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Die polnische Heimatarmee (polnisch: Armia Krajowa, abgekürzt AK) war die größte militärische Widerstandorganistion zur Zeit des Zweiten Weltkrieges im besetzten Polen. Sie war eine Freiwilligentruppe, die sich die Befreiung Polens von den Besatzungstruppen im Zweiten Weltkrieg zum Ziel gesetzt hatte. Als militärischer Teil des polnischen Untergrundstaates unterstand sie der polnischen Exilregierung in London.

Geschichte


Ursprünglich bereits im September 1939 gegründet als SZP (Służba Zwycięstwu Polski, Dienst für den Sieg Polens). Schon im Dezember desselben Jahres wurde dieser in ZWZ (Związek Walki Zbrojnej, Verband für den bewaffneten Kampf) umbenannt, aus dem dann im Februar 1942 die AK hervorging.

Ihre Oberkommandierenden waren nacheinander:

Anfang 1944 bestand die polnische Heimatarmee in Warschau aus nur etwa 16.000 Mann, wuchs aber dann während des Warschauer Aufstands seit dem 1. August 1944 auf etwa 45.000 Kämpfende an und handelte im Sinne der polnischen Exilregierung in London. Der Aufstand wurde von der Wehrmacht niedergeschlagen, Warschau danach großflächig zerstört und die Heimatarmee fast völlig aufgerieben. Mutmaßlich war der Führung der Sowjetunion nicht an einer national-unabhängigen Befreiung Polens gelegen. Anscheinend wollte sie, dass Polen zum Satellitenstaat der Sowjetunion wird. Andere Stimmen merken an, dass die Rote Armee zu diesem Zeitpunkt gar nicht in der Lage gewesen sei, wirksame Hilfe zu bieten, und auch dass die Heimatarmee ihrerseits die Hilfe kommunistischer polnischer Kreise abgelehnt habe.

Vor allem in den ethnisch gemischten Gebieten im ehemaligen Ostpolen kam es seit 1943 zu einem polnisch-sowjetischen Bürgerkrieg, in dessen Zuge AK-Einheiten gemeinsam mit deutschen Truppen gegen sowjetische Partisanen vorgingen, obwohl die AK offiziell Verbündeter der Sowjetunion war. Vereinzelt erhielten AK-Einheiten von den Deutschen auch Waffen und anderes kriegswichtiges Material geliefert. Das weiterhin bestehende Misstrauen der deutschen Führung verhinderte jedoch eine weiter gehende Zusammenarbeit.

In Galizien und Wolhynien kam es seit 1943 zu einem polnisch-ukrainischen Bürgerkrieg, auch bekannt als Massaker von Wolyn: ethnische Säuberungen der Ukrajinska Powstanska Armija bewirkten die Aufstellung der 27. Infanteriedivision, die mit 6.556 Mann die stärkste Division der Armia Krajowa darstellte.

Nachdem die Rote Armee im Januar 1944 die polnische Grenze von 1939 überschritten hatte, wurden die Truppen der Heimatarmee vom NKWD entwaffnet, ihre Offiziere erschossen oder in den Gulag geschickt.

Siehe auch


  • Elżbieta Zawacka - einzige Frau, die als Fallschirmspringerin für die AK im Krieg aktiv war. Mitbegründerin des Museums "Archiwum i Muzeum Pomorskie Armii Krajowej oraz Wojskowej Służby Polek w Toruniu"(1990)

Literatur


  • Die polnische Heimatarmee. Geschichte und Mythos der Armia Krajowa seit dem Zweiten Weltkrieg. Im Auftrag des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes hrsg. von Bernhard Chiari unter Mitarbeit von Jerzy Kochanowski:Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2003, (Beiträge zur Militärgeschichte, Band 57), ISBN 3-486-56715-2

  • ''Snyder, Timothy: The reconstruction of nations: Poland, Ukraine, Lithuania, Belarus, 1569 - 1999 / Timothy Snyder. - New Haven, Conn. *: Yale Univ. Press, 2003. ISBN: 0-300-09569-4

Weblinks


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