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Porsche 959 34 rear.jpg | Porsche 959 interior.jpg Der Porsche 959 ist ein Supersportwagen von Porsche. Er galt bei seiner Erstauslieferung im Jahre 1987 als schnellstes Serienfahrzeug der Welt mit einer Straßenzulassung.

Geschichte


Weil Porsche nach mehreren Le-Mans-Siegen auch im Rallyesport Erfolge feiern wollte, entstand 1982 das 959-Rallye-Projekt, das aus dem 911 SC und nach dem damals aktuellen Gruppe-B-Reglement der FIA entwickelt wurde. Daraus entstanden anfangs drei umfassend überarbeitete 911er mit Allradantrieb, genannt 911 4x4 bzw. 953. 1984 landete das Prodrive-Team, allerdings noch mit einem 911 4x4 (953) bei der Paris-Dakar unter dem Franzosen René Metge einen Überraschungssieg, obwohl der 959 bereits 1983 auf der IAA in Frankfurt der Öffentlichkeit vorgestellt worden war. Schon bei dieser IAA wurden die für die Gruppe-B-Homogolation geforderten 200 Straßenmodelle bestellt, doch wegen bundesweiter Streiks und der großen Komplexität der Konstruktion verzögerte sich die Fertigstellung, und erst 1987 wurden die ersten Exemplare ausgeliefert.

Angespornt durch den Vorjahreserfolg des 911 4x4 gingen 1985 drei 959 bei der Rallye Paris-Dakar an den Start, doch die 600 PS starken Biturbo-Motoren wurden nicht rechtzeitig fertiggestellt. Deswegen mussten sie mit den schwächeren 911er Motoren starten und schienen nun wie gelähmt. Alle drei Piloten brachen die Rallye vorzeitig ab. Erst im Laufe des Jahres 1985 konnte man bei der ägyptischen Pharaonen-Rallye den ersten Erfolg eines 959 feiern. Als 1986 wieder drei 959 bei der Rallye Paris-Dakar antraten, gab es erneut Schwierigkeiten. Dave Richards und sein Prodrive-Team waren von den ständigen Werksverzögerungen bereits ziemlich genervt, und angesichts des Gerüchts, dass die Straßenmodelle des 959 doppelt soviel in der Herstellung kosten würden, wie sie Porsche beim Verkauf einbringen könnten, schien das Projekt 959 zum Scheitern verurteilt. Man konnte zwar die Dakar mit einem Doppelsieg beenden und gewann im selben Jahr auch die 1000-Pisten-Rallye in Frankreich, doch diese Siege kamen zu spät. Denn als der Finne Henri Toivonen bei der Korsika-Rallye im Lancia Delta S4 tödlich verunglückte, entschied sich die FIA endgültig gegen die Gruppe B, verwarf auch alle Pläne für die bereits vorbereitete Gruppe S, und in der Folge dieser Entscheidungen legte man auch bei Porsche das Vorhaben, die internationale Rallye-Szene aufmischen zu wollen, wieder auf Eis.

Nachdem die Gruppe B eingestellt worden war, baute Porsche noch einen 959 für die GTX-Klasse, genannt 961. Dieser gewann 1986 beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans seine Klassenwertung und wurde Gesamtsiebter. 1987 startete der 961 auch beim 24-Stunden-Rennen von Daytona und erneut in Le Mans, doch brannte er dort nach einem Unfall völlig aus.

Bis 1988 wurde der 959 gebaut. Über die Stückzahlen gibt es widersprüchliche Angaben. Am häufigsten wird die Zahl 288 genannt. Davon sollen 29 in der Sportversion ausgeliefert worden sein.

Technik


Porsche 959 engine.jpg

Karosserie

Mit Hilfe von Produktionstechniken aus der Luftfahrt wurden das Dach, die Kotflügel und der Heckbereich aus Kevlar, die Frontschürze aus Polyurethan und die Fronthaube sowie die Türen aus Aluminium hergestellt.

Antrieb

Der Allradantrieb des 911 4x4 wurde für den 959 nochmals verbessert. Über ein gewöhnliches Differenzial werden die Hinterräder angetrieben, das vordere Differenzial wird über die Antriebswelle mit dem Getriebe verbunden. Bei Schlupf werden die Reibflächen der ölgeschmierten Lamellenkupplung aneinander gepresst und das somit angepasste Drehmoment gleicht die Geschwindigkeit der Räder aus. Das System erkennt über Sensoren Raddrehzahl, Schlupf, Motordrehzahl und Lenkwinkel, damit der Allradantrieb optimal arbeiten kann. Der Allradantrieb passt sich automatisch an die jeweilige Situation an.

Motor

Der Sechszylinder-Boxer-Motor, der aus einer Aluminiumlegierung hergestellt wurde, hat 2,85 l Hubraum, zwei obenliegende Nockenwellen pro Seite, vier natriumgekühlte Ventile pro Zylinder und Trockensumpfschmierung. Der Motor hat eine digital gesteuerte Einspritzung und Zündung mit Druckfühler von Bosch, genannt Motronic. Der Motor besitzt eine Registeraufladung mit zwei KKK-Turboladern samt Ladeluftkühler. Der Motorblock selbst ist in alter Porsche-Tradition noch luftgekühlt, aber die Zylinderköpfe sind bereits wassergekühlt. Dadurch leistet er 331 kW (450 PS) bei 6500/min und hat ein maximales Drehmoment von 500 Nm.

Fahrwerk und Bremsen

Der 959 hat rundum Einzelradaufhängung, Doppelquerlenker und Schraubenfedern, zwei variable Bilstein-Teleskopstoßdämpfer pro Rad und eine automatische, geschwindigkeitsabhängige Niveauregulierung. Zudem kann man die Härte des Fahrwerks einstellen. Abgebremst wird der 959 über Vierkolben-Festsättel an 322 mm großen Bremsscheiben vorne und an 304 mm großen Bremsscheiben hinten, die mit einem von Porsche und WABCO neu entwickelten ABS ausgestattet waren. Auf den Magnesiumfelgen sind vorne Reifen im Format 235/45VR17 und hinten 255/40VR17 (jeweils mit einer Reifendruckkontrolle) montiert.

Gewicht

Das Leergewicht beträgt 1.450 kg bzw. 1.350 kg in der Leichtbauversion.

Kraftübertragung

Die Kraftübertragung erfolgt über ein manuelles Sechsgang-Schaltgetriebe.

Die Fahrleistungen

  • Beschleunigung von 0 bis 100 km/h: 3,7 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 317 km/h

Sonstiges


Der Kaufpreis für die günstigste Version betrug 1987 420.000 DM, allerdings konnte man das Auto nicht frei kaufen – es wurde ursprünglich einer selektierten Käuferschicht angeboten. 2006 werden Gebrauchtfahrzeuge in einem groben Rahmen von 180.000 bis 250.000 Euro gehandelt. Bei gut gepflegten und wenig gefahrenen Exemplaren kann der aufgerufene Kaufpreis aber auch weitaus höher liegen. Besonders die seltene Sportvariante erzielt aufgrund der geringen Produktionszahl einen deutlich höheren Preis. Zur Hochperiode der Sammler-Autos (gegen Ende der 1980er) wurden Kaufpreise von über 1 Million D-Mark bekannt.

Zu den ausgewählten Fahrern des 959 gehörten bei seiner Einführung u. a. Herbert von Karajan, Boris Becker und Martina Navratilova, die angeblich ihre Lebensgefährtin bei über 300 km/h auf einer deutschen Autobahn um das Jawort bat.

Von mindestens zwei Exemplaren des 959 ist bekannt, dass sie, nach Unfällen, aufgrund wirtschaftlicher Totalschäden aus dem Verkehr gezogen wurden. Dabei kam niemand ums Leben.

Weblinks


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