenn kein anderes Portfolio existiert, welches bei gleicher Renditeerwartung ein geringeres Risiko bzw. bei vergleichbaren Risiko eine höhere Rendite hat.
Die Effizienzlinie ist der geometrische Ort aller optimalen Ertrags-Risiko-Kombinationen.
Anhand von zwei Wertpapieren lässt sich ein optimaler Risiko-Rendite-Zusammenhang bestimmen. Das heißt, dass versucht wird in verschiedenen Fällen abhängig von der Risikopräferenz des Anlegers die optimale Strategie zu ermitteln.
Wir betrachten ein risikoloses (Rendite: ) und ein riskantes Wertpapier (Rendite ). Zusätzlich wollen wir die Möglichkeit von Leerverkäufen (LV) annehmen. In den behandelten Fällen wird ein riskantes Wertpapier, das mit Kurs- und Ausfallrisiko (auch: Währungsrisiko) behaftet ist betrachtet. Die risikolose Anlage kann durch ein staatliches Wertpapier simuliert werden. Die Laufzeit muss dabei mit der Planungsperiode übereinstimmen. Auf diese Weise lassen sich für das risikolose Instrument Zinsänderungs- und Ausfallrisiken ausschließen.
Es lassen sich vier Fälle unterscheiden:
Die Effizienzlinie ist eine Gerade aus Ertrags-Riskiko-Kombinationen. wobei mit x aus *
In diesem Fall 1 mit ohne Leerverkauf sind alle Portfolios auf der Gerade, d.h. alle möglichen -Kombinationen, effizient.
Entweder das risikolose Wertpapier oder das riskante Wertpapier wird verkauft.
Der formale Ablauf besteht im Ausleihen einer Aktie. Dies bedeutet, dass der Partei dann alle aus dem Besitz der Aktie resultierenden Zahlungen erstattet werden. Die Zahlungsreihe hat dann gewissermaßen ein negatives Vorzeichen.
Die Rendite, die aus diesem Leerverkauf resultiert ist , wobei das identische Risiko vorliegt, wie wenn man im Besitz der Aktie ist. Deshalb sind durch Leerverkauf der riskanten Anlage erzeugte Portfolios nicht effizient.
Die Rendite des riskanten Wertpapiers ist kleiner als der risikolose Zins. Es gibt keine Leeverkäufe
In diesem Fall ist ein Portfolio, das nur in das risikolose Instrument investiert effizient.
Die Aufhebung der Leerverkaufsbeschränkung führt nicht zu Änderungen im Minimum-Varianz-Portfolio wenn die Korrelation bestimmte Werte annimmt, die sich aus dem Verhältnis der Standardabweichungen beider Totel ergibt. Dies bedeutet dass beide Wertpapiere im Ausgangsportfolio mit positiven Anteilen vertreten sind.
Ein optimales Portfolio nach diesem Kriterium liegt bei
Budgetgerade
Iso-Ertragslinie
Iso-Ertragslinie
Budgetgerade ohne Leerverkaufsmöglichkeit
Iso-Ertragslinie
Iso-Ertragslinie
Bei unkorrelierten Wertpapieren tritt immer ein Diversifikationseffekt auf.
Risikodiversifikation in Abhängigkeit des Korellationskoeffizienten :
Form eines Hyperbelastes
Die Wahl des Portfolios ergibt das Minimum-Varianz-Portfolio:
Ist die Kovarianz bekannt so sieht die Formel im ersten Fall wie folgt aus:
Dies lässt sich in einem --Diagramm, welches die Aufteilung auf Wertpapier 1 und 2 (und damit implizit auf Wertpapier 3) sowie in einem --Diagramm, welches die Effizienzlinie zeigt darstellen
=
Dies lässt sich nur noch rechnerisch bestimmen mit
Es müssen dabei die Restriktionen:
Man versucht ein optimales Portfolio zu finden. Dies ist abhängig von der Risikopräferenz des Investors. Bei optimalen Portfolios gilt, dass die Steigung der Indifferenzkurve des Investors gleich der Steigung der Effizienzlinie ist.
Die komparative Statik ergibt, dass der Anteil des riskanten Wertpapiers:
Die Investoren, die sich an der erwarteten Rendite und un dem erwartetem Risiko orientieren, halten nie ein vollständig risikoloses Portfolio. Dies liegt daran, dass die Investoren im \mu-\sigma -Diagramm eine waagerechte Tangente der Indifferenzkuve im Punkt \sigma=0 besitzen.
Das wichtigste Ergebnis der Portfoliotheorie ist die Risikodiversifikation: es existiert für jeden Investor ein so genanntes optimales Portfolio aus allen Anlagemöglichkeiten, das dessen Risiko-Chancen-Profil bestmöglich abbildet. Dieses optimale Portfolio hängt dabei weder von dem ursprünglichen Vermögen des Investors noch seiner unmittelbaren Risikoeinstellung ab. Vielmehr spielen nur die Risiko-Rendite-Kombinationen der gehandelten Titel eine Rolle. Der Beweis der Aussage geht auf James Tobin zurück, nach ihm wird dieses Theorem auch Tobin-Separation genannt.
Wertpapiere und Börse | Finanzierung
Modern portfolio theory | Théorie moderne du portefeuille | Frontiera dei portafogli | תורת תיק ההשקעות המודרנית
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