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Pont-du-gard-neu.jpg Der Pont du Gard ist ein römischer Aquädukt im Süden Frankreichs, nahe der Ortschaft Remoulins im Département Gard. Er ist der höchste von den Römern erbaute Aquädukt und besitzt einen der besterhaltenen Kanäle aus der Römerzeit. Der Pont du Gard zählt zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Südfrankreichs.

Name


Pont du Gard bedeutet wörtlich übersetzt Brücke des Gard, wobei es sich beim Gard um einen Fluss handelt. Dieser Fluss, der auch dem Département seinen Namen gab, wird heutzutage hauptsächlich Gardon genannt.

Geschichte


Lange Zeit glaubte man, der pont sei um das Jahr 19 vor Christus erbaut worden. Neuere Ausgrabungen deuten allerdings auf eine Entstehung in der Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. Er war Teil eines fast 50 km langen Aquädukts, der Wasser von den Quellen nahe Uzès zur römischen Stadt Nemausus (Nîmes) transportierte. Der gesamte Aquädukt hatte ein Gefälle von 25 cm/km. Der pont selbst wurde gebaut, um das Wasser über das Tal des Flüsschens Gardon zu bringen. Etwa 20.000 Kubikmeter Wasser flossen täglich über den Pont nach Nîmes.

Seit dem 4. Jahrhundert wurde seine Pflege zusehends vernachlässigt, Ablagerungen füllten bis zu zwei Drittel des Wasserkanals. Im 9. Jahrhundert wurde der Pont dann unbrauchbar und die Menschen der Umgebung begannen, seine Steine für ihre Zwecke zu nutzen. Aqueduc pont du gard.jpgs]]

Vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert wurde der Pont du gard als Straßenbrücke genutzt, um den Fluss zu überqueren. Die Pfeiler der zweiten Ebene wurden verjüngt, um den Verkehrsfluss zu erleichtern - eine Herausforderung für die Stabilität des Baus! 1702 wurden die Pfeiler wieder in Stand gesetzt, 1747 eine neue Brücke neben dem Aquädukt auf Höhe der ersten Ebene errichtet, damit der Verkehr weiter fließen konnte, ohne den römischen Bau weiter zu beschädigen. Heute ist das Betreten des Pont du Gard nicht mehr erlaubt und die daneben liegende Brücke wurde für den Autoverkehr gesperrt. Stattdessen wurden ein Museum, ein Besucherzentrum und Parkplätze eingerichtet.

Der Pont du Gard wurde 1985 in die UNESCO-Liste des Welterbes aufgenommen.

Daten und Fakten


Pont_du_Gard_2003.jpg Der Pont du Gard ist 49 m hoch, auf drei Ebenen gebaut, wobei die oberste 275 m lang ist.

  • Unterste Ebene: 6 Bögen, 142 m lang, 6 m dick, 22 m hoch
  • Mittlere Ebene: 11 Bögen, 242 m lang, 4 m dick, 20 m hoch
  • Oberste Ebene: 35 Bögen, 275 m lang, 3 m dick, 7 m hoch

Neben die untere Ebene wurde im Mittelalter eine Straße gebaut, die heute noch benutzt wird. Die obere Ebene stellt die Wasserleitung dar, die 1,8 m hoch und 1,2 m breit ist und ein Gefälle von 0,4 Prozent aufweist. Bis vor wenigen Jahren konnte man auch diese oberste Ebene betreten (siehe Foto) und den Pont du Gard auf bzw. durch seine Wasserleitung überqueren. Mittlerweile ist dies aus Sicherheitsgründen verboten.

Bauweise


Pont-du-gard-alt.jpg Der Pont du Gard wurde nach dem Opus quadratum gebaut, d. h. es wurden Kalksteine verwendet, die alle gleich hoch waren. Das Baumaterial bestand aus grobem, gelbem Muschelkalk, wobei kein Mörtel verwendet wurde: Die Steine wurden gegeneinander durch den vorhandenen Druck und die dadurch entstehenden Reibkräfte zusammengehalten.

Untere und mittlere Reihe:

  • auf diesen waren die Arkaden aus ca. 61 Keilsteinen, die bis zu 6 t schwer waren
  • die Pfeiler wurden genau übereinander gebaut. So konnte eine zu große Belastung der Bögen verhindert werden
  • von der Mitte ausgehend wurden die Bogenspannweiten zum Ufer hin immer kleiner

Für den Bau an diesem eindrucksvollen Monument standen den Bauarbeitern (ca. 1000 Männer arbeiteten 3 Jahre lang daran) nur diese folgende Werkzeuge und Hilfsmittel zur Verfügung: Meißel, Schlegel, Winkel, Wasserwaage, Schaufel, Baukräne mit Flaschenzügen.

Die Baukräne wurden von Männern, die ähnlich einem Hamster im Rad liefen, angetrieben.

Weblinks


Aquädukt | Kulturdenkmal (Frankreich) | Weltkulturerbe in Frankreich | Römische Architektur

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