Pol Pot (eigentlich Saloth Sar; * vermutlich 19. Mai 1928 in der Provinz Kompong Thom, Kambodscha; † 15. April 1998 in Anlong Veng) war bis 1997 der „Bruder Nr. 1“ der Roten Khmer.
Von 1949 bis 1953 studierte Pol Pot Radioelektronik in Paris. Dort entwickelte er auch seine kommunistischen Ideen weiter und schloss sich der dortigen kommunistischen Partei an. 1956 heiratete er seine Geliebte Khieu Ponnary, von der er sich 1985 scheiden ließ. Nach seiner Rückkehr nach Kambodscha lehrte er bis 1963 an einer Privatschule in Phnom Penh. Er versuchte, auch seine Schüler von seiner kommunistischen Idee zu überzeugen. Als die Regierung unter Prinz Norodom Sihanouk gegen die Kommunisten im Land vorging, musste Pol Pot in den Dschungel nahe der vietnamesischen Grenze fliehen. Dort baute er eine Guerillaorganisation auf, die regen Zulauf unter den dortigen Bauern fand, da diese unter der Ausweitung des Vietnamkrieges durch Nordvietnamesen, Vietcong und US-Amerikanern litten und sich wohl auch vom Argument Pol Pots überzeugen ließen, die Probleme Kambodschas rührten von einem unüberwindlichen Stadt-Land-Konflikt, der zugunsten der Landbevölkerung gelöst werden müsse.
Zuletzt kontrollierte er mit seinen „Khmers Rouges“ (französisch für Rote Khmer) ganz Kambodscha - mit Ausnahme der Hauptstadt, deren Bevölkerung aufgrund der Kämpfe in den Provinzen binnen kurzer Zeit auf an die 3 Millionen angewachsen war, und die bis zum 17. April 1975 von Lon Nol (der sich 1970 mit Hilfe der Amerikaner an die Macht geputscht hatte) gehalten werden konnte.
Mit dem Fall Phnom Penhs begann eines der blutigsten Kapitel in der Geschichte der Menschheit. Die Roten Khmer begannen, die radikalen Ideen ihres „Bruders Nummer 1“ vom kommunistisch-primitivistischen Bauernstaat konsequent umzusetzen und zwangen die Bevölkerung unter Androhung der Todesstrafe, die Hauptstadt binnen 48 Stunden zu verlassen. Sie sollten auf dem Lande als Bauern und Landarbeiter eingesetzt werden. Intellektuelle (auch Brillenträger wurden dafür gehalten) galten als überflüssig und unerwünscht. In den folgenden vier Jahren wurden mindestens 1,5 bis 2 Millionen Kambodschaner (rund ein Viertel der Einwohner), vor allem der gebildete Teil der Bevölkerung und Regimekritiker, von den Roten Khmer ermordet. So überlebten diese Episode der kambodschanischen Geschichte landesweit gerade einmal 50 Ärzte und 5.000 von vormals 20.000 Lehrern.
Der Tod Maos und das katastrophale Scheitern seines 4-Jahres Plans, den er 1976 ausgerufen und der eine Verdreifachung der Agrarproduktion vorgesehen hatte, trafen Pol Pot schwer, und er wurde zunehmend paranoid. In Folge dessen beschuldigte er sogar engste Mitarbeiter und Mitglieder der Partei der Sabotage. Es wurden Säuberungsaktionen durchgeführt, und jedes Parteimitglied, welches seiner Meinung nach versagt hatte oder mit den Vietnamesen sympathisierte, wurde verhaftet und getötet. Terror und Massenmorde nahmen nun täglich zu.
Ende des Jahres 1978 begann Vietnam die Intervention in Kambodscha. Bereits am 7. Januar 1979 eroberten sie die Hauptstadt, und rund 30.000 der Roten Khmer flohen in das Umland, vor allem auch in die unwegsamen Dschungelgebiete an der Grenze zu Thailand. China leitete zwar daraufhin eine Strafaktion ein, bei der chinesische Truppen die vietnamesische Grenze überschritten, doch das Terrorregime Pol Pots konnte nicht mehr gerettet werden.
Auf absurde Art hatte sich nun das Blatt jedoch gewendet, und Pol Pot wurde nun auch von den USA mit Waffenlieferungen unterstützt, um gegen die vietnamesische Marionettenregierung von Regierungschef Heng Samrin zu kämpfen.
Nach einem Interview im Jahre 1979 zog er sich lange Zeit aus der Öffentlichkeit zurück. Sein letztes Interview gab Pol Pot dem US-Journalisten Nate Thayer 1997.
Im Juni 1997 wurde Pol Pot von den Roten Khmer unter der Führung von Oung Choeun alias Ta Mok, der wegen seiner Brutalität als „Schlächter“ bezeichnet wurde und bis 1979 militärischer Oberbefehlshaber der Verwaltungszone Südwest des „Demokratischen Kampuchea“ gewesen war, aus seiner Führungsposition als „Bruder Nr.1“ verdrängt. Im Juli 1997 wurde Pol Pot auf einem Khmer Rouge-Volkstribunal als Verräter zu lebenslanger Haft verurteilt.
Im April 1998 beging Pol Pot in Anlong Veng im Norden Kambodschas Selbstmord, nachdem er erfahren hatte, dass General Ta Mok den USA seine Auslieferung angeboten hatte. Offiziell wurde damals als Todesursache ein Herzinfarkt genannt. Die ungewöhnlich schnelle Verbrennung seines Leichnams und die Ablehnung der Khmer Rouge, eine Autopsie vornehmen zu lassen, hatte zu Spekulationen über die Todesursache Pol Pots geführt, u.a. wurde Vergiftung oder Mord vermutet. Erst 1999 wurde bekannt, dass Pol Pot an den Folgen einer Überdosis von Medikamenten verstarb.
Mann | Kambodschaner | Politiker (Kambodscha) | Geboren 1928 | Gestorben 1998 | Revolutionär
Pol Pot | Pol Pot | Pol Pot | Pol Pot | Pol Pot | Pol Pot | Pol Pot | Pol Pot | پل پوت | Pol Pot | Pol Pot | פול פוט | Pol Pot | Pol Pot | Pol Pot | ポル・ポト | Pol Pot | Pol Pot | Pol Pot | Pol Pot | Pol Pot | Pol Pot | Пол Пот | Pol Pot | Pol Pot | Pol Pot | Пол Пот | Pol Pot | Pol Pot | Пол Пот | 波尔布特