Poolbillard ist eine Variante des Billardsports und erfordert eine hohe Konzentration und Feinmotorik. Man unterscheidet im wesentlichen zwischen drei Disziplinen:
Daneben gibt es noch diverse Abwandlungen, z.B.
Die bekannteste ist 8 Ball, die in verschiedenen Regelauslegungen in Gaststätten und auch Billard-Salons gespielt wird. Die beliebteste Variante unter den professionellen Spielern ist 9 Ball, weil sie ein recht schnelles Spiel ist. Auf Turnieren wird vorwiegend 9 Ball gespielt. 14/1e ist eine der schwierigsten Pooldisziplinen und daher bei Anfängern eher unbeliebt.
Die Tischplatte besteht entweder aus einer durchgehenden Schieferplatte oder aus einer dreigeteilten Schieferplatte, die eine durchschnittliche Dicke von 20-25mm haben. (Wobei das auch variieren kann - so sind z.B. auch Tische mit vier 55mm-Platten möglich.) Die geteilten Platten werden beim Zusammenbau miteinander meist mit einer Kunststoffmasse verspachtelt. Dann wird die komplette Platte mit dem Billardtuch bezogen. Die Tücher sind unterschiedlich, sowohl von ihrer Qualität als auch von der Geschwindigkeit, mit der die Kugeln darauf laufen. Der Stoff besteht zu etwa 70% aus Wolle und zu 30% aus Polyamid. Sechs Löcher, Taschen genannt, in denen die Kugeln versenkt werden können, befinden sich jeweils in den Ecken und in der Mitte der zwei langen Banden. Angestoßen wird aus dem Kopffeld, auf der sich auch der Kopfpunkt befindet. Anschließend kommt die Mittellinie mit dem Mittelpunkt. Fußpunkt und Fußlinlie liegen dann im unteren Viertel des Tisches. Die Diamanten, so genannt wegen der Form, die auf jeder Bande angebracht sind, sind gute Hilfen, um das Bandenspiel zu berechnen.
Früher wurden die Kugeln aus Elfenbein hergestellt, heute wird mit Kunstharzbällen mit einem Durchmesser von 57,2 mm gespielt. Wie bei allen Billardarten sind diese Kugeln praktisch unzerstörbar und haben einen sehr guten Geradeaus- oder Rundlauf.
Siehe: Billardqueue
Das Stellungsspiel beschreibt das Spiel der weißen Kugel, seltener auch das der Farbigen. Die Weiße versenkt eine Farbige und läuft anschließend auf die Stelle, die vorher von dem Spieler bestimmt wird. Dies ist wichtig, um anschließend effektiv weiterspielen zu können. Dies erfordert viel Übung und Können. Das Effetspiel ist ein wichtiges Mittel, um die weiße Kugel zu lenken.
Was beim Tennis der Aufschlag ist, ist beim Poolbillard der Anstoß, der sogenannte Break. Er wird auch Eröffnungsstoß genannt, beim 14/1e allerdings kann man mit einem Break auch das Rack öffnen, um weiter spielen zu können.
Rack oder Brett ist die Bezeichnung für den Aufbau der Kugeln im Dreieck (Triangle, abgekürzt tri).
Ist eine anzuspielende Kugel so versteckt, dass sie nicht direkt angespielt werden kann, dann sagt man, die Kugel ist dunkel, tot oder safe.
Mit Safe, Sicherheit, bezeichnet man den Fall, dass Kugeln so gespielt werden, dass sie unspielbar liegen und der Gegner möglichst keine Chance hat, aus dieser Situation einen Ball zu versenken.
Ein Jump oder Jumpshot ist ein Stoß, der die Weiße abheben lässt, um über eine andere Kugel zu springen. Dabei wird der Queue so angehoben, dass die Weiße in den Tisch „hineingestoßen" wird, so dass sie aufgrund der Elastizität des Tisches zurückprallt. Voraussetzung für einen regelgerechten Jumpshot ist, dass man die weiße Kugel nicht aushebelt. Zur Ausführung von Jumpshots gibt es spezielle Jump-Queues. Das Hebeln, welches man aus dem „Kneipenbillard" kennt, bei dem man den Queue tief unten hält und damit die Weiße angehoben wird, ist nicht erlaubt.
