Polykrates war ein griechischer Tyrann und herrschte von 538 bis 522 v. Chr. auf der griechischen Insel Samos.
Der griechische Historiker Herodot schrieb über Polykrates: „Wohin er auch in den Kampf ziehen mochte, ihm gelang alles. Er hatte hundert Fünfzigruderer und tausend Bogenschützen, und da plünderte und beraubte er alle ohne Unterschied.“ (Historien, III)
Wie viele Tyrannen seiner Epoche förderte Polykrates Kunst und Wissenschaft. Er holte mehrere bedeutende Gelehrte und Dichter an seinen Hof, darunter Anakreon aus dem ionischen Teos und Eupalinos aus Megara. Der Mathematiker und Philosoph Pythagoras verließ angewidert von Polykrates’ Herrschaftsstil die Insel Samos und wanderte nach Kroton in Unteritalien aus.
Unter Polykrates entstanden drei bedeutende griechische Bauwerke: Die Hafenmole von Pythagoreio, der Eupalineion-Tunnel (die berühmteste Berguntertunnelung der Antike, von beiden Seiten aus begonnen, in der Mitte mit nur 30 cm Höhenunterschied zusammentreffend) und der unvollendete Polykratestempel im Hera-Heiligtum. Aristoteles äußerte in seiner Schrift Die Politik kritisch, dass diese Bauwerke nur dazu dienten, „die Bevölkerung zu beschäftigen, sie aber gleichzeitig arm zu halten“.
Polykrates wurde durch den persischen Statthalter Oroites auf dem Berg Mykale (auf dem Festland gegenüber von Samos) unter Ausnutzung seiner Habsucht in einen Hinterhalt gelockt und durch Kreuzigung getötet.
Friedrich Schiller behandelt ihn in der berühmten Ballade Der Ring des Polykrates im Scheitelpunkt seiner Erfolge. Tyrann
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