Der Porsche 908 wurde 1968 von Porsche als Prototyp für die Sportwagen-Weltmeisterschaft konstruiert. Er kam in verschiedenen Versionen auch noch zu Beginn der 80er Jahre zum Einsatz.
Der bisherige Achtzylinder im Porsche 907, der auf dem 1500cm³-F1-Aggregat von 1962 basierte, hatte nur 2200 cm³, 198 kW (270 PS) und war teilweise unzuverlässig. Obwohl man noch keine Erfahrung mit so großen Motoren hatte, entschloss man sich, gleich einen neuen Dreiliter zu konstruieren, der das Limit voll ausnutzt, basierend auf Sechszylinder-Teilen. Der luftgekühlte Boxer-Saugmotor mit 8 Zylindern leistete typischerweise 257 kW (350 PS) bei einer Drehzahl von 8400 U/min, später bis 271 kW (370 PS).
Als Karosseriematerial wurde Kunststoff über einem Aluminium-Gitterrohrrahmen verwendet, wobei im Lauf der Zeit verschiedene Ausführungen entstanden - offener Spyder oder Coupé, Kurz- oder Langheck.
Die bewährten Porsche 907 waren weiterhin erfolgreicher, erst bei den 1000km Nürburgring siegten Jo Siffert/Vic Elford erstmals auf dem 908. Dies sollte aber der einzige wichtige Sieg des 908 im Jahre 1968 bleiben, abgesehen von Trainingsbestzeit und Doppelsieg in Zeltweg, wodurch die Hoffnungen geschürt wurden.
Der Saisonhöhepunkt in Le Mans musste 1968 wegen politischer Unruhen in Frankreich um ein Vierteljahr verschoben werden und fand erst als Saisonabschluss Ende September statt. Porsche konnte diese zusätzliche Zeit jedoch nicht erfolgreich nutzen. Die vier 908 waren zwar im Training und auch Rennen erstmals die schnellsten in Le Mans, aber die Wagen hatten aber im Rennen Probleme mit der Lichtmaschine, und dae Team welche mit der Regelauslegung für Reparaturen. Nur ein 908 kam durch und wurde Dritter, noch hinter einem 907 Langheck. Wieder gewann ein großvolumiger Ford GT40 des Gulf-Teams.
Zu diesem Zeitpunkt stand schon fest, dass Porsche die Flucht nach vorne antreten wollte und klotzen anstatt kleckern würde: als Antwort auf die Ford GT40 sollte ein 5-Liter-Sportwagen in 25 Exemplaren produziert werden, denn die Mindeststückzahl war für 1969 gegenüber 50 im Vorjahr halbiert worden. Zudem erwartet man von Ferrari für 1969 auch einen solchen Schritt, da schon bis 1967 die 330P und 412P mit großvolumigen V12 eingesetzt wurden.
In Sebring wurde der 908 von einem Ford GT40 und dem neuen Ferrari 312P-Prototypen auf den dritten Platz verwiesen. Aber zu der Zeit wurde schon der große Bruder vorgestellt, der Porsche 917 schockte die Konkurrenz schon auf dem Messestand in Genf durch seine bloße Existenz. Porsche, wo zwei Jahrzehnte lang nur "harmlose" kleine Sportwagen mit bis vor Kurzem maximal 2000cm³ gebaut wurden, preschte mit der Neuentwicklung eines zunächst 4.5 Liter großen V12 an die Spitze vor.
Auf den Rennstrecken dominierte zudem von nun an der Dreiliter-908, der Brands Hatch, Monza, Targa Florio, Spa und die 1000km Nürburgring gewinnen konnte, letztere sogar mit einem Fünffach(!)-Sieg. Die Ford GT40 waren für normale Rennstrecken eigentlich schon veraltet, die in der F1 bewährten Dreiliter-V8-Cosworth wegen Vibrationen auf der Langstrecke unzuverlässig, und auch der schnelle aber meist einsame Ferrari 312 starb meist den Tod des sprichwörtlichen Hasen angesichts der vielen 908-Hunde.
