Popper waren die Mitglieder der ersten originär deutschen Jugendkultur im Nachkriegswestdeutschland.
Die Jugendbewegung breitete sich 1979, von Hamburg ausgehend, während der ersten Hälfte der 1980er Jahre aus. Am 18. März 1980 erschien "Die mit der Tolle", der erste Artikel über die Hamburger Popperelite im Zeit-Magazin. Die meist aus der Mittel- bis Oberschicht stammenden Anhänger gaben sich bewusst konformistisch und unpolitisch. Sie zelebrierten demonstrativ den Konsum, aus Überdruss an und aus Protest zu den vorangegangenen und vorhandenen konsumkritischen Jugendkulturen ("Rebellion gegen die Rebellion"). Ästhetische Fragen traten bei ihnen an die Stelle ethischer und gesellschaftlicher Fragen, die beispielsweise bei der 68er- oder der Alternativbewegung dominierten. Mit ihrem demonstrativen und auch gestalterisch anspruchsvollen Konsumstil versuchten sie sich aber auch abzugrenzen vom traditionellen Konservativismus ("Spießer", "Biedermeier"). An die Stelle traditionell konservativer Werte, wie Harmoniestreben, Obrigkeitstreue, Pflichtgefühl und Bescheidenheit traten nun auch z.T. provozierende Werte wie zelebrierter Hedonismus, unverhohlener Egoismus und materialistisches Imponiergehabe, mit denen sie sowohl das alternative Milieu als auch klassisch konservative Kreise vor den Kopf stießen.
Exklusive und teure Modemarken wie Burberry, Peter Scott, Marco Polo oder Lacoste bestimmten das äußere Erscheinungsbild der Popper. Die typische Frisur war die so genannte "Poppertolle" mit Seitenscheitel; ein Kurzhaarschnitt mit sehr kurzen, ausrasierten Haaren im Nacken, rasierten Kotletten, längerem, stufig geschnittenem Deckhaar und einem großen, asymmetrischen Pony, das so ins Gesicht fiel, dass ein Auge vollständig bedeckt war.
Der Modestil der Popper lehnte sich an Vorbilder wie Felix Krull, Martin Fry, Brian Ferrys, den Modefotografien Helmut Newtons und deren betont elegante und exklusive Moderichtung an. Eine eigentümliche Kombination von Westernstiefeln mit abgesägten Absätzen, den ersten Karottenhosen der Marke "Closed", Polohemden mit Lederkrawatten sowie Cashmere-Pullovern mit V-Ausschnitt, bestimmte den neuen androgynen Stil. Ein eigener Musikstil, wie er für Jugendkulturen charakteristisch ist, fand sich bei Poppern im sogenannten Designerpop. Gehört wurde von Synthesizern und Streicherarrangements dominierte Popmusik der damaligen Zeit. Typische Popper-Bands/Alben sind z.B. "ABC/The Lexicon Of Love", "Haircut 100/Pelican West", Spandau Ballet/Journey To Glory und New Music/Anywhere. Unpolitische, romantische Themen wie Liebe und Lebensstil bestimmen die Inhalte der typischen Poppermusik. Beliebte Produzenten waren u.a. Tony Mansfield und Trevor Horn.
Popper bildeten keine echte Subkultur, sondern formten mehr oder weniger lose Cliquen. In einer politisch bewegten Zeit mit zahlreichen Demonstrationen und Protestbewegungen (Friedensbewegung zur Zeit des NATO-Doppelbeschlusses, Bau der Startbahn West, Atomkraftgegner gegen die WAA Wackersdorf etc.) bot diese Jugendkultur einen unpolitischen, bewusst angepassten Gegenentwurf zur eher konfrontativ ausgerichtet Alternativszene. Das wiederum führte zu Spannungen mit anderen Jugendkulturen, allen voran den Punks. 1980 kam es in Berlin zu mehreren Massenschlägereien zwischen beiden Gruppen. Die Medien griffen das Thema dankbar auf und stilisierten lokale Streitereien zu einer Art Klassenkampf unter Jugendlichen hoch.
In anderen europäischen Ländern wie Frankreich, Italien und teilweise England gab es ähnliche modische Entwicklungen, die jedoch nicht so betont unpolitisch und namentlich formuliert wie in Deutschland waren.
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