Popé (* 1630; † 1688) war der Führer und Organisator des Pueblo-Aufstands von 1680. Er gehörte zum Volk der San Juan-Pueblo-Indianer, die seit Jahrzehnten, genau so wie viele andere Pueblo-Völker im Tal des Rio Grande in New Mexico, unter der brutalen Unterdrückung der Spanier litten.
Popé begann zuerst im eigenen und dann in benachbarten Pueblos, gleichgesinnte Indianer zu rekrutieren. Seine zündenden Reden trafen auf aufnahmebereite Ohren. Zu dieser Zeit waren schon Hunderte verhungert, weil eine scheinbar endlose Dürre die Felder hatte vertrocknen lassen. Die Vorratsspeicher waren leer und Überfälle der Apachen dezimierten die bereits kleinen Herden an Rindern, Schafen und Pferden. Dazu kamen die spanischen Forderungen nach Lebensmitteln und Arbeitskräften, zusammen mit der Unterdrückung der alten Stammesreligion, die zu steigender Unzufriedenheit und Verzweiflung führten. Nie zuvor waren die Pueblo-Indianer unter einem einzigen Führer vereint gewesen - jetzt aber begannen sie, sich unter Popées Führung gegen die Spanier zu verbünden.
Popé richtete sein Hauptquartier in einem Kiva im großen Pueblo Taos ein. Dort ließ er sich von einem schwarzen Riesen, einem entflohenen Sklaven aus Mexiko beraten, dem man magische Kräfte nachsagte. Popé plante einen gleichzeitigen Angriff auf alle weißen Siedlungen in der Provinz. Dazu waren lange, sorgfältige Vorbereitungen notwendig. Am 10. August 1680 begann der Aufstand, dem fast die Hälfte der spanischen Kolonisten samt ihren Haustieren zum Opfer fiel, aber auch die Indianer erlitten grosse Verluste. Nach 11 Tagen fiel Santa Fe und die überlebenden Spanier durften unbehelligt abziehen. Sie erreichten im Oktober die Stadt El Paso an der Grenze zu Mexiko. Die vereinigten Pueblo-Indianer unter Popé hatten einen großen Sieg über die verhassten Spanier errungen.
Er sorgte auch dafür, dass alle Spuren der spanischen Besatzung verschwanden. Noch intakte Kirchen und spanische Gebäude wurden zerstört, nur der Gouverneurspalast wurde verschont - hier wollte Popé selber residieren. Jeder, der getauft worden war, wurde mit Seifenkraut abgerieben, um das Stigma zu tilgen. Die Pferde, alle spanischer Herkunft, wurden entweder an die Apachen verkauft oder von diesen geraubt. Die Apachen benutzten die neu erworbenen Reittiere dazu, während Popés Herrschaft die Pueblos häufiger und gnadenloser als früher zu überfallen. Und obwohl die alten Götter in den Kivas wieder verehrt wurden, litt das Land weiterhin unter großer Dürre. Ein Pueblo nach dem anderen musste verlassen werden. Als Popé 1688 starb, war sein Reich schwächer als je zuvor.
Mann | Indianer | Indianerkriege (Person) | Geboren 1630 | Gestorben 1688