Politische Macht ist eine Form der Macht, die von Personen oder –gruppen in einer Gesellschaft ausgeübt wird. Es gibt viele Möglichkeiten, wie solche Macht ausgeübt werden kann. Offiziell wird politische Macht durch die Staatsführung z.B. den Präsidenten, Ministerpräsidenten oder Monarchen ausgeübt. Dieses Staatsoberhaupt repräsentiert die souveräne Staatsmacht. Politische Macht und deren Ausübung ist jedoch nicht auf die Staatsführung beschränkt, und das Ausmaß der Macht einer Person oder Gruppe steht in Beziehung zum sozialen Einfluss, den sie formell oder informell ausüben kann. Dort, wo sich dieser Einfluss nicht auf einen bestimmten Staat beschränkt, spricht man von internationaler Macht. Politikwissenschaftler haben Macht häufig definiert als die Fähigkeit das Verhalten von Anderen zu beeinflussen.
Gemäß Rae Langton (1993) kann politische Macht und Autorität gemessen werden anhand der Fähigkeit entsprechende Sprechakte durchzuführen (s. 314f). Machtlosigkeit hingegen versteht er als Unfähigkeit, die Sprechakte zu vollbringen, die man eigentlich durchführen wollte. Der Autor Machiavelli beschreibt in seinem berühmten Werk Der Fürst (1532) die Mittel um Souveränität und Macht zu erlangen und zu behalten.
In der Postmoderne ist die Debatte, wie politische Macht zu definieren sei, sehr intensiv geführt worden. Die vielleicht bekannteste Definition kommt von Michel Foucault, dessen Werk Überwachen und Strafen (und andere Schriften) eine Sicht auf Macht vermittelt, in der sie als organisch in die Gesellschaft eingebettet erscheint. Er hält fest, dass politische Macht subtiler ist und Teil einer Reihe von sozialen Kontrollen und 'normalisierenden' Einflüssen durch historische Institutionen und durch die Definition des Normalen und des Abweichenden. Foucault definiert die Macht als Handlung auf Handlungen (une action sur des actions) und argumentiert in einer kontinuierlichen Transformation von Nietzsches Philosophie, dass Macht im wesentlichen eine Beziehung zwischen verschiedenen Entitäten ist. Er geht dabei davon aus, dass Macht in der menschlichen Gesellschaft Teil eines Erziehungs- und Lernprozesses ist, in dem jeder vom Premierminister bis zum Obdachlosen seine Rolle in der Machtstruktur der Gesellschaft spielt. Jürgen Habermas hat gegen Foucaults Konzept vom Diskurs als Schlachtfeld der Machtbeziehungen opponiert und argumentiert, dass es möglich sei, auf einem gemeinsamen Grundkonsens über die fundamentalen Regeln des Diskurses übereinzustimmen, um einen transparenten und demokratischen Dialog zu erreichen (siehe auch Grundrechte). Er argumentiert nunmehr gegen Foucault und Althusser, dass Macht im Diskurs nicht immanent notwendig ist und dass Philosophie vollständig von Ideologie unterschieden werden kann.
Staatsphilosophie | Politikwissenschaft
Politická moc | Political power | Pouvoir politique | Macht (politiek) | Abuso de poder | Политичка моћ
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