Polier ist eine Berufsbezeichnung im Bauwesen.
Ein Polier ist der Meister der Baustelle oder eines Baustellenabschnitts. Er ist weisungsberechtigter Leiter für die gewerblichen Mitarbeiter seines Unternehmens. Sein Vorgesetzter ist der Firmenbauleiter. Poliere sind bei Rohbauarbeiten (Baumeisterarbeiten) üblich, teilweise auch für große Zimmererarbeiten. Insbesondere in Ausführungsfragen ist der Polier in der Praxis oft Bindeglied zwischen Architekt, Statiker, Bauherrn und dem Unternehmen, in dem er beschäftigt ist.
Die Poliere im Tief- und Straßenbau werden als Schachtmeister bezeichnet.
Der echte Polier ist nach dem Tarifrecht Angestellter. Hierarchisch unter ihm stehen die gewerblichen Arbeitnehmer, wie Werkpoliere, Vorarbeiter, Spezialbaufacharbeiter, Facharbeiter, Helfer). Er muss eine abgeschlossene Ausbildung in einem Bauberuf (Maurer, Zimmermann usw.) und eine mehrjährige Berufspraxis vorweisen können. Im Einzelfall können auch Arbeiter ohne Gesellenbrief, aber mit langjähriger Berufserfahrung zur Polierausbildung zugelassen werden.
Der deutsche Geprüfte Polier wird von der IHK geprüft (staatlich anerkannter Abschluss). Zuvor muss er eine Ausbildung von etwa 600 Stunden absolviert haben. Dieser Lehrgang vermittelt weitreichende Kenntnisse aus Betriebswirtschaft, Recht, Sozialkunde; außerdem enthält der Lehrgang einen sehr umfassenden fachrichtungsspezifischen Teil sowie Berufs- und Arbeitspädagogoik.
Umgangssprachlich werden auch Werkpoliere, Vorarbeiter oder Spezialbaufacharbeiter, die die gewerblichen Mitarbeiter einer Baustelle führen, als Poliere bezeichnet. Verschiedentlich ist für diese auch die Bezeichnung Kapo üblich.
Die Bezeichnung leitet sich von Parlier ab.
Siehe auch: Baumeister