Unter der Porphyrie oder auch Porphyria (griechisch πορφυρporfir[ía, nach der chemischen Stoffklasse der Porphyrine, diese nach griechisch πορφυρά, porphyrá, dem Purpurfarbstoff) versteht man eine auf verminderter Häm
Ein Stickstoffring, aus vier Stickstoffatomen bestehend, bildet das Grundgerüst des Tetrapyrrols. In seinem Zentrum muss ein Eisenion, das für die Atmung unabdingbar ist, verankert werden. Bei Störungen der Hämsynthese entstehen stattdessen regelwidrig andere Porphyrine, die Namensgeber der Porphyrie. Bei diesen Porphyrinen ist kein Metallion im Stickstoffring verankert, sie sind lediglich Farbstoffe. Da das Häm auch Bestandteil von Enzymen wie dem Cytochrom oder dem Myoglobin ist, bedingt dieser zentrale Ort der Störung der Biosynthese eine Fülle unterschiedlichster Symptome bei Porphyrie in den verschiedenen Systemen: Nerven- und Verdauungssystem, Atmung, Haut und Psyche.
Da der Enzymdefekt nicht zum vollständigen Fehlen funktionaler Enzyme führt, treten Schübe immer dann auf, wenn der Körper einen erhöhten Bedarf an Häm hat (z. B. während der Menstruation). Eine spezifische Diät kann das Risiko eines Schubes senken. Porphyrieschübe können durch die Gabe hoher Kohlenhydratmengen (Glukose) oder Hämatin therapiert werden.
Die Erstbeschreibung der Porphyrie geschah durch Günther, Hans: Die Hämatoporphyrie. In: Dtsch. Arch. f. Klin. Med., 1912, 105, S.en 89-146.
Günther, Hans: Die Bedeutung der Hämatoporphyrine in Physiologie und Pathologie. In: Ergebnisse der allgemeinen Pathologie u. pathologischen Anatomie 1922. Jg. 20, Abt. 1. S. 608-764. München u. Wiesbaden 1922.
Bei Porphyrie-Kranken ist die Produktion des roten Blutfarbstoffes, des Hämoglobins (Häm), gestört. Ursache kann entweder ein ererbter Gendefekt oder eine Vergiftung – zum Beispiel durch Blei – sein. Die Folge: Die Betroffenen wirken totenblass, in schweren Fällen schrumpfen Lippen und Gaumen und die hervortretenden Zähne (Parodontitis) erscheinen blutig. Gleichzeitig kann die Behaarung im Gesicht und an den Armen zunehmen (Werwolf). Um den fehlenden Blutfarbstoff zu ersetzen, mussten die Kranken früher Tierblut trinken. Knoblauch war für sie Gift, denn er fördert den Abbau des Hämoglobins.
Beim Patienten können Aggressionen auftreten.
Quellen:
Porphyria | Porfiria | Porfyria | Porphyrie | פורפיריה | Porfirio | Porfiria | Porfyrie | Порфирија | Porfyri | Porfiria
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"Porphyrie".
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