Ein Stoppball ist ein Stoß, bei dem die Weiße so gespielt wird, dass sie nach dem Kontakt mit einer anderen Kugel möglichst sofort still liegen bleibt oder sich parallel zur Tangente bewegt, die durch den Kontaktpunkt der Weißen mit der anderen Kugel verläuft (Kiss-Shot-Tangente oder Stoppball-Linie). Bei einem exakt gespielten Stoppball darf die Weiße im Moment des Auftreffens nicht rotieren. Dies erreicht der Spieler, indem er die Weiße leicht unterhalb ihrer Mitte anspielt, um ihr zunächst eine Rückwärts- oder gar keine Rotation (rutschen) zu verleihen, die im Moment des Kontakts mit der Objektkugel aufhört, damit nur der Bewegungsimpuls, aber keine Eigenrotation vermittelt wird.
Aus dem Stoppball wird ein Rückläufer, wenn die Weiße im Moment des Kontakts mit der anderen Kugel noch eine Rückwärtsrotation besitzt. Dabei bricht der Spielball aus dem natürlichen Winkel in Richtung des Spielers aus, im besten Fall, bei einem gerade gestossenem Ball, genau auf das Queue zurück.
Bei einem Nachläufer bricht der Spielball aus dem natürlichen Winkel von Spieler weg aus. Der Nachläufer entsteht, wenn der Spieler den Spielball zentral trifft und die Weiße genügend Zeit hat, nach einer anfänglichen Phase des Rutschens Rotation aufzunehmen, oder wenn der Spieler den Spielball oben anspielt "Vorwärtseffet", um ihr zusätzliche Vorwärtsrotation zu verleihen.
Für einen Bogen oder Bogenstoß wird der Queue hinten angehoben; der Ball wird mit Effet gespielt, so dass dieser einen Bogen macht. Seiten- und gleichzeitiger Vorwärts- oder Rückwärtseffet zwingen den Spielball auf dem griffigen Filz auf eine, vom Spieler gewünschte Bahn
Oma oder Brücke ist ein liebevoller Ausdruck für die Queueverlängerung (Hilfsqueue), die man manchmal braucht, wenn man durch die Lage des Spielballs nicht oder nur schwer an ihn herankommt. Man unterscheidet niedrige Brücke, hohe Brücke oder Schwan.
Banker (Bänker gesprochen) oder Bänder bezeichnet das Spiel über die Bande.
Bei Kombinationen spielt man eine Kugel auf eine zweite, um diese zu versenken. Dies kann auch mit mehreren Kugeln geschehen.
Kiss shot bezeichnet den Fall, dass die Weiße von einer Kugel abprallt und dann eine andere Kugel versenkt.
Kugeln, die so von anderen Kugeln verdeckt werden, dass man sie nicht versenken kann, wird man versuchen, aus diesem Pulk herauszulösen. Stellungsspiel ist hierfür eine Voraussetzung.
Allen Poolbillardarten ist gemeinsam, dass irgendeine Kugel nach der Karambolage eine Bande anlaufen oder versenkt werden muss. Aus diesem Grund kann man nicht, wie bei Snooker, Safes durch bloßes "Hinrollen" des Spielballs an eine andere Kugel erzielen.
Sobald eine Kugel vom Tisch springt, liegt ein Foul vor.
Durchstoßen ist nicht erlaubt. Ein Durchstoß liegt vor, wenn die Queuespitze nach dem Abstoß noch an der Weißen ist, obwohl diese bereits eine Farbige berührt.
Es ist nicht erlaubt zu stoßen, wenn sich noch Kugeln bewegen. Dazu zählt auch das Rotieren um die eigene Achse, ohne dass die Kugel noch die Position verändert.
Es ist weiterhin nicht erlaubt, die Kugeln mit etwas anderem als der Queuespitze zu berühren. Und dies ist ebenfalls nicht erlaubt, wenn sich die Kugel noch bewegt. Einzige Ausnahme ist, wenn man nach einem Foul Ball in Hand hat, dann darf man die Weiße natürlich auch mit der Hand verlegen.
