Die polynesischen Sprachen sind ein Zweig der austronesischen Sprachfamilie.
Innerhalb dieses Sprachtypus finden sich mannigfache Unterschiede zwischen den Idiomen der einzelnen Inselgruppen, die schon wiederholt zu dem Versuch einer Gruppierung der polynesischen Sprachen geführt haben.
Die Beziehungen des Polynesischen zu den übrigen austronesischen Sprachgruppen haben gezeigt, dass sich einige Idiome der indonesischen Sprachen auch in den polynesischen wiederfindet.
Die im Tonganischen sehr lebendige Abschwächung des a > e vor i z.B. in "fefine" "Frau", Futuna "fafine", hat eine Parallele im Tionombo "bebine" "Frau". Auch im Muna wird a häufig zu e unter dem Einfluss eines folgenden i, z.B. "tehi" "Meer", im Bare'e "tahi"; "wewi" "Schwein" im Tontemboan "wawi". Der polynesische Lautwandel s > h ist in fast allen Sprachen in Mittel-Celebes als Tendenz vorhanden.
Einzelne polynesische Wörter, die ein t haben anstelle eines zu erwartenden s, stellen Lehnwörter dar. Diese stammen aus Sprachen, die s regelmäßig zu t wandeln.
Das Tongaische ist auch noch aus einem anderen Grunde heraus für die Entwicklungsgeschichte Polynesiens von belang. Die Tonganer betrieben eine rege Kolonialpolitik, in deren Zuge die umliegenden Inseln besiedelt wurden. Daraus erklärt sich auch die große Übereinstimmung der Sprachen von Tonga und Uvea (Wallis). Von Uvea aus wiederum wurde die Insel gleichen Namens in Melanesien bevölkert. Ob noch andere polynesische Sprachen in Melanesien tongaischen Ursprungs sind, ist noch nicht entschieden. Sollte sich dieses herausstellen, so würden sich wichtige Anhaltspunkte für die Entwicklungsgeschichte des Tongaischen ergeben. Das Tongaische gehört zu der ältesten feststellbaren Entwicklungsschicht des Polynesischen. Eine besondere Eigentümlichkeit den Tongaischen ist die Voranstellung eines h in mehreren Wörtern, denen in den übrigen polynesischen Sprachen die Entsprechung s bzw. h fehlt, was auf eine frühere Nasalverbindung zurückzuführen ist.
Niue hat wie das Tonganische den bestimmten Artikel he. Dagegen fehlt dem Uvea, das im Wortschatz fast ganz mit dem Tonganischen übereinstimmt, sowohl das erwähnte h als auch die Entsprechung für ein ursprüngliches indonesisches h. Als Artikel besitzt Uvea te. In all diesen Punkten stimmt die Sprache von Niue mit Uvea überein.
Siehe auch: Polynesien, Geschichte Polynesiens
Sprachfamilie | Austronesische Sprache
Polynesian languages | Polynesialaiset kielet | Langues polynésiennes | Polynesiske språk | Języki polinezyjskie | Polynesiska språk
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Polynesische Sprachen".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world