Polypropylen (Kurzzeichen PP, gelegentlich auch Polypropen genannt) ist ein teilkristalliner Thermoplast und gehört zu der Gruppe der Polyolefine. Polypropylen wird durch Polymerisation des Monomers Propen mit Hilfe von Katalysatoren gewonnen. Im Jahr 2001 wurden 30 Millionen Tonnen Polypropylen hergestellt.
Die Dichte von PP liegt zwischen 0,895 g/cm³ und 0,92 g/cm³. PP ist somit der leichteste aller Kunststoffe.
Der E-Modul von PP liegt bei 1450 N/mm².
PP hat eine höhere Steifigkeit, Härte und Festigkeit als Polyethylen, diese sind jedoch niedriger als bei anderen Kunststoffen wie dem Polyamid.
PP hat eine Glasübergangstemperatur von 0°C bis -10°C und wird somit bei Kälte spröde. Die obere Gebrauchstemperatur liegt bei 100 bis 110°C. Der Kristallit-Schmelzbereich liegt bei 160 bis 165°C.
PP kann mit mineralischen Füllstoffen wie z.B. Talkum, Kreide oder Glasfasern gefüllt werden. Dadurch wird das Spektrum der mechanischen Eigenschaften (Steifigkeit, Gebrauchstemperaturen, etc.) deutlich erweitert.
PP ist beständig gegenüber Alkoholen, organischen Lösungsmitteln und Fetten, hingegen ist es unbeständig gegenüber Benzin, Benzol und Kohlenwasserstoffen. PP ist gut löslich in Xylol, Tetralin und Decalin sowie weiteren Lösungsmitteln.
PP ist geruchslos und hautverträglich, für Anwendungen im Lebensmittelbereich und der Pharmazie ist es geeignet, es ist physiologisch unbedenklich.
Strukturformel von PP:
H H | | ··· - C- C - ··· | | H CH3
Die Methyl-Seitengruppe kann isotaktisch, syndiotaktisch oder ataktisch eingebaut sein. Diese Anordnung hat Auswirkungen auf die physikalischen Eigenschaften. Der isotaktische Aufbau, welcher z. B. mit Hilfe von Ziegler-Natta-Katalysatoren erzeugt werden kann, resultiert in einer kristallinen Struktur des PP. Dies lässt sich auf den, stets auf einer Seite der Molekülkette befindlichen Methylrest zurückführen, welcher das Makromolekül in eine HELIX-Form zwingt (vgl.: Zellulose). Die ataktische Variante des PP ist hingegen nicht kristallin, sondern amorph.
Die chemische Beständigkeit von Polypropylen ist temperaturabhängig. Nachfolgend ist eine grobe Charakterisierung der Beständigkeit gegen einige wichtige Klassen von Chemikalien bei Raumtemperatur angegeben:
| Stoffklasse | Beständigkeit |
|---|---|
| Aldehyde | *** |
| aliphatische Alkohole | *** |
| Ester | ** |
| Ether | ** |
| Ketone | ** |
| Kohlenwasserstoffe aliphatisch | *** |
| Kohlenwasserstoffe aromatisch | ** |
| Laugen | *** |
| Oxidationsmittel | * |
| schwache Säuren | *** |
| starke Säuren | *** |
"**" = gute/eingeschränkte Beständigkeit gegen die Stoffklasse (Material ist für eine eingeschränkte Zeit beständig und wird uU. nur reversibel geschädigt)
"***" = gute Beständigkeit gegen die die Stoffklasse (auch lange Exposition fügt dem Material keinen Schaden zu)
Bei der PP-E Herstellung unterscheidet man zwei Prinzipverfahren: Die Autoklavtechnik (Standard) und die direkte Schaumextrusion (selten).
Die Verarbeitung im sog. Formteilprozess findet in speziellen Formteilautomaten statt. Diese unterscheiden sich durch ihre stabilere Ausführung von herkömmlichen PS-E Maschinen. Der eigentliche Verarbeitungsschritt besteht darin, die Schaumpartikel mittels Dampf (Dampftemperatur ca. 140 bis 165 °C - je nach Rohmaterialtyp) zu verschweißen.
Ca. 5 Mio. t jährlich werden zu Fasern (Filamentgarne, Stapelfasergarne) gezogen. Daraus werden u.a. Vliese und Gewebe hergestellt.
So wird es im Maschinen- und Fahrzeugbau für Innenausstattungen für PKW, Armaturenbretter und Batteriegehäuse eingesetzt. Bei Haushaltsartikel für kochfeste Folien, Flaschenverschlüsse, Innenteile für Geschirrspülmaschinen, wiederverwendbare Behälter. In der Elektrotechnik wird es für Trafogehäuse, Draht- und Kabelummantelung und Isolierfolien verwendet. Im Bauwesen wird es für Armaturen, Fittinge und Rohrleitungen verwendet. In der Textilindustrie als Kammgarn verwendet und zu Polycolon veredelt.
In der Lebensmittelindustrie finden Trinkhalme aus PP ihren Einsatz bei Trinkpackungen.
Außerdem wird es in der Verpackungstechnik als Behälter für Waren und Nahrungsmittel gebraucht. Auch Crashelemente für den Fahrzeugbau, Warmhaltebehälter (Pizzaboxen), Verpackungsteile, Dämm- und Isolierstoffe werden aus PP hergestellt.
Seit einigen Jahren wird es auch für Kunststoffgeldscheine wie dem Australischen Dollar und dem Neuseeland-Dollar verwendet.
Häufige Einsatzfelder für PP-E sind Thermotransportboxen, Ladungsträger, Crashabsorber-Elemente, Kindersitze, Fahrradhelme usw.
PP-Fasern werden u.a. zu Heimtextilien, Sporttextilien, Verpackungsmaterialien, Hygieneprodukten, medizinischen Produkten, Seilen, Geotextilien sowie Autoteilen weiter verarbeitet.
Polypropylene | Polipropileno | Polypropeeni | Polypropylène | Polipropilene | ポリプロピレン | Polypropeen | Polipropylen | Polipropileno | Полипропилен | Polypropen | 聚丙烯
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