Ein Foul begeht man immer dann, wenn man einen nicht korrekten Stoß gemacht hat. Je nach Disziplin wird ein Foul unterschiedlich geahndet.
Es gelten die Allgemeinen Regeln für Poolbillard. Doch im einzelnen unterscheiden sich die Spiele in den Details, Taktiken und Handhabung bei Fouls.
Ziel des Spiels ist es, seine Gruppe von Kugeln, halbe (gestreifte) oder volle, zu versenken und anschließend die schwarze 8. Im Gegensatz zu den weitverbreiteten "Wirtshausregeln" wird die Gruppe nicht durch den ersten Ball bestimmt, der unter Umständen schon beim Anstoß fällt, sondern durch den ersten korrekt (also auch angesagten) versenkten Ball nach dem Anstoß.
8 Ball ist ein Ansagespiel. Das bedeutet, man muss, wenn es nicht offensichtlich ist, vorher ansagen, welche Kugel in welches Loch gespielt wird. Banker oder Kombinationen sind niemals offensichtlich. Die 8 darf nicht in einem Stoß mit einer farbigen versenkt werden, das Spiel ist dann verloren. Entgegen des weitverbreiteten Irrtums muss die 8 am Ende auch mit Ansage in ein Loch versenkt werden, nicht in das Loch, das dem zuletzt Getroffenen gegenüber liegt.
Wenn der Gegner ein Foul begeht, hat man grundsätzlich Ball in Hand am ganzen Tisch, d.h. man darf die weiße Kugel an eine beliebige Stelle des Tisches legen und von dort aus in eine beliebige Richtung weiterspielen. Ausnahme bildet lediglich der Anstoß. Wird beim Anstoß ein Foul begangen, hat der andere Spieler "Ball in Hand" im Kopffeld und darf auch nur Bälle außerhalb des Kopffelds anspielen.
Ein Foul liegt vor, wenn:
Wenn Bälle vom Tisch springen, werden diese nicht wieder aufgesetzt und ein Foul wird gegeben. Ausnahme bildet die schwarze Kugel beim Spielbeginn. Wenn diese gelocht wird oder vom Tisch springt, wird sie wieder aufgesetzt und der Gegner kann weiterspielen. Alternativ kann der Gegner auch einen Neuaufbau der Kugeln verlangen. Wenn der Aufsetzpunkt (die Spitze des Dreiecks) durch eine andere Kugel blockiert wird, dann ist die Kugel auf der kürzesten Linie vom Fußpunkt zur kurzen Bande so nahe wie möglich am Fußpunkt einzusetzen.
Spezialfall Pattsituation: Wenn maximal zwei farbige Bälle und die 8 auf dem Tisch liegen, aber kein Spieler versucht, das Spiel zu gewinnen, dann kann nach einer bestimmten Anzahl von Stößen (in der Regel von jedem drei) das Spiel als unentschieden gewertet werden, oder es wird neu begonnen. Es beginnt wieder derjenige, der diese Partie begonnen hat. Aus taktischen Gründen kann es vorkommen, dass man nicht versucht, seine Kugeln zu senken, weil es zu schwer ist oder weil man vielleicht lösen muss. In diesem Fall geht man auf Nummer sicher und riskiert nichts. Dies geschieht aber selten.
Gute Spieler teilen den Tisch in Zonen ein und spielen dann die Kugeln von Zone zu Zone weg, wenn dies vom Stellungsspiel her gelingt. Gefährlich wird es meistens, wenn man alle seine Kugeln weggespielt hat, aber die 8 liegenlässt. Jetzt stehen nicht mehr viele Kugeln im Weg, und der Gegner kann seine Kugeln gut spielen. Außerdem ist das Safespiel dann auch einfacher, weil er ja nur noch auf eine Kugel zu safen braucht.
9 Ball ist das auf Turnieren am meisten gespielte Spiel. Es hat einfache Regeln und ist ein schnelles Spiel. Selbst wenn viel Safe gespielt wird, dauert eine 9 Ball-Partie allgemein nicht lange. Gespielt wird mit den Kugeln 1 bis 9, also allen „Vollen“ und der gestreiften 9. Die Kugeln werden in einem Rhombus aufgebaut, wobei die 1 vorne liegen muss und die 9 in der Mitte.