Die Sportwagen-Weltmeisterschaft 1968 war vorzeitig errungen, gegen Ferrari und Ford. Zwar hatte man den Titel schon 1964 dem Abonnements-Sieger Ferrari entrissen, aber unter anderen Randbedingungen.
Was nun noch fehlte war der Sieg im wichtigsten aller Langstreckenrennen, dem 24 Stunden Rennen von Le Mans. Den sollte der stärkere Porsche 917 sichern, der zwei Wochen zuvor auf der Nordschleife jedoch ein reichlich enttäuschendes Debüt hatte. Der neue Wagen erwies sich dort als fast unfahrbar, die Werkspiloten weigerten sich, den Zwölfzylinder zu fahren, und bevorzugten den 908, mit Erfolg. In Le Mans waren die 917 die schnellsten vor den 908, aber nach 20 Stunden in Führung war keiner mehr vorne mit dabei. Nur der Porsche 908 von Hans Herrmann, der auch schon eine längere Reparatur hinter sich hatte, war noch aussichtsreich im Rennen, gegen zwei der alten Ford GT40 und zwei Matra MS650. In einem äußerst spannenden Finale setzte sich Jacky Ickx mit nur 120 m Vorsprung vor dem Deutschen durch, der durch Bremsverschleiß behindert wurde.
Ein anschließender Dreifachsieg des 908 in Watkins Glen sowie der langersehnte Debüt-Sieg des 917 in Zeltweg waren nur ein schwacher Trost.
Auf einem Porsche 908/02 wurde der Schauspieler Steve McQueen 1970 Zweiter beim 12-Stunden-Rennen von Sebring. Derselbe Spyder diente in Le Mans während des Rennens als Kamerafahrzeug für seinen Le Mans (Film), wobei allerdings McQueen nicht mitfahren durfte (und auch nicht wie geplant auf seinem 917 zusammen mit Jackie Stewart). Der Wagen wurde durch die schweren Kameras gebremst und kam auch ins Ziel, wurde jedoch aufgrund zu geringer zurückgelegter Distanz bedingt durch die Verzögerungen für die Filmwechsel nicht gewertet.
Ein privates, 1969er Porsche 908 Coupé aus den Beständen von Jo Siffert wurde von Reinhold Joest jedoch 1972 in Le Mans eingesetzt, wobei der 3. Platz erreicht wurde. Auch weiterhin wurden von Kunden diverse 908 bei Langreckenrennen wie 1000km Nürburgring gefahren.
Nachdem Porsche den Leistungsnachteil in der Dreiliter-Klasse durch die Entwicklung moderner Turbo-Motoren in einen Vorteil verwandelt hatte und diesen ab 1976 im Porsche 936 in Erfolge umsetzte, ersetzten auch 908-Eigner die veralteten Achtzylinder-Sauger durch Turbos mit 2140cm³ gemäß des Handicap-Faktors 1.4. Dadurch stieg die Leistungsausbeute von 370 auf 450 PS oder deutlich über 500 PS.
Der von Joest und Jacky Ickx 1980 in Le Mans auf den zweiten Platz pilotierte, als Porsche 908/80 Turbo bezeichnete Wagen war jedoch eigentlich ein aus Werks-Ersatzteilen aufgebauter, verkappter Porsche 936. 1981 verunglückte Herbert Müller bei den 1000km Nürburgring auf seinem 908 tödlich bei einer Kollision mit einem abgestellten, vollgetankten Porsche 935. Ab 1982 wurden die neuen Regeln der Gruppe C gültig, bei der die Motoren weitgehend freigestellt wurden. Zudem hatte die Aerodynamik große Fortschritte gemacht, so dass die 908 nun endgültig als veraltet galten, trotz Achtungserfolgen gegen die unerprobten neuen Wagen.
Heute werden diverse 908 noch bei historischen Rennserien wie Classic Endurance Racing eingesetzt.
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