Poprad (deutsch Deutschendorf, ungarisch Poprád) ist eine Stadt, die am Fuße der Hohen Tatra in der Landschaft Zips (Prešovský kraj, Slowakei) auf ca. 750 m ü. NN gelegen ist. Die Einwohnerzahl beträgt zirka 55.000 (2003). Poprad ist ein Verkehrsknotenpunkt von wichtigen Straßen und Eisenbahnlinien. Der Flughafen Tatry-Poprad zählt zu den höchstgelegenen Europas. Die Stadt Poprad liegt am Fluss Poprad (Popper).
Poprad ist Ausgangspunkt der bekannten straßenbahnähnlichen Elektrischen Tatrabahn nach Starý Smokovec (Altschmecks) und Štrbské Pleso (Tschirmer See) sowie nach Tatranská Lomnica (Tatralomnitz). Poprad ist der zentrale Ausgangspunkt für Fahrten in die Hohe Tatra sowie in das Slowakische Paradies (Slovenský raj). Die Stadt zählte mehrmals zu den Bewerbern für die Veranstaltung der Olympischen Winterspiele.
Achtung für Reisende nach Poprad: der Bahnhof heißt „Poprad-Tatry“, der Flugplatz jedoch „Tatry-Poprad“ (TAT).
Die Siedlungen des heutigen Poprad werden zum ersten Mal im Jahre 1256 schriftlich erwähnt, als sie noch ihre slawischen Namen trugen, nämlich Poprad (für Poprad), Forum Sabbathe (für Spišská Sobota) und Vylka (für Veľká). Die folgenden schriftlichen Quellen bezeichnen sie jedoch bereits entsprechend ihren deutschen Namen, zum Beispiel 1268 Villa Theutonicalis (für Poprad) und Sanctus Georgius (für Spišská Sobota). Nach dem Mongoleneinfall von 1242 wurde Spišská Sobota, ebenso wie Poprad und Veľká, durch deutsche Siedler nachbesiedelt, wodurch sie zu weitgehend deutschen Siedlungen wurden. Stráže war ursprünglich eine Grenzschutzsiedlung und wurde wohl bereits Anfang des 13. Jahrhunderts von deutschen Siedlern wieder begründet. Alle fünf Siedlungen gehörten zu den 13 an Polen verpfändeten Städten, zu der Bruderschaft der 24 königlichen Pfarrer, zum Bund der 24 Zipser Städte sowie zur sog. Provinz der 16 Zipser Städte (siehe unter Zips). Während Poprad, Veľká und Stráže im Mittelalter eher landwirtschaftlich-handwerkliche Städte waren, war Spišská Sobota eindeutig eine Marktsiedlung mit zahlreichen Handwerkern.
Die älteste der zusammengeschlossenen Siedlungen ist Spišská Sobota, die schon gegen Ende des 12. Jahrhunderts, damals noch als slowakische Siedlung, ein Marktzentrum der Umgebung war (Poprad, Veľká und Stráže wurden erst Anfang des 15. Jahrhunderts als Städte erwähnt). Sie war auch die erste der Siedlungen, die Stadrechte erhielt. Diese zu den kunsthistorisch bedeutendsten Plätzen der Zips zählende Ortschaft hat ihre Vormachtstellung gegenüber ihrer bis dahin unbedeutenden Schwester Poprad in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eingebüßt, als die Kaschau-Oderberger Bahn 1871 fertiggestellt wurde. Die interessante Innenstadt ist heute Denkmalzone.
Das alte Poprad war eine eher unbedeutende Gemeinde. Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert wurde hier Kupfer gefördert. Erst der Bau der vorstehend genannten Eisenbahnstrecke brachte Poprad einen zuerst langsamen, nach dem Zweiten Weltkrieg stürmischen Aufschwung mit einer starken Industrialisierung. Ende des 19. Jahrhunderts sind hier wichtige Eisenbahnwerkstätten entstanden und 1908 hat die Elektrische Tatrabahn ihren Betrieb aufgenommen, was zu einem Tourismus-Boom führte. In der Zwischenkriegszeit wurden die Eisenbahnwerkstätte in eine Waggon-Fabrik umgewandelt. Während des Zweiten Weltkriegs gab es hier ein kleines Konzentrationslager für die jüdische Bevölkerung.
Im Frühjahr 1946 wurde in Poprad ein Aussiedlungslager eingerichtet, über das bis Herbst 1946 die gesamte verbliebene oder zurückgekehrte deutschslowakische Bevölkerung zwangsausgesiedelt wurde.
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