Bei jedem Stoß muss mit der weißen Kugel zuerst die Kugel mit der niedrigsten Zahl getroffen werden. Es ist aber erlaubt, dass durch eine Kombination eine andere Kugel versenkt wird. Es muss keine Kugel angesagt werden. Wer mit einem korrekten Stoß die 9 versenkt, gewinnt. Fällt die 9 bei einem nicht korrekten Stoß, so wird diese auf dem Fußpunkt aufgebaut, man darf dann mit dem Ball in der Hand die Weiße auf eine beliebige Stelle legen und anschließend den Ball spielen.
Spielt ein Spieler in einer Partie drei Fouls aufeinanderfolgend, so verliert derjenige diese Partie.
Das Stellungsspiel ist wichtig, um den weiteren Spielverlauf zu bestimmen. Fehler auf den letzten drei Kugeln bedeuten oft schon den Verlust eines Spiels. 9 Ball ist ein Spiel, in dem man sich kaum Fehler erlauben darf, da man sonst selten wieder eine gute Chance bekommt. Oft wird auf Turnieren mit Wechselbreak gespielt, damit Spitzenspieler nicht mehrere Partien vom Break an bestimmen. Wechselbreak bedeutet, dass man unabhängig davon, ob man eine Partie gewinnt oder verliert, immer im Wechsel anstößt.
Beim 9 Ball-Spiel hat das Break eine enorme Bedeutung, wenn man eine Kugel versenkt. In diesem Fall kann man weiterspielen und eventuell auch alle Kugeln wegschießen. Das 9 Ball-Break ist, wenn auch nur zum Teil, beherrschbar. Topspieler beherrschen es so gut, dass sie eigentlich immer einen Vorteil von ihrem Break haben.
Sie ist die Königsdisziplin unter den Poolbillardvarianten. Es handelt sich um ein Punktespiel, bei dem es darum geht, eine bestimmte Punktzahl zu erreichen. Diese Punktzahl kann unterschiedlich sein, beträgt aber bei offiziellen Wettbewerben meist 150. Für jede korrekt versenkte Kugel bekommt man einen Punkt, für ein Foul bekommt man 1 Punkt abgezogen. Negative Punkte sind möglich. Der Name 14 und 1 endlos kommt daher, dass man alle Kugeln bis auf eine versenkt. Diese bleibt übrig. Nachdem alle Kugeln bis auf diese versenkt wurden, bleibt die Weiße, wo sie ist, das Rack wird wieder aufgebaut, und man darf weiterspielen. Diese letzte Kugel sollte so liegen, dass man anschließend diese versenken, gleichzeitig das Rack lösen und danach weiterspielen kann.
14 und 1 ist ebenfalls ein Ansagespiel. Es ist taktisch das schwerste Spiel, weil man nicht nur gut senken, sondern auch auf engem Raum Stellung spielen und viele problematische Kugel-Situationen "lösen" muss. Breaken ist immer gefährlich, da man oft ein offenes Bild hinterlässt, wenn man seine Breakkugel nicht versenkt. Wenn der Gegner dann an den Tisch kommt, hat er oft eine Fortsetzung. Bei dieser Variante werden alle Fähigkeiten abverlangt, und man muss, um dieses Spiel wirklich zu beherrschen, viel Erfahrung und viel Übung haben. Eine Breaksituation ist nicht zu berechnen, man kann nur in etwa sagen, wo die Weiße am besten hin soll, um nach Möglichkeit eine Fortsetzung zu haben, aber das kann genauso gut schiefgehen. Anfänger sind mit diesem Spiel oft überfordert, weil man mit zu vielen Situationen konfrontiert wird. So passiert es häufig, dass man dann Bälle verschießt, die man im 8 oder 9 Ball ziemlich sicher versenkt hätte. Um für dieses Spiel zu trainieren, besorgt man sich am besten ein gutes Billardbuch und versucht, diese Situationen wieder und immer wieder durchzuspielen. Spitzenspieler kommen nicht selten auf 100 Kugeln pro Aufnahme.
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