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Die deutsche Minderheit in Polen zählt laut der Volkszählung von 2002 152.897 Angehörige, was einen Anteil von 0,381% an der Gesamtbevölkerung Polens ausmacht. Die Deutschen in Polen leben insbesondere in der Woiwodschaft Oppeln und im westlichen Teil der Woiwodschaft Schlesien.

Geschichte


Die stärkste Partei der Deutschen Minderheit vor dem Zweiten Weltkrieg war die im 1931 gegründete Jungdeutsche Partei in Polen, die Mitte der 1930er Jahre ca. 50.000 Mitglieder zählte. Die meisten Deutschen lebten damals im an Polen abgetretenen Teil des früheren Westpreußen, in Posen sowie im 1922 an Polen abgetretenen Ostoberschlesien. Darüber hinaus existierten deutsche Minderheiten in der Region Łódź und in Wolhynien.

Als ein Teil der ehemaligen deutschen Ostgebiete nach Ende des 2. Weltkrieges in Polen eingegliedert wurde, wurde auch ein großer Teil der deutschen Bevölkerung (je nach Quellenangabe zwischen 12 und 16 Millionen) vertrieben oder war schon vorher vor der Roten Armee geflohen. Nur ein verhältnismäßig kleiner Teil der Deutschen verblieb in seiner alten Heimat (ca. 1,1 Mio. - 1950), da sie in der Nachkriegszeit als Facharbeitskräfte benötigt wurden oder assimiliert lebten.

In den Jahren zwischen 1950 und 1989 gelangten rund 1,2 Mio. Deutsche aus Polen und ihre Familienangehörigen in die Bundesrepublik Deutschland als Aussiedler. Laut Bundesvertriebenengesetz bleiben Heimatverbliebene und ihre Nachfahren, die vor 1945 in den Grenzen vom 31. Dezember 1937 lebten, deutsche Staatsbürger, da die Betroffenen nach Ansicht der Bundesrepublik 1945 unfreiwillig zu polnischen oder sowjetischen Staatsbürgern wurden, wobei die Nationalität der Person keine Rolle spielt. Die deutsche Staatsbürgerschaft wird heute auf Antrag vom Bundesverwaltungsamt festgestellt. Bis 2005 haben auf diese Weise etwa 288.000 Bürger in Polen, insbesondere in Oberschlesien und Masuren, die deutsche Staatsbürgerschaft zuerkannt bekommen.

Bis 1990/91 wurde die deutsche Minderheit offiziell vom polnischen Staat ignoriert und erhielt erst mit dem Deutsch-Polnischen Nachbarschaftsvertrag vom 17. Juni 1991 ihre Rechte als Nationale Minderheit nach KSZE-Standard im vollen Umfang zugesichert. Seitdem bemüht sich auch die polnische Seite die Anerkennung der Minderheitsrechte der zwei Millionen in Deutschland lebenden Polen zu erreichen - bis jetzt vergeblich (stand 2006).Wobei die meisten Polen in letzten 60 Jahren nach Deutschland eingewandert sind, bei den Deutschen in Polen hingegen, handelt es sich mehrheitlich um die sich zum Deutschtum bekennenden, „alteingesessenen“ Schlesier, vergleichbar mit den Sorben in Deutschland.

Gegenwart


Die deutsche Minderheit in Polen ist in mehreren Verbänden, Vereinen und anderen Organisationen organisiert, wobei die größte von ihnen die Sozial-Kulturelle Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien mit dem Hauptsitz in Oppeln ist laut eigener Homepage der Sozial-Kulturellen Gesellschaft, wobei die Mitgliedszahl nicht genannt wird, sondern lediglich eine ungefähre Anzahl der lokalen Verbandskreise mit ca. 330 angegeben.. Eine andere große Organisation ist die Deutsche Gemeinschaft Versöhnung und Zukunft mit dem Hauptsitz in Kattowitz, die nach eigenen Angaben 11.112 "Beitragzahlende Mitglieder" zählt und als einzige nicht von der deutschen Bundesregierung finanziert wird laut einenen Angaben der Gemeinschaft . Zwischen diesen beiden Organisationen herrscht eine gewisse Konkurrenz und sowohl deren Ziele als auch Grundsätze weichen teilweise stark voneinander ab. So ist die Deutsche Gemeinschaft Versöhnung und Zukunft auch für nichtdeutschstämmige Mitgliederz. Z. sind das 4,2 % offen, die Sozial-Kulturelle Gesellschaft der Deutschen hingegen, nimmt nur deutschstämmige Mitglieder auf.

Anmerkungen und Verweise


Literatur


Weblinks


Europäische Ethnie | Polen | Minderheit

Germans of Poland | Mniejszość niemiecka w Polsce | Minoritatea germană în Polonia

 

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