| Poker | |
| Royal straight flush.jpg | |
| Daten | |
| Spielart | Kartenspiel |
| Spielerecht | Freies Spiel |
| Jahr | unklar |
| Spieler | 2 bis 10 |
| Alter | unbegrenzt |
| Dauer | unbegrenzt |
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Während früher das Pokern als reines Glücksspiel angesehen wurde, werden heute von vielen Pokerspielern die Bluff-Aspekte und strategischen Entscheidungen herausgestellt. Spieler mit längerer Spielerfahrung gewinnen tatsächlich häufiger als die Spieler ohne.
Es ist zu beobachten, dass die gesellschaftliche Akzeptanz des Pokerns weltweit immer mehr zunimmt. Während bis zum Ende des 20. Jahrhunderts die dem Pokerspieler zugeschriebenen Attribute in erster Linie negativ waren, wird das Pokerspiel heute meist als eine Art Sport betrachtet. Zahlreiche TV-Übertragungen von Pokerveranstaltungen dokumentieren diese Entwicklung.
Bei einem Pokerspiel wechselt sich das Austeilen/Tauschen von Karten mit Wettrunden ab. Die Anzahl der Wettrunden hängt dabei ebenso von der gespielten Variante ab, wie die Anzahl der jeweils verteilten Karten. Manchmal werden auch Karten offen und/oder für alle Spieler gemeinsam ausgeteilt. Gewinner ist derjenige Spieler, der im Showdown die besten Karten zeigt, oder der als einziger nicht aussteigt. In diesem Fall muss derjenige seine Karten üblicherweise nicht vorzeigen.
Einige Poker-Varianten verlangen von den Spielern Mindesteinsätze. Gebräuchlich sind dabei zwei Varianten:
oder
Ein Pokerspiel besteht aus gewöhnlicherweise mindestens zwei Wettrunden. Zwischen den Wettrunden können die Karten (verdeckt) getauscht werden. Eine Wettrunde wird durch den Spieler links vom Geber begonnen. Er kann entweder einen Einsatz (Geld, Jetons, ...) setzen, der abhängig von der Höhe des vereinbarten Limits ist, warten (auch schieben oder checken genannt, d. h. keinen Betrag setzen) oder passen (d. h. aus dem Spiel aussteigen, auch folden genannt). Die folgenden Spieler haben die Wahl, den gebotenen Betrag zu halten (call), zu erhöhen (raise) oder zu passen (fold). Falls ein oder mehrere Spieler den Einsatz erhöht haben, wird die Wettrunde solange fortgesetzt, bis alle Spieler den Betrag gehalten haben oder aus dem Spiel ausgestiegen sind.
Je nach vereinbarten Limits können die Höhe und die Anzahl der Erhöhungen je Wettrunde beschränkt sein.
Nach der letzten Wettrunde beginnt der Showdown. Der Spieler, der in der letzten Wettrunde den Einsatz begonnen hat oder zuletzt erhöht hat, muss seine Hand (seine Kombination) vorzeigen. Alle im Spiel verbliebenen Spieler können nun nacheinander ihre Gewinnberechtigung nachweisen und ebenfalls ihre Karten aufdecken. Der Spieler mit der höchsten Hand gewinnt und erhält den Pott. Im Falle von gleich hohen Kombinationen wird der Pott unter den Gewinnern aufgeteilt. Die höchste Spielkarte auf der Hand entscheidet jedoch bei den meisten Varianten mit, falls eine gleich hohe Kombination vorliegt.
| Name | Bedeutung | Beispiel | Möglichkeiten | Wahrscheinlichkeit(*) | bei Gleichwerten entscheidet ... |
|---|---|---|---|---|---|
| Höchste Karte (High Card) | keine Kombination | 1.302.540 | 50,12% | Wert der höchsten Karte entscheidet, bei Gleichheit dieser die Zweithöchste, dann die Dritthöchste usw. | |
| Paar/Zwilling (One Pair) | 2 Karten gleichen Wertes | 10♣ 10♥ | 1.098.240 | 42,26% | höchstes Paar, bei Gleichheit die Werte der übrigen Karten |
| Zwei Paare (Two Pairs) | 2 Paare | J♦ J♠ 8♣ 8♠ | 123.552 | 4,75% | höheres Paar, bei Gleichheit dieser das kleinere Paar und letztendlich die Beikarte |
| Drilling (Three Of A Kind) | 3 Karten gleichen Wertes | Q♣ Q♥ Q♠ | 54.912 | 2,11% | höchster Drilling |
| Straße (Straight) | 5 Karten in einer Reihe (nicht gleiche Farbe) | J♠ 10♦ 9♥ 8♣ 7♥ | 10.200 | 0,39% | Endkarte |
| Flush | 5 Karten in einer Farbe (Kreuz und Pik bzw. Herz und Karo sind nicht die gleiche Farbe!) | 7♠ Q♠ 10♠ K♠ A♠ | 5.108 (**) | 0,20% | Wert der höchsten Karte, bei Gleichheit dieser die Zweithöchste, Dritthöchste usw. |
| Full House | ein Drilling und ein Paar | K♣ K♠ K♦ 9♥ 9♣ | 3.744 | 0,14% | höchster Drilling, bei Gleichheit dieser höheres Paar (****) |
| Poker/Vierling (Four Of A Kind) | 4 Karten gleichen Wertes | 7♥ 7♦ 7♠ 7♣ | 624 | 0,023% | Wert des Poker |
| Straight Flush | eine Straße in einer Farbe | Q♣ J♣ 10♣ 9♣ 8♣ | 36 (***) | 0,0014% | Wert der Endkarte |
| Royal Flush | Straße in einer Farbe bis As (der Royal Flush ist also der höchste Straight Flush) | A♥ K♥ Q♥ J♥ 10♥ (ausschließlich diese Kombination) | 4 | 0,00015% | Kombinationen werden als gleich hoch erachtet |
Bei einem Straight darf das Ass entweder am oberen Ende nach dem König oder am unteren Ende als Eins stehen: die Kartenkombination 5432A ist also ein Straight, ebenso AKQJ10. Round the corner straights wie etwa 432AK oder 32AKQ gelten nicht; daraus folgt, dass ein Straight stets eine 5 oder eine 10 enthalten muss.
Spielt man mit einem Blatt, das 52 Karten besitzt, so entspricht die Reihenfolge der Kombinationen in der Tabelle ihrem Rang, d. h. ein Straight Flush steht über dem Poker und ein Poker schlägt einen Flush.
Bei verkürzter Karte (Blatt mit weniger als 52 Karten) ändert sich die Reihenfolge der Kombinationen und ein Flush steht im Rang über dem Full House.
Farbwerte: Üblicherweise haben Farben für die Bewertung einer Kombination keine Bedeutung. Bei Gleichheit der Kombinationen wird der Inhalt des Potts unter den höchsten Kombinationen aufgeteilt. Von Bedeutung sind die Farbwerte allerdings im Stud-Poker, wenn es zu Beginn des Spieles gilt, die niedrigste Karte zu ermitteln. Haben hier mehrere Spieler eine gleich niedrige Karte, so gilt, wie beim Bridge die Regel Kreuz < Karo < Herz < Pik.
Spezieller Reiz: Wenn jemand keine gute Kombination hat, kann er durch sein Setzverhalten ein gutes Blatt vortäuschen (bluffen), so dass die Mitspieler aussteigen und er den Pott erhält.
Woher die Bezeichnung Poker stammt, ist unbekannt, aber es hat sich wahrscheinlich vom franz. Wort poque, einem Kartenspiel, welches in New Orleans entwickelt wurde, abgeleitet.
Im deutschen Sprachraum gibt es ein dem Poker verwandtes Kartenspiel Pochen oder Poch, das mit einem Pochbrett gespielt wird.
Im Italienischen wird Poker heute als Bezeichnung für vier Tore eines Spielers in einem Fußballspiel benutzt, ähnlich dem Begriff Hattrick.
Im Wesentlichen gibt es drei Grundvarianten im Poker: Draw, Stud und Hold'em.
Beim Draw Poker erhält jeder Spieler eine bestimmte Anzahl von Karten, die nur er sehen darf und die nur ihm gehören. Bei den meisten Draw-Varianten darf dann noch getauscht werden. Klassisches Poker ist Five-card draw.
Beim Stud-Poker sind einige der eigenen Karten für andere Spieler sichtbar, so dass mehr Informationen über die Kartenverteilung am Tisch vorliegen.
Verbreitete Stud-Varianten sind:
Bei den Hold’em-Varianten muss der Spieler aus so genannten „Community Cards“, Karten, die allen Spielern gehören, und seinen eigenen Karten, den „Hole Cards“, das beste Blatt bilden. Auch diese Variante gewinnt ihren Reiz durch mehr Information über die Kartenverteilung.
Verbreitete Hold’em-Varianten sind:
Außerdem können diese Grundvarianten wie folgt variiert werden
Bei der Variante „Dealer's Choice“ bestimmt der Kartengeber (Dealer) die in dieser Runde zu spielende Variante. Der Kartengeber erklärt bei Bedarf die Abweichungen von den Standardregeln. So können Karten für „wild“ erklärt werden, die jeweilige Karte fungiert dann als Joker oder zusätzliche Kartenkombinationen können erdacht werden.
Die Limits können ebenfalls variieren:
Eine vollständige Variantenbeschreibung könnte dann so aussehen:
Weitere Varianten:
Von entsprechenden Anbieterseiten kann man sich (in der Regel kostenlos) ein Programm herunterladen, mit dem man sich dann in einen so genannten „Pokerroom“ einloggen und gegen Gegner rund um den Globus spielen kann.
Der Anbieter finanziert sich über einen Anteil an jedem Pott, den er einbehält; dieser so genannten Rake ist auch in Casinos üblich und bewegt sich zwischen 4 und 20% der Potgröße. Daneben gibt es aber auch Spiele um virtuelles Spielgeld.
Die meisten Pokerräume sind englisch und benutzen Dollar. Die Einsätze bewegen sich dabei in einer großen Bandbreite von den so genannten Micro-Limits ab 0,01$/0,02$, die besonders für den Anfänger geeignet sind, der nicht gleich seine gesamten Ersparnisse aufs Spiel setzen möchte, bis in Höhen von 100$/200$ oder höher.
Die Legalität von Online-Poker ist in vielen Rechtsordnungen fraglich. Das deutsche Strafrecht gestattet das Betreiben von Glücksspielen grundsätzlich nur mit einer entsprechenden Konzession. Sowohl das Anbieten (§ 284 StGB) als auch die Teilnahme (§ 285 StGB) an einem nicht genehmigten Glücksspiel sind grundsätzlich mit Strafe bedroht. Das gilt grundsätzlich auch für Online-Casinos. Es ist nicht geklärt, ob eine ausländische Konzession auch in Deutschland anerkannt wird. Die Gesetzgebung berücksichtigt nicht, dass sich Spieler und Spielveranstalter während des Spiels in unterschiedlichen Staaten aufhalten können und damit unterschiedlichen Gesetzgebungen unterliegen. Zu diesem Problem gibt es weder internationale Abkommen noch rechtskräftige Urteile. Vergleiche mit anderen Bereichen der Internetkriminalität sind hier ebenfalls fraglich.
Zu den bekanntesten Anbietern zählen Europoker, Pacific Poker, EverestPoker, Poker Champs, PokerStars, PartyPoker, Casino-Club Poker, Paradise Poker, NoblePoker, Titan Poker und Absolute Poker.
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