Die Pomaken sind eine vorwiegend in Bulgarien lebende, den Rhodope-Dialekt der bulgarischen Sprache sprechende muslimische Volksgruppe. Daneben existiert auch in Griechenland noch eine pomakische Minderheit, welche heute aber hauptsächlich Türkisch spricht. Diese Tatsache ist darauf zurückzuführen, dass die Pomaken auf Grund ihrer Zugehörigkeit zur muslimischen Minderheit an den Schulen in Türkisch unterrichtet werden. Pomakisch wurde zur Familiensprache reduziert und wird heute hauptsächlich von den Pomaken gesprochen, die in den ehemaligen militärischen Sperrgebieten residierten. In Griechenland gibt es etwa 30.000 Pomaken, während der größere Teil der Pomaken (ca. 250.000) in Bulgarien lebt.
Die Etymologie der Bezeichnung "Pomak" stammt aus dem slawischen Wort "pomatschen", was so viel wie "unterdrückt" bedeutet.
Auch wenn sich der Topos einer organisierten, gewaltsam geförderten Zwangsislamisierung der Rhodopenbevölkerung bis in die heutige Zeit hält, sind die Gründe für die Konversion wesentlich vielschichtiger. Vorrangig soziale und ökonomische Faktoren haben diese Entwicklung begünstigt. Zwangsislamisierungen waren, mit Ausnahme der "Knabenlese", eher Ausnahmefälle während der Osmanenherrschaft. Ob ein Teil der in den Rhodopen ansässigen Bevölkerung sich zu den Häresien des Bogomilismus oder dem Paulikianismus bekannte und daher relativ geringe Berührungsängste mit dem Islam hatte, kann spekuliert werden, ist jedoch letztendlich nicht endgültig bewiesen.
Die in Griechenland lebenden muslimischen Minderheiten setzen sich u.a. aus ethnischen Türken und Pomaken zusammen. Muttersprachlich muss klar zwischen Türkisch sprechenden und Pomakisch sprechenden Pomaken unterschieden werden. Bei Ersterem handelt es sich um diejenigen Pomaken, die außerhalb der ehemaligen militärischen Sperrgebiete inmitten der türkischen Minderheit residierten bzw. Kinder von Mischehen waren. Bei Letzterem handelt es sich um diejenigen Pomaken, die in den besagten Gebieten lebten. Diese sprechen auf Grund der jahrzehntelangen Isolation wiederum kein Türkisch.
Angaben über die Zahl der Pomaken weichen stark voneinander ab. Bei der bulgarischen Volkszählung 1992 identifizierten sich 65.500 als Pomaken. Andere Quellen sprechen aber davon, dass die wahre Zahl der Pomaken in Bulgarien bei etwa 250.000 liegt. Das kann damit erklärt werden, dass sich die Türkisch sprechenden Pomaken Bulgariens bei Volkszählungen selbst meist als Bulgarien-Türken identifizieren. Begünstigt wird diese Haltung durch den gleichen Glauben sowie durch die gemeinsame Geschichte mit den Bulgarien-Türken.
Die Zahl der Pomaken in Griechenland liegt dagegen bei etwa 30.000 und stellt somit gut ein Viertel der muslimischen Minderheit Griechenlands dar. Die Pomaken Griechenlands residieren gemäß dem Friedensvertrag von Lausanne von 1923 nahezu alle in Westthrakien.
Seit wenigen Jahren erscheint in Xanthi regelmäßig eine Zeitung in pomakischer Sprache, allerdings in der für das Pomakische ungünstigen griechischen Schrift.
Siehe auch Torbeschen als Bezeichnung der slawischen Muslime in Mazedonien.
Eminov, Ali: Turkish and other Muslim Minorities of Bulgaria. London: Hurst & Company.
Karagiannis, Evangelos: Zur Ethnizität der Pomaken in Bulgarien, 1997.
Telbizova-Sack, Identitätsmuster.
Karpat, Kemal: The Turks of Bulgaria.
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