Ein polysynthetischer Sprachbau, auch inkorporierender oder einverleibender Sprachbau genannt, ist in der Sprachtypologie von Wilhelm von Humboldt und Schlegel das zentrale Merkmal sogenannter polysynthetischer Sprachen.
Mehrere lexikalische und grammatische Elemente werden also zu einem komplexen Wort kombiniert, das im Extremfall einem ganzen Satz entsprechen kann. Eine polysynthetische Sprache führt das Konzept der synthetischen Sprachen auf eine ausgeprägtere Stufe weiter. Häufig werden Nomen und Verb in ein gemeinsames Wort verschmolzen.
Der Begriff 'polysynthetisch' wurde 1836 von Humboldt geprägt. Die Ausdrücke synthetisch und polysynthetisch in diesem Sinne wurden erstmals von Edward Sapir 1920 verwendet.
Auf diese Weise würden diese Partikeln zu unselbstständigen Flexionsmorphemen. Demnach könnte man Französisch als die polysynthetischste aller indoeuropäischen Sprachen bezeichnen.
Insbesondere bei den Indianersprachen wie Nahuatl, Irokesisch oder Inuktitut lässt sich dieser Sprachbau sehr deutlich erkennen. Ein einzelnes Wort in jenen Sprachen kann in den meisten anderen Sprachen häufig als vollständiger Satz übersetzt werden. Ein Mohawkwort, welches oftmals als Beispiel herhalten muss, ist Washakotya'tawitsherahetkvhta'se. Übersetzt: „Er hat ihr das Ding, das man sich auf seinen Körper legt, schmutzig gemacht“, d.h. „Er hat ihr Kleid ruiniert“. Ebenso der Nootka Ein-Wort-Satz "inikwihl'minik'isit" der in etwa mit "Einige kleine Feuer brannten in dem Haus" übersetzt werden kann. (Mit der überaus flexiblen Kunstsprache Lojban wären dagegen beide syntaktischen Varianten möglich: "so'i cmalu fagri puca'o jelca ne'i le zdani" oder - wie im Nootka - "fagykemyzdanerso'icmapru" (fire-type-house-inside-many-small-past-event).)
Die Bedeutung der einzelnen Segmente des „Wortsatzes“ hängt auch von deren jeweiliger Position ab, so dass die Wortstellung ziemlich starr ist.
Zu den polysynthetischen Sprachen werden unter anderem Grönländisch, viele sibirische Sprachen und verschiedene Indianersprachen gezählt. Die Sprache der Diné wurde durch ihren Gebrauch während des 2. Weltkrieges als Geheimcode bekannt. Im geringen Maße kann man auch Baskisch und die Bantusprachen dazuzählen.
Auch hier gibt es wieder verschiedene Arten, die Morpheme zu verbinden. Bei der Agglutination werden die Morpheme ohne gegenseitige Veränderung einzeln aneinander geklebt, während sie bei fusionalem Aufbau miteinander verschmolzen werden.
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"Polysynthetischer Sprachbau".
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