Polydor ist der Name einer deutschen Plattenfirma.
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In den 1940er Jahren erscheinen die Platten der Firma zunächst unter dem Label Siemens-Polydor. Nach dem Zweiten Weltkrieg erscheinen die Schallplatten schließlich unter dem einheitlichen roten Polydor-Label. Zum ersten Hit der Nachkriegszeit entwickelt sich das bereits während des Kriegs aufgenommene Lied "Capri Fischer" von Rudi Schuricke, der auch später neben Evelyn Künneke, Jupp Schmitz, Bruce Low, Gerhard Wendland, Friedel Hensch und den Cyprys, Werner Müller und Helmut Zacharias zu den beliebtesten Stars der Plattenfirma in der ersten Hälfte der 1950er Jahre zählt.
1954 führt die Polydor, die inzwischen zum erfolgreichsten deutschen Plattenlabel avanciert ist, das unverwechselbare orangefarbige Label ein. Die Musikproduzenten in den Studios Hamburg, Köln und Wien bleiben auch in dieser Zeit wegweisend und liefern mit Peter Alexander, Caterina Valente, Freddy Quinn, Max Greger oder Margot Eskens zahlreiche Schlager, die genau den Zeitgeschmack treffen und die deutschen Charts anführen. Als gegen Ende des Jahrzehnts der aus den USA stammende Rock'n'Roll populär wird, profiliert sich insbesondere das Studio Wien unter dem Produzenten Gerhard Mendelson, der u. a. die Karriere von Peter Kraus und Ted Herold, den erfolgreichsten deutschen Interpreten dieser Musikrichtung, steuert.
Bill Ramsey, Gus Backus, das Hazy-Osterwald-Sextett und das Orchester von Bert Kaempfert zählen zu den zugkräftigen Polydor-Stars der frühen sechziger Jahre. 1964 führt man das bis heute verwendete rote Polydor-Logo ein. Gegen Mitte des Jahrzehnts bricht die Beat-Welle über Deutschland herein, der Absatz deutschsprachiger Musik geht deutlich zurück und auch die Polydor hat zunächst Schwierigkeiten, sich dem neuen Geschmack anzupassen. Zwar kann man mit Roy Black, Karel Gott, Renate Kern, Chris Roberts oder Wencke Myhre auch noch erfolgreiche Interpreten deutscher Schlager, etablieren. Das Repertoire wird gegen Ende des Jahrzehnts aber auch durch internationale Interpreten wie den Bee Gees, The Who oder dem deutschen Protestsänger Franz Josef Degenhardt erweitert. Die erfolgreichsten Langspielplatten stammen hingegen von James Last.
Auch in den 1970er Jahren erscheinen bei der Polydor, die ab 1972 zur PolyGram gehört, Platten namhafter nationaler und internationaler Stars: Barry Ryan, Daliah Lavi, James Brown, Plácido Domingo, Konstantin Wecker, Ougenweide, Georg Danzer und ABBA. In den 1980er Jahren folgen Hits von Volker Lechtenbrink, Hubert KaH, Rolf Zuckowski, Haindling, Level 42 und Patricia Kaas. Chart-Erfolge der Polydor in den 1990er Jahren stammen u. a. von Matthias Reim, Rosenstolz, Ronan Keating, Andrea Bocelli und André Rieu. Seagram erwirbt 1998 PolyGram und vereinigt es mit seiner Universal Music Group. 2000 fusionieren der französische Mischkonzern Vivendi und Seagram zum weltweit zweitgrößtem Musikkonzern "Vivendi Universal" mit Hauptsitz in Frankreich.
1898 - Siemens gründet die Deutsche Grammophon Gesellschaft 1924 - Polydor wird das zweite Label der Deutschen Grammophon. 1950 - Phillips gründet Philips Phonographische Industrien (PPI). 1960 - Phillips erwirbt Mercury Records. 1962 - Philips und Siemens gründen ein Joint Venture, wobei Philips 50% der Deutschen Grammophon and Siemens 50% der PPI übernimmt. 1972 - Phillips und Siemens Töchter vereinigen sich zu PolyGram. PolyGram erwirbt Verve Records. 1980 - PolyGram erwirbt Decca. 1987 - PolyGram wird eine Tochtergesellschaft von Phillips. 1989 - PolyGram erwirbt Island Records. 1990 - PolyGram erwirbt A&M Records. 1993 - PolyGram erwirbt Motown Records. 1994 - PolyGram erwirbt 50% von Def Jam Recordings. 1995 - PolyGram erwirbt Rodven Records. 1996 - PolyGram erwirbt weitere 10% von Def Jam Recordings. 1998 - Seagram erwirbt PolyGram und vereinigt es mit seiner Universal Music Group. Diese besitzt MCA, Leeds Music, Duchess Music, ABC Records, Chess Records, Geffen Records, GRP Records, Universal Records, Hip-O Records und Interscope Records. 1999 - UMG erwirbt die restlichen 40% von Def Jam Recordings. 2000 - Vivendi übernimmt Seagram. Beide Konzerne fusionieren zu Vivendi Universal. 2000 - UMG erwirbt Rondor Music. 2001 - UMG bringt das neue Label Universal South heraus. 2003 - Polydor und Mercury Records werden zur Polydor Island Group zusammengefasst. 2004 - Universal Music Deutschland strukturiert sich um. Fortan werden alle Bereiche in der Universal Music International Division und der Universal Music National Division zusammengefasst.
Labels der Universal Music Group: Barclay, DreamWorks, Interscope Geffen A&M, Island, Def Jam Music Group, Lost Highway, MCA Nashville, Mercury, Mercury Nashville, Motor Music, Polydor, Universal Motown Records Group, Universal Classics Group (darunter Decca, Deutsche Grammophon, Philips und ECM) und Verve Music Group